{"id":106,"date":"2019-07-12T16:03:18","date_gmt":"2019-07-12T16:03:18","guid":{"rendered":"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=106"},"modified":"2020-08-11T00:10:27","modified_gmt":"2020-08-11T00:10:27","slug":"%e5%8d%8f%e5%90%8c%e4%b9%a6%ef%bc%88%e5%be%b7%e6%96%87%ef%bc%89%e7%ac%ac%e4%b8%83%e9%83%a8%e5%88%86-%e5%8d%8f%e5%90%8c%e5%bc%8f","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=106","title":{"rendered":"\u534f\u540c\u4e66\uff08\u5fb7\u6587\uff09\u7b2c\u4e03\u90e8\u5206 \u534f\u540c\u5f0f"},"content":{"rendered":"<p>\u300a\u534f\u540c\u4e66\u300b\uff08\u5fb7\u6587\uff09\u76ee\u5f55<br \/>\n<a href=\"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=76\">1.\u300a\u4fe1\u7ecf\u300b Glaubensbekenntnis<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=78\">2.\u300a\u5965\u65af\u5821\u4fe1\u6761\u300b Die Augsburgische Konfession<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=87\">3.\u300a\u5965\u65af\u5821\u4fe1\u6761\u300b\u7684\u8fa9\u62a4\u8bba Apologia der Konfession<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=90\">4.1\u300a\u65bd\u9a6c\u52a0\u767b\u4fe1\u6761\u300bDie Schmalkaldischen Artikel<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=93\">4.2\u300a\u8bba\u6559\u7687\u6743\u548c\u9996\u4f4d\u300bVon der Bisch\u00f6fe Gewalt und Jurisdiktion<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=98\">5.\u300a\u5c0f\u95ee\u7b54\u300bDer Kleiner Katechismus<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=102\">6.\u300a\u5927\u95ee\u7b54\u300bDer Grosse Katechismus<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=106\">7.\u300a\u534f\u540c\u5f0f\u300bDie Konkordienformel<\/a><\/p>\n<h2 id=\"opening\">\u534f\u540c\u5f0f<\/h2>\n<p>Die Konkordienformel. <\/p>\n<p>[Erster Teil]<\/p>\n<p>Summarischer Begriff der streitigen Artikel<\/p>\n<p>zwischen<\/p>\n<p>den Theologen Augsburgischer Konfession, in nachfolgender Wiederholung nach Anleitung Gottes Worts christlich erkl\u00e4rt unverglichen.<\/p>\n<p>Mit Kurfl. Gn. zu Sachsen Befreiung. Dresden 1579 [1580]<\/p>\n<p>Von dem summarischen Begriff, Regel und Richtschnur<\/p>\n<p>nach welcher alle Lehre geurteilt und die eingefallenen Irrungen christlich entschieden und erkl\u00e4rt werden sollen.<\/p>\n<p>1] 1. Wir glauben, lehren und bekennen, da\u00df die einige Regel und Richtschnur, nach welcher zugleich alle Lehren und Lehrer gerichtet und geurteilt werden sollen, sind allein die prophetischen und apostolischen Schriften Alten und Ne\u00fcn Testaments; wie geschrieben steht: &#8220;Dein Wort ist meines Fu\u00dfes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege&#8221;, Ps. 119. Und St. Paulus: &#8220;Wenn ein Engel vom Himmel k\u00e4me und predigte anders, der soll verflucht sein&#8221;, Gal. 1.<\/p>\n<p>2] Andere Schriften aber der alten oder ne\u00fcn Lehrer, wie sie Namen haben, sollen der Heiligen Schrift nicht gleichgehalten, sondern alle zumal miteinander derselben unterworfen und anders oder weiter nicht angenommen werden denn als Zeugen, welcher Gestalt nach der Apostel Zeit und an welchen Orten solche Lehre der Propheten und Apostel erhalten worden.<\/p>\n<p>3] 2. Und nachdem gleich nach der Apostel Zeit, auch noch bei ihrem Leben, falsche Lehrer und Ketzer eingerissen, und wider dieselben in der ersten Kirche Symbola, das ist, kurze, runde Bekenntnisse, gestellt, welche f\u00fcr den einhelligen, allgemeinen christlichen Glauben und Bekenntnis der rechtgl\u00e4ubigen und wahrhaftigen Kirche gehalten, als n\u00e4mlich das Symbolum Apostolicum, Symbolum Nicaenum und Symbolum Athanasii; bekennen wir uns zu denselben und verwerfen hiermit alle Ketzereien und Lehren, so denselben zuwider in die Kirche Gottes eingef\u00fchrt worden sind.<\/p>\n<p>4] 3. Soviel aber die Trennung in Glaubenssachen belangt, zu unsern Zeiten eingefallen, halten wir f\u00fcr den einhelligen Konsens und Erkl\u00e4rung unsers christlichen Glaubens und Bekenntnisses, besonders wider des Papsttums [wider das Papsttum] und dessen falschen Gottesdienst, Abg\u00f6tterei, Aberglauben und [wider] andere Sekten, als dieser Zeit unserm Symbolo [unser Symbolum], die erste, unge\u00e4nderte Augsburgische Konfessions Kaiser Karolo V. zu Augsburg Anno 30 usw. in der gro\u00dfen Reichsversammlung ubergeben, samt derselben Apologie und Artikeln, [so] zu Schmalkalden Anno 37 gestellt und von den vornehmsten Theologen damals unterschrieben worden.<\/p>\n<p>5] Und weil solche Sachen auch den gemeinen Laien und derselben Seelen Seligkeit betreffen, bekennen wir uns auch zu dem Kleinen und Gro\u00dfen Katechismo Doktor Luthers, wie solche beide Katechismi in den tomis Lutheri verfa\u00dft, als zu der Laienbibel, darin alles begriffen, was in Heiliger Schrift weitl\u00e4ufig gehandelt und einem Christenmenschen zu seiner Seligkeit zu wissen vonn\u00f6ten ist.<\/p>\n<p>6] Nach dieser Anleitung, wie oben vermeldet, sollen alle Lehren angestellt, und was derselben zuwider, als unsers Glaubens einhelliger Erkl\u00e4rung entgegen, verworfen und verdammt werden.<\/p>\n<p>7] Solchergestalt wird der Unterschied zwischen der Heiligen Schrift Alten und Ne\u00fcn Testaments und allen andern Schriften erhalten, und bleibt allein die Heilige Schrift der einige Richter, Regel und Richtschnur, nach welcher als dem einigen Probierstein sollen und m\u00fcssen alle Lehren erkannt und geurteilt werden, ob sie gut oder b\u00f6s, recht oder unrecht seien.<\/p>\n<p>8] Die andern Symbola aber und angezogenen Schriften sind nicht Richter wie die Heilige Schrift, sondern allein Zeugnis und Erkl\u00e4rung des Glaubens, wie jederzeit die Heilige Schrift in streitigen Artikeln in der Kirche Gottes von den damals Lebenden verstanden und ausgelegt und derselben widerw\u00e4rtige Lehre verworfen und verdammt worden.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p>I. Von der Erbs\u00fcnde.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p>STATUS CONTROVERSIAE.<\/p>\n<p>Die Hauptfrage in diesem Zwiespalt.<\/p>\n<p>1] Ob die Erbs\u00fcnde sei eigentlich und ohne allen Unterschied des Menschen verderbte Natur, Substanz und Wesen oder ja das vornehmste und beste Teil seines Wesens, als die vern\u00fcnftige Seele selbst in ihrem h\u00f6chsten Grad und Kr\u00e4ften, oder ob zwischen des Menschen Substanz, Natur, Wesen, Leib, Seele, auch nach dem Fall und der Erbs\u00fcnde, ein Unterschied sei, also da\u00df ein anderes die Natur und ein anderes die Erbsunde sei, welche in der verderbten Natur steckt und die Natur verderbt.<\/p>\n<p>AFFIRMATIVA.<\/p>\n<p>Reine Lehre, Glaube und Bekenntnis verm\u00f6ge vorgesetzter Richtschnur und summarischer Erkl\u00e4rung.<\/p>\n<p>2] 1. Wir glauben, lehren und bekennen, da\u00df ein Unterschied sei zwischen der Natur des Menschen, nicht allein wie er anfangs von Gott rein und heilig ohne S\u00fcnde erschaffen, sondern auch wie wir sie jetzund nach dem Fall haben, n\u00e4mlich zwischen der Natur, so auch nach dem Fall noch eine Kreatur Gottes ist und bleibt, und der Erbs\u00fcnde, und da\u00df solcher Unterschied so gro\u00df als der Unterschied zwischen Gottes und des Teufels Werk sei.<\/p>\n<p>3] 2. Wir glauben, lehren und bekennen auch, da\u00df \u00fcber solchem Unterschied mit h\u00f6chstem Flei\u00df zu halten, weil diese Lehre, da\u00df zwischen unserer verderbten Menschennatur und der Erbs\u00fcnde kein Unterschied sein sollte, wider die Hauptartikel unsers christlichen Glaubens von der Erschaffung, Erl\u00f6sung, Heiligung und Auferstehung unsers Fleisches streitet und neben denselben nicht bestehen kann.<\/p>\n<p>4] Denn nicht allein Adams und Evas Leib und Seele vor dem Fall, sondern auch unsern Leib und Seele nach dem Fall, unangesehen da\u00df sie verderbt, [hat] Gott geschaffen, welche auch Gott noch f\u00fcr sein Werk [an]erkennt, wie geschrieben steht Hiob 10: &#8220;Deine H\u00e4nde haben mich gearbeitet und gemacht alles, was ich um und um bin.&#8221; Deut. 32; Jes. 45. 54. 64; Act. 17; Ps. 100. 139; Eccl. 12.<\/p>\n<p>5] Es hat auch der Sohn Gottes in Einigkeit seiner person solche menschliche Natur, doch ohne S\u00fcnde, und also nicht ein fremd, sondern unser Fleisch an sich genommen, und [ist] nach demselben unser wahrhaftiger Bruder [ge]worden. Hebr. 2: &#8220;Nachdem die Kinder Fleisch und Blut haben, ist er\u2019s gleicherma\u00dfen teilhaftig worden.&#8221; Item: &#8220;Er nimmt nirgend die Engel an sich, sondern den Samen Abrahams nimmt er an sich; daher mu\u00df er allerdinge seinen Br\u00fcdern, ausgenommen die S\u00fcnde, gleich werden.&#8221; 6] Also hat es auch Christus erl\u00f6st als sein Werk, heiligt es als sein Werk, erweckt es von den Toten und ziert es herrlich als sein Werk. Aber die Erbs\u00fcnde hat er nicht erschaffen, nicht angenommen, nicht erl\u00f6st, nicht geheiligt, wird sie auch nicht erwecken an den Auserw\u00e4hlten, weder zieren noch selig machen, sondern in der Auferstehung gar vertilgt sein wird.<\/p>\n<p>7] Daraus der Unterschied zwischen der verderbten Natur und der Verderbung, so in der Natur steckt und die Natur dadurch verderbt worden, leichtlich zu erkennen.<\/p>\n<p>8] 3. Wir glauben, lehren und bekennen aber inwiederum, da\u00df die Erbs\u00fcnde nicht sei eine schlechte [geringe], sondern so tiefe Verderbung menschlicher Natur, da\u00df nichts Gesundes oder unverderbt an Leib und Seele des Menschen, seinen innerlichen und \u00e4u\u00dferlichen Kr\u00e4ften geblieben, sondern wie die Kirche singt: &#8220;Durch Adams Fall ist ganz verderbt menschliche Natur und Wesen&#8221;; 9] welcher Schade unaussprechlich, nicht mit der Vernunft, sondern allein aus Gottes Wort erkennet [erkannt] werden mag; 10] und da\u00df die Natur und solche Verderbung der Natur niemand voneinander scheiden k\u00f6nne denn allein Gott, welches durch den Tod in der Auferstehung g\u00e4nzlich geschehen, da unsere Natur, die wir jetzt tragen, ohne die Erbs\u00fcnde und von derselben abgesondert und abgeschieden, auferstehen und ewig leben wird, wie geschrieben steht Hiob 19: &#8220;Ich Werde mit dieser meiner Haut umgeben werden und werde in meinem Fleisch Gott sehen; denselben werde ich mir sehen, und meine Augen werden ihn scha\u00fcn.&#8221;<\/p>\n<p>NEGATIVA.<\/p>\n<p>Verwerfung der falschen Gegenlehre.<\/p>\n<p>11] 1. Demnach verwerfen und verdammen wir, wenn gelehrt wird, da\u00df die Erbs\u00fcnde allein ein reatus oder Schuld von wegen fremder Verwirkung, ohne einige unserer Natur Verderbung sei.<\/p>\n<p>12] 2. Item, da\u00df die b\u00f6sen L\u00fcste nicht S\u00fcnde, sondern angeschaffene wesentliche Eigenschaften der Natur seien, oder als w\u00e4re der obgemeldete Mangel oder Schade nicht wahrhaftig S\u00fcnde, darum der Mensch au\u00dferhalb Christo ein Kind des Zornes sein sollte.<\/p>\n<p>13] 3. Desgleichen verwerfen wir auch den pelagianischen Irrtum, da vorgegeben wird, da\u00df die Natur des Menschen auch nach dem Fall unverderbt und sonderlich in geistlichen Sachen ganz gut und rein in ihren naturalibus, das ist, in ihren nat\u00fcrlichen Kr\u00e4ften, geblieben sei.<\/p>\n<p>14] 4. Item, da\u00df die Erbs\u00fcnde nur von au\u00dfen ein schlechter, [ge]ringsch\u00e4tziger, eingesprengter Fleck oder anfliegender Makel sei, darunter die Natur ihre guten Kr\u00e4fte auch in geistlichen Sachen behalten habe.<\/p>\n<p>15] 6. Item, das die Erbs\u00fcnde sei nur ein \u00e4u\u00dferlich Hindernis der guten geistlichen Kr\u00e4fte und nicht eine Beraubung oder Mangel derselben; als wenn ein Magnet mit Knoblauchsaft bestrichen wird, dadurch seine nat\u00fcrliche Kraft nicht weggenommen, sondern allein gehindert wird; oder da\u00df derselbe Makel wie ein Fleck vom Angesicht oder Farbe von der Wand leichtlich abgewischt worden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>16] 6. Item, da\u00df im Menschen nicht gar verderbt sei menschlich Natur und Wesen, sondern der Mensch habe noch etwas Gutes an ihm [an sich], auch in geistlichen Sachen, als n\u00e4mlich Fr\u00f6mmigkeit [*F\u00e4higkeit], Geschicklichkeit, T\u00fcchtigkeit oder Verm\u00f6gen, in geistlichen Sachen etwas anzufangen, zu wirken oder mitzuwirken.<\/p>\n<p>17] 7. Dagegen verwerfen wir auch die falsche Lehre der Manich\u00e4er, wenn gelehrt wird, da\u00df die Erbs\u00fcnde als etwas wesentlich es und Selbst\u00e4ndiges durch den Satan in die Natur eingegossen und mit derselben vermengt [sei], wie Gift und Wein gemengt werden.<\/p>\n<p>18] 8. Item, da\u00df nicht der nat\u00fcrliche Mensch, sondern etwas anderes und Fremdes im Menschen s\u00fcndige, deswegen nicht die Natur, sondern allein die Erbs\u00fcnde in der Natur angeklagt werde.<\/p>\n<p>19] 9. Wir verwerfen und verdammen auch als einen manich\u00e4ischen Irrtum, wenn gelehrt wird, da\u00df die Erbs\u00fcnde sei eigentlich und ohne allen Unterschied des verderbten Menschen Substanz, Natur und Wesen selbst, also da\u00df kein Unterschied zwischen der verderbten Natur nach dem Fall an ihr selbst und der Erbs\u00fcnde sollte auch nicht gedacht, noch mit Gedanken voneinander unterschieden werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>20] 10. Es wird aber solche Erbs\u00fcnde von Luthero Naturs\u00fcnde, Persons\u00fcnde, wesentliche S\u00fcnde genennet [genannt], nicht da\u00df die Natur, Person oder das Wesen des Menschen selbst ohne allen Unterschied die Erbs\u00fcnde sei, sondern da\u00df mit solchen Worten der Unterschied zwischen der Erbs\u00fcnde, so in der menschlichen Natur steckt, und den andern S\u00fcnden, so man wirkliche S\u00fcnden nennt, angezeigt w\u00fcrde.<\/p>\n<p>21] 11. Denn die Erbs\u00fcnde ist nicht eine S\u00fcnde, die man tut, sondern sie steckt in der Natur, Substanz und Wesen des Menschen; also wenngleich kein b\u00f6ser Gedanke nimmer im Herzen des verderbten Menschen aufstiege, kein unn\u00fctz Wort geredet [w\u00fcrde], noch b\u00f6se Tat gesch\u00e4he, so ist doch die Natur verderbt durch die Erbs\u00fcnde, die uns im s\u00fcndlichen Samen angeboren wird und ein Brunnq\u00fcll ist aller andern wirklichen S\u00fcnden, als b\u00f6ser Gedanken, Worte und Werke, wie geschrieben steht: &#8220;Aus dem Herzen kommen arge Gedanken&#8221;; item: &#8220;Das Dichten des menschlichen Herzens ist b\u00f6se von Jugend auf.&#8221; Matth. 15; Gen. 6.<\/p>\n<p>22] 12. So ist auch wohl zu merken der ungleiche Verstand des Wortes: &#8220;Natur&#8221;, dadurch die Manich\u00e4er ihren Irrtum bedecken und viel einf\u00e4ltige Leute irremachen. Denn zuzeiten hei\u00dft es des Menschen Wesen, als wenn gesagt wird: Gott hat die menschliche Natur geschaffen. Zuzeiten aber hei\u00dft es die Art und Unart eines Dinges, die in der Natur oder Wesen steckt, als wenn gesagt wird: Der Schlange Natur ist stechen, und des Menschen Natur und Art ist s\u00fcndigen und S\u00fcnde; da das Wort: &#8220;Natur&#8221; nicht die Substanz des Menschen, sondern etwas hei\u00dft, das in der Natur oder Substanz steckt.<\/p>\n<p>23] 13. Was aber die lateinischen Worte substantia und accidens belangt, weil es nicht Heiliger Schrift Worte sind, dazu dem gemeinen Mann unbekannt, sollen dieselben in den Predigten vor dem gemeinen unverst\u00e4ndigen Volke nicht gebraucht, sondern des einf\u00e4ltigen Volks damit verschont werden.<\/p>\n<p>24] Aber in der Schule bei den Gelehrten, weil sie wohl bekannt und ohne allen Mi\u00dfverstand gebraucht, dadurch das Wesen eines jeden Dings, und was ihm zuf\u00e4lligerweise anh\u00e4ngt, eigentlich unterschieden [wird], werden solche Worte auch billig in der Disputation von der Erbsunde behalten.<\/p>\n<p>25] Denn der Unterschied zwischen Gottes und des Teufels Werk auf das deutlichste dadurch angezeigt [wird], weil der Teufel keine Substanz schaffen, sondern allein zuf\u00e4lligerweise aus Gottes Verh\u00e4ngnis die von Gott erschaffene Substanz verderben kann.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p>II. Vom freien Willen.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p>STATUS CONTROVERSIAE<\/p>\n<p>Die Hauptfrage in diesem Zwiespalt.<\/p>\n<p>1] Nachdem des Menschen Wille in vier ungleichen St\u00e4nden gefunden, n\u00e4mlich 1. vor dem Fall, 2. nach dem Fall, 3. nach der Wiedergeburt, 4. nach der Auferstehung des Fleisches, ist [so ist hier doch] die Hauptfrage allein von dem Willen und Verm\u00f6gen des Menschen im andern Stande, was derselbe nach dem Fall unserer ersten Eltern vor seiner Wiedergeburt ans ihm [aus sich] selbst in geistlichen Sachen f\u00fcr Kr\u00e4fte habe, und ob er verm\u00f6ge, aus seinen eigenen Kr\u00e4ften, zuvor und ehe er durch den Geist Gottes wiedergeboren, sich zur Gnade Gottes [zu] schicken und [zu] bereiten und die durch den Heiligen Geist im Wort und heiligen Sakramenten angebotene Gnade an[zu]nehmen oder nicht.<\/p>\n<p>AFFIRMATIVA.<\/p>\n<p>Reine Lehre verm\u00f6ge Gottes Worts von diesem Artikel.<\/p>\n<p>2] 1. Hiervon ist unsere Lehre, Glaube und Bekenntnis, da\u00df des Menschen Verstand und Vernunft in geistlichen Sachen blind, nichts verstehe aus seinen eigenen Kr\u00e4ften, wie geschrieben steht: &#8220;Der nat\u00fcrliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit und .kann es nicht begreifen, wenn er wird von geistlichen Sachen gefragt&#8221;, 1 Kor. 2!<\/p>\n<p>3] 2. Desgleichen glauben, lehren und bekennen wir, da\u00df des Menschen unwiedergeborner Wille nicht allein von Gott abgewendet, sondern auch ein Feind Gottes worden [geworden ist], da\u00df er nur Lust und Willen hat zum B\u00f6sen und was Gott zuwider ist, wie geschrieben steht: &#8220;Das Dichten des Menschenherzens ist b\u00f6se von Jugend auf&#8221;, Gen. 8; item: &#8220;Fleischlich gesinnet sein ist eine Feindschaft wider Gott, sintemal es dem Gesetz nicht untertan ist, denn es vermag es auch nicht&#8221;, R\u00f6m. 8. Ja, sowenig ein toter Leib sich selbst lebendig machen kann zum leiblichen, irdischen Leben, so wenig mag [kann] der Mensch, so durch die S\u00fcnde geistlich tot ist, sich selbst zum geistlichen Leben aufrichten; wie geschrieben steht: &#8220;Da wir tot waren in S\u00fcnden, hat er uns samt Christo lebendig gemacht&#8221;, Eph. 2. Darum wir auch: &#8220;aus uns selbst, als aus uns, nicht t\u00fcchtig sind, etwas Gutes zu gedenken, sondern das wir t\u00fcchtig sind, das ist von Gott&#8221;, 2 Kor. 3!<\/p>\n<p>4] 3. Die Bekehrung aber wirkt Gott der Heilige Geist nicht ohne Mittel, sondern gebraucht dazu die Predigt und das Geh\u00f6r Gottes Worts, wie geschrieben steht: &#8220;Das Evangelium ist eine Kraft Gottes, selig zu machen&#8221;, R\u00f6m. 1; item: &#8220;Der Glaube kommt aus dem Geh\u00f6r Gottes Worts&#8221;, R\u00f6m. 10. 5] Und ist Gottes Wille, da\u00df man sein Wort h\u00f6ren und nicht die Ohren verstopfen solle, Ps. 95. Bei solchem Wort ist der Heilige Geist gegenw\u00e4rtig und tut auf die Herzen, da\u00df sie, wie die Lydia in der Apostelgeschichte am 16. Kapitel, daraus merken und also bekehrt werden allein durch die Gnade und Kraft des Heiligen Geistes, dessen Werk allein ist die Bekehrung des Menschen. 6] Denn ohne seine Gnade ist unser Wollen und Laufen, unser Pflanzen, S\u00e4en und Begie\u00dfen alles nichts, R\u00f6m. 9; 1 Kor. 3, wenn er nicht das Gedeihen dazu verleiht, wie Christus sagt: &#8220;ohne mich verm\u00f6gt ihr nichts.&#8221; Mit welchen kurzen Worten er dem freien Willen seine Kr\u00e4fte abspricht und alles der Gnade Gottes zuschreibt, damit sich nicht jemand vor Gott r\u00fchmen m\u00f6chte, 1 Kor. 9, 16!<\/p>\n<p>NEGATIVA.<\/p>\n<p>Widerw\u00e4rtige falsche Lehre.<\/p>\n<p>7] Demnach verwerfen und verdammen wir alle nachfolgenden Irrt\u00fcmer als der Richtschnur Gottes Worts zuwider:<\/p>\n<p>8] 1. Den Schwarm der Philosophen, so man Stoicos genennet [genannt] hat, wie auch die Manich\u00e4er, die gelehrt haben, da\u00df alles, was geschehe, m\u00fcsse also geschehen und k\u00f6nne nicht anders geschehen, und da\u00df der Mensch alles aus Zwang t\u00fc, was er auch in \u00e4u\u00dferlichen Dingen handele, und zu b\u00f6sen Werken und Taten, als Unzucht, Raub, Mord, Diebstahl und dergleichen, gezwungen werde.<\/p>\n<p>9] 2. Wir verwerfen auch der groben Pelagianer Irrtum, die gelehrt haben, da\u00df der Mensch aus eigenen Kr\u00e4ften ohne die Gnade des Heiligen Geistes sich selbst zu Gott bekehren, dem Evangelio glauben, dem Gesetze Gottes mit Herzen gehorsamen und also Vergebung der S\u00fcnden und ewiges Leben verdienen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>10] 3. Wir verwerfen auch der Halbpelagianer Irrtum, welche lehren, da\u00df der Mensch aus eigenen Kr\u00e4ften den Anfang seiner Bekehrung machen, aber ohne die Gnade des Heiligen Geistes nicht vollbringen m\u00f6ge.<\/p>\n<p>11] 4. Item, da gelehrt wird, obwohl der Mensch mit seinem freien Willen vor seiner Wiedergeburt zu schwach, den Anfang zu machen und sich selbst aus eigenen Kr\u00e4ften zu Gott zu bekehren und Gottes Gesetz von Herzen gehorsam zu sein, jedoch, wenn der Heilige Geist mit der Predigt des Worts den Anfang gemacht und seine Gnade darin angeboten, da\u00df alsdann der Wille des Menschen aus seinen eigenen nat\u00fcrlichen Kr\u00e4ften etlicherma\u00dfen etwas, wiewohl wenig und schw\u00e4chlich, dazu tun, helfen und mitwirken, sich selbst zur Gnade schicken, bereiten, dieselbe ergreifen, annehmen und dem Evangelio glauben k\u00f6nne.<\/p>\n<p>12] 5. Item, da\u00df der Mensch, nachdem er wiedergeboren, das Gesetz Gottes vollkommen halten und g\u00e4nzlich erf\u00fcllen k\u00f6nne, und da\u00df solche Erf\u00fcllung unsere Gerechtigkeit vor Gott sei, mit welcher wir das ewige Leben verdienen.<\/p>\n<p>13] 6. Item, wir verwerfen und verdammen auch den Irrtum der Enthusiasten, welche dichten, da\u00df Gott ohne Mittel, ohne Geh\u00f6r Gottes Worts, auch ohne Gebrauch der heiligen Sakramente, die Menschen zu sich ziehe, erleuchte, gerecht und selig mache. Enthusiasten hei\u00dfen, die ohne die Predigt Gottes Worts auf himmlische Erleuchtung des Geistes warten.<\/p>\n<p>14] 7. Item, da\u00df Gott in der Bekehrung und Wiedergeburt des alten Adams Substanz und Wesen und sonderlich die vern\u00fcnftige Seele ganz vertilge und ein ne\u00fcs Wesen der Seele aus nichts in der Bekehrung und Wiedergeburt erschaffe.<\/p>\n<p>15] 8. Item, wenn diese Reden ohne Erkl\u00e4rung gebraucht [werden], da\u00df des Menschen Wille vor, in und nach der Bekehrung dem Heiligen Geist widerstrebe, und da\u00df der Heilige Geist gegeben werde denen, so ihm vors\u00e4tzlich und beharrlich Widerstreben; denn Gott in der Bekehrung aus den unwilligen Willige macht und in den Willigen wohnt, wie Augustinus redet.<\/p>\n<p>16] Was [so]dann die Reden der alten und ne\u00fcn Kirche ihrer belangt, als da gesagt Wird. Deus trahit, sed volentem trahit, das ist. Gott zeucht [zieht], zeucht aber, die da wollen: item. Hominis voluntas in conversione non est otiosa, sed agit aliquid, das ist: Des Menschen Wille ist nicht m\u00fc\u00dfig in der Bekehrung, sondern wirkt auch etwas. weil solche Reden zur Best\u00e4tigung des nat\u00fcrlichen freien Willens in der Bekehrung des Menschen wider die Lehre von der Gnade Gottes eingef\u00fchrt, halten wir, da\u00df sie der Form der gesunden Lehre nicht \u00e4hnlich und demnach, wenn von der Bekehrung zu Gott geredet wird, billig zu meiden seien.<\/p>\n<p>17] Dagegen aber wird recht geredet, da\u00df Gott in der Bekehrung durch das Ziehen des Heiligen Geistes aus widerspenstigen, unwilligen willige Menschen mache, und da\u00df nach solcher Bekehrung in t\u00e4glicher \u00dcbung der Bu\u00dfe des Menschen wiedergeborner Wille nicht m\u00fc\u00dfig gehe, sondern in allem Wirken [in allen Werken] des Heiligen Geistes, die er durch uns tut, auch mitwirke.<\/p>\n<p>18] 9. Item, das Doktor Luther geschrieben, da\u00df des Menschen Wille in seiner Bekehrung sich halte pure passive, das ist, da\u00df er ganz und gar nichts t\u00fc, da\u00df solches zu verstehen sei respectu divinae gratiae in accendendis novis motibus, das ist, wenn der Geist Gottes durch das geh\u00f6rte Wort oder durch den [Ge]Brauch der heiligen Sakramente des Menschen Willen angreift und wirkt die ne\u00fc Geburt und Bekehrung; denn so der Heilige Geist solches gewirkt und ausgerichtet [hat], und des Menschen Wille allein durch seine g\u00f6ttliche Kraft und Wirkung ge\u00e4ndert und erne\u00fcrt alsdann ist der ne\u00fc Wille des Menschen ein Instrument und Werkzeug Gottes des Heiligen Geistes, da\u00df er nicht allein die Gnade annimmt, sondern auch in folgenden Werken des Heiligen Geistes mitwirkt.<\/p>\n<p>19] Da\u00df also vor der Bekehrung des Menschen nur zwei wirkliche [bewirkende] Ursachen sich finden, n\u00e4mlich der Heilige Geist und das Wort Gottes, als das Instrument des Heiligen Geistes, dadurch er die Bekehrung wirkt, welches der Mensch h\u00f6ren soll, aber demselben nicht aus eigenen Kr\u00e4ften, sondern allein durch die Gnade und Wirkung Gottes des Heiligen Geistes Glauben geben und [es] annehmen kann.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p>III. Von der Gerechtigkeit des Glaubens vor Gott.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p>STATUS CONTROVERSIAE<\/p>\n<p>Hauptfrage in diesem Zwiespalt.<\/p>\n<p>1] Weil einhellig verm\u00f6ge Gottes Worts und nach Inhalt der Augsburgischen Konfession in unsern Kirchen bekannt [wird], da\u00df wir armen S\u00fcnder allein durch den Glauben an Christum vor Gott gerecht und selig werden, und also Christus allein unsere Gerechtigkeit sei, welcher wahrhaftiger Gott und Mensch ist, weil in ihm die g\u00f6ttliche und menschliche Natur miteinander pers\u00f6nlich vereinigt [sind], Jer. 23; 1 Kor. 1; 2 Kor. 5, ist eine Frage entstanden, nach welcher Natur Christus unsere Gerechtigkeit sei, und [sind] also zwei widerw\u00e4rtige Irrt\u00fcmer in etlichen Kirchen eingefallen.<\/p>\n<p>2] Denn der eine Teil hat gehalten, da\u00df Christus allein nach der Gottheit unsere Gerechtigkeit sei, wenn er durch den Glauben in uns wohnt, gegen welcher durch den Glauben einwohnenden Gottheit aller Menschen S\u00fcnde wie ein Tropfen Wasser gegen dem gro\u00dfen Meer [gegen welche durch den Glauben einwohnende Gottheit aller Menschen S\u00fcnde wie ein Tropfen Wasser gegen das grosse Meer] geachtet sei. Dagegen haben andere gehalten, Christus sei unsere Gerechtigkeit vor Gott allein nach der menschlichen Natur.<\/p>\n<p>AFFIRMATIVA.<\/p>\n<p>Reine Lehre der christlichen Kirche wider beide jetzt gesetzten Irrt\u00fcmer.<\/p>\n<p>3] 1. wider beide jetzt erz\u00e4hlten Irrt\u00fcmer glauben, lehren und bekennen wir einhelliglich, da\u00df Christus unsere Gerechtigkeit weder nach der g\u00f6ttlichen Natur allein noch auch nach der menschlichen Natur allein, sondern der ganze Christus nach beiden Naturen allein in seinem gehorsam sei, den er als Gott und Mensch dem Vater bis in Tod geleistet und uns damit Vergebung der S\u00fcnden und das ewige Leben verdient habe; wie geschrieben steht: &#8220;Gleich wie durch eines Menschen Ungehorsam viel S\u00fcnder worden, also durch eines Menschen Gehorsam werden viele gerecht&#8221;, R\u00f6m. 5.<\/p>\n<p>4] 2. Demnach glauben, lehren und bekennen wir, da\u00df unsere Gerechtigkeit vor Gott sei, da\u00df uns Gott die S\u00fcnde vergibt aus lauter Gnade, ohne alle unsere vor[her]gehenden, gegenw\u00e4rtigen oder nachfolgenden Werke, Verdienst oder W\u00fcrdigkeit, schenkt und rechnet uns zu die Gerechtigkeit des Gehorsams Christi, um welcher Gerechtigkeit willen wir bei Gott zu Gnaden angenommen und f\u00fcr gerecht gehalten werden.<\/p>\n<p>5] 3. Wir glauben, lehren und bekennen, da\u00df allein der Glaube das Mittel und das Werkzeug sei, damit wir Christum und also in Christo solche Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, ergreifen, um welches willen uns solcher Glaube zur Gerechtigkeit zugerechnet wird, R\u00f6m. 4.<\/p>\n<p>6] 4. Wir glauben, lehren und bekennen, das dieser Glaube nicht sei eine blo\u00dfe Erkenntnis der Historie von Christo, sondern eine solche Gabe Gottes, dadurch wir Christum, unsern Erl\u00f6ser, im Wort des Evangelii recht erkennen und auf ihn vertra\u00fcn, da\u00df wir allein um seines Gehorsams willen aus Gnaden Vergebung der S\u00fcnden haben, f\u00fcr fromm und gerecht von Gott dem Vater gehalten und ewig selig werden.<\/p>\n<p>7] 5. Wir glauben, lehren und bekennen, da\u00df nach Art Heiliger Schrift das Wort: &#8220;rechtfertigen&#8221; in diesem Artikel hei\u00dfe absolvieren, das ist, von S\u00fcnden ledig sprechen. : &#8220;Wer den Gottlosen recht spricht und den Gerechten verdammet, der ist vor dem Hern ein Gre\u00fcl&#8221;, Prov. 17; item: &#8220;Wer will die Auserw\u00e4hlten Gottes beschuldigen? Gott ist hie, der da gerecht machet&#8221;, R\u00f6m. 8.<\/p>\n<p>8] Und da an desselben Statt die Worte regeneratio und vivificatio, das ist, Lebendigmachung und Wiedergeburt, gebraucht [werden], wie in der Apologia geschieht, da\u00df es auch in gleichem Verstand geschehe, dadurch sonst die Erne\u00fcrung des Menschen verstanden und von der Rechtfertigung des Glaubens unterschieden wird.<\/p>\n<p>9] 6. Wir glauben, lehren und bekennen auch, unangesehen da\u00df den Rechtgl\u00e4ubigen und wahrhaftig Wiedergebornen auch noch viel Schwachheit und Gebrechen anh\u00e4ngt bis in die Grabe, da sie doch [da\u00df sie doch] der Ursache halben weder an ihrer Gerechtigkeit, so ihnen durch den Glauben zugerechnet, noch an ihrer Seelen Seligkeit zweifeln, sondern f\u00fcr gewi\u00df halten sollen, das sie um Christus\u2019 willen verm\u00f6ge der Verhei\u00dfung und Worts des heiligen Evangelii einen gn\u00e4digen Gott haben.<\/p>\n<p>10] 7. Wir glauben, lehren und bekennen, das zur Erhaltung reiner Lehre von der Gerechtigkeit des Glaubens vor Gott \u00fcber den particulis excIusivis, das ist, \u00fcber [den] nachfolgenden Worten des heiligen Apostels Pauli, dadurch der [das] Verdienst Christi von unsern Werken g\u00e4nzlich abgesondert und Christo die Ehre allein gegeben [wird], mit besonderem Flei\u00df zu halten sei, da der heilige Apostel Paulus schreibt: &#8220;Aus Gnaden, ohne Verdienst, ohne Gesetz, ohne Werke, nicht aus den Werken&#8221; welche Worte alle zugleich so viel hei\u00dfen als: allein durch den Glauben an Christum werden wir gerecht und selig.<\/p>\n<p>11] 8. Wir glauben, lehren und bekennen, da\u00df, obwohl vor[her]gehende Re\u00fc und nachfolgende gute Werke nicht in den Artikel der Rechtfertigung vor Gott geh\u00f6ren, jedoch soll nicht ein solcher Glaube gedichtet werden, der bei und neben einem b\u00f6sen Vorsatz zu s\u00fcndigen und wider das Gewissen zu handeln, sein und bleiben k\u00f6nnte; sondern nachdem der Mensch durch den Glauben gerechtfertigt worden, alsdann ist ein wahrhaftiger, lebendiger Glaube durch die Liebe t\u00e4tig, Gal. 5, also da\u00df die guten Werke dem gerechtmachenden Glauben allezeit folgen und bei demselben, da er rechtschaffen und lebendig, gewi\u00dflich erfunden werden; wie er denn nimmer allein ist, sondern allezeit Liebe und Hoffnung bei sich hat.<\/p>\n<p>ANTITHESIS oder NEGATIVA.<\/p>\n<p>Gegenlehre verworfen.<\/p>\n<p>12] Demnach verwerfen und verdammen wir alle nachfolgenden Irrt\u00fcmer:<\/p>\n<p>13] 1. Das Christus unsere Gerechtigkeit sei allein nach der g\u00f6ttlichen Natur;<\/p>\n<p>14] 2. Da\u00df Christus unsere Gerechtigkeit sei allein nach der menschlichen Natur;<\/p>\n<p>15] 3. Da\u00df in den Spr\u00fcchen der Propheten und Apostel, da von der Gerechtigkeit des Glaubens geredet wird, die Worte: &#8220;rechtfertigen&#8221; und: &#8220;gerechtfertigt werden&#8221; nicht sollen hei\u00dfen, von S\u00fcnden ledig sprechen oder gesprochen werden und Vergebung der S\u00fcnden erlangen, sondern von wegen der durch den Heiligen Geist eingegossenen Liebe, Tugend und daraus folgenden Werke mit der Tat vor Gott gerecht gemacht werden;<\/p>\n<p>16] 4. Das der Glaube nicht allein ansehe den Gehorsam Christi, sondern seine g\u00f6ttliche Natur, wie dieselbe in uns wohnt und wirkt, und durch solche Einwohnung unsere S\u00fcnden bedeckt werden;<\/p>\n<p>17] 5. Da\u00df der Glaube ein solch Vertra\u00fcn auf den Gehorsam Christi sei, welcher in einem Menschen sein und bleiben k\u00f6nne, der gleich keine wahrhaftige Bu\u00dfe habe, da auch keine Liebe folge, sondern [der Mensch] wider sein Gewissen in S\u00fcnden verharrt;<\/p>\n<p>18] 6. Da\u00df nicht Gott selbst, sondern allein die Gaben Gottes in den Gl\u00e4ubigen wohnen;<\/p>\n<p>19] 7. Da\u00df der Glaube darum selig mache, weil die Erneurung, so in der Liebe gegen Gott und den N\u00e4chsten stehe, in uns durch den Glauben angefangen werde;<\/p>\n<p>20] 8. Da\u00df der Glaube den Vorzug habe in der Rechtfertigung, gleichwohl geh\u00f6re auch die Erneurung und die Liebe zu unserer Gerechtigkeit vor Gott, dergestalt da\u00df sie wohl nicht die vornehmste Ursache unserer Gerechtigkeit, aber gleichwohl unsere Gerechtigkeit vor Gott ohne solche Liebe und Erneurung nicht ganz oder vollkommen sei;<\/p>\n<p>21] 9. Da\u00df die Gl\u00e4ubigen vor Gott gerechtfertigt werden und selig seien zugleich durch die zugerechnete Gerechtigkeit Christi und durch den angefangenen ne\u00fcn Gehorsam oder zum Teil durch die Zurechnung der Gerechtigkeit Christi, zum Teil aber durch den angefangenen ne\u00fcn Gehorsam;<\/p>\n<p>22] 10. Da\u00df uns die Verhei\u00dfung der Gnade zugeeignet werde durch den Glauben im Herzen und durch die [durch das] Bekenntnis, so mit dem Munde geschieht, und durch andere Tugenden;<\/p>\n<p>23] 11. Das der Glaube nicht rechtfertige ohne die guten Werke, also da\u00df die guten Werke notwendig zur Gerechtigkeit erfordert, ohne derselben Gegenw\u00e4rtigkeit der Mensch nicht gerechtfertigt werden k\u00f6nne.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p>IV. Von guten Werken.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p>STATUS CONTROVERSIAE<\/p>\n<p>Die Hauptfrage im Streit von den guten Werken.<\/p>\n<p>1] \u00dcber der Lehre von guten Werken sind zweierlei Spaltungen in etlichen Kirchen entstanden. Erstlich haben sich etliche Theologen \u00fcber nachfolgenden Reden getrennt, da der eine Teil geschrieben :<\/p>\n<p>2] 1. &#8220;Gute Werke sind n\u00f6tig zur Seligkeit; es ist unm\u00f6glich, ohne gute Werke selig zu werden&#8221;; item: &#8220;Es ist niemals jemand ohne gute Werke selig [ge]worden&#8221;; der andere aber dagegen geschrieben: &#8220;Gute Werke sind sch\u00e4dlich zur Seligkeit.&#8221;<\/p>\n<p>3] 2. Danach hat sich auch zwischen etlichen Theologen \u00fcber den beiden Worten: &#8220;n\u00f6tig&#8221; und: &#8220;frei&#8221; eine Trennung erhoben, da der eine Teil gestritten, man solle das Wort: &#8220;n\u00f6tig&#8221; nicht brauchen von dem ne\u00fcn Gehorsam, der nicht aus Not und Zwang, sondern aus freiwilligem Geist herflie\u00dfe; der andere Teil hat \u00fcber dem Wort: &#8220;n\u00f6tig&#8221; gehalten, weil solcher Gehorsam nicht in unserer Willk\u00fcr stehe, sondern die wiedergebornen Menschen schuldig seien, solchen Gehorsam zu leisten.<\/p>\n<p>4] Aus welcher Disputation \u00fcber den Worten nachmals ein Streit von der Sache an ihr selbst sich zugetragen, das der eine Teil gestritten, man sollte ganz und gar unter den Christen das Gesetz nicht treiben, sondern allein aus dem heiligen Evangelio die Leute zu guten Werken vermahnen; der andere hat es widersprochen.<\/p>\n<p>AFFIRMATIVA.<\/p>\n<p>Reine lehre der christlichen Kirche von diesem Streit.<\/p>\n<p>5] Zu gr\u00fcndlicher Erkl\u00e4rung und Hinlegung [Beilegung] dieses Zwiespalts ist unsere Lehre, Glaube und Bekenntnis:<\/p>\n<p>6] 1. Das gute Werke dem wahrhaftigen Glauben, wenn derselbe nicht ein toter, sondern ein lebendiger Glaube ist, gewi\u00dflich und ungezweifelt folgen als Fr\u00fcchte eines guten Baumes.<\/p>\n<p>7] 2. Wir glauben, lehren und bekennen auch, da\u00df die guten Werke gleich so wohl, wenn von der Seligkeit gefragt wird, als im Artikel der Rechtfertigung vor Gott g\u00e4nzlich ausgeschlossen werden sollen, wie der Apostel mit klaren Worten bezeugt, da er also geschrieben: &#8220;Nach welcher Weise auch David sagt, da\u00df die Seligkeit sei allein des Menschen, welchem Gott zurechnet die Gerechtigkeit ohne Zutun der Werke, da er spricht: Selig sind die, welchen ihre Ungerechtigkeit nicht zugerechnet wird&#8221;, R\u00f6m. 4; und abermals: &#8220;Aus Gnaden seid ihr selig worden; Gottes Gabe ist es, nicht aus den Werken, auf da\u00df sich nicht jemand r\u00fchme&#8221;, Eph. 2.<\/p>\n<p>8] 3. Wir glauben, lehren und bekennen auch, das alle Menschen, sonderlich aber die durch den Heiligen Geist wiedergeboren und erne\u00fcrt [sind], schuldig seien, gute Werke zu tun.<\/p>\n<p>9] 4. In welchem Verstande die Worte: &#8220;n\u00f6tig&#8221;, &#8220;sollen&#8221; und: &#8220;m\u00fcssen&#8221; recht und christlich auch von den Wiedergebornen gebraucht werden und keinesweges dem Vorbilde gesunder Worte und Reden zuwider sind.<\/p>\n<p>10] 5. Doch soll durch ermeldete Werke necessitas, necessarium, &#8220;Not&#8221; und: &#8220;notwendig&#8221;, wenn von den Wiedergebornen geredet [wird], nicht ein Zwang, sondern allein der schuldige Gehorsam verstanden werden, welchen die Rechtgl\u00e4ubigen [die wahrhaft Gl\u00e4ubigen], soviel sie wiedergeboren, nicht aus Zwang oder Treiben des Gesetzes, sondern aus freiwilligem Geiste leisten, weil sie nicht mehr unter dem Gesetze, sondern unter der Gnade sind, R\u00f6m. 7 und 8.<\/p>\n<p>11] 6. Demnach glauben, lehren und bekennen wir auch, wenn gesagt wird: Die Wiedergebornen tun gute Werke aus einem freien Geist, da\u00df solches nicht verstanden werden soll, als ob es in des wiedergebornen Menschen Willk\u00fcr stehe, Gutes zu tun oder zu lassen, wann er wolle, und gleichwohl den Glauben behalten m\u00f6ge, wenn er in S\u00fcnden vors\u00e4tzlich verharrt.<\/p>\n<p>12] 7. Welches doch anders nicht verstanden werden soll, denn wie es der Herr Christus und seine Apostel selbst erkl\u00e4ret [erkl\u00e4ren], n\u00e4mlich von dem freigemachten Geist, das er solches nicht t\u00fc aus Furcht der Strafe, wie ein Knecht, sondern aus Liebe der [ans Liebe zur] Gerechtigkeit, wie die Kinder, R\u00f6m. 8.<\/p>\n<p>13] 8. Wiewohl diese Freiwilligkeit in den Auserw\u00e4hlten Kindern Gottes nicht vollkommen, sondern mit gro\u00dfer Schwachheit beladen ist, wie St. Paulus \u00fcber sich selbst klagt R\u00f6m. 7, Gal. 5.<\/p>\n<p>14] 9. Welche Schwachheit doch der Her seinen Auserw\u00e4hlten nicht zurechnet um des Hern Christi willen, wie geschrieben steht: &#8220;Es ist nun nichts Verdammliches in denen, so in Christo Jeu sind&#8221;, R\u00f6m. 8.<\/p>\n<p>15] 10. Wir glauben, lehren und bekennen auch, da\u00df den Glauben und die Seligkeit in uns nicht die Werke, sondern allein der Geist Gottes durch den Glauben erhalte, des Gegenw\u00e4rtigkeit und Inwohnung [Einwohnung] die guten Werke Zeugen sind.<\/p>\n<p>NEGATIVA.<\/p>\n<p>Falsche Gegenlehre.<\/p>\n<p>16] 1. Demnach verwerfen und verdammen wir diese Weise zu reden, wenn gelehrt und geschrieben wird, da\u00df gute Werke n\u00f6tig seien zur Seligkeit; item, da\u00df niemand jemals ohne gute Werke sei selig [ge]worden; item, da\u00df es unm\u00f6glich sei, ohne gute Werke selig [zu] werden.<\/p>\n<p>17] 2. Wir verwerfen und verdammen diese blo\u00dfe Rede als \u00e4rgerlich und christlicher Zucht nachteilig, wenn geredet wird: Gute Werke sind sch\u00e4dlich zur Seligkeit.<\/p>\n<p>18] Denn besonders zu diesen letzten Zeiten nicht weniger vonn\u00f6ten [ist], die Leute zu christlicher Zucht und guten Werken zu vermahnen und zu erinnern, wie n\u00f6tig es sei, da\u00df sie zur Anzeigung ihres Glaubens und Dankbarkeit bei [gegen] Gott sich in guten Werken \u00fcben, als da\u00df die Werke in den Artikel der Rechtfertigung nicht eingemengt werden, weil .durch einen epikurischen Wahn vom Glauben die Menschen sowohl als durch das papistische und pharis\u00e4ische Vertra\u00fcn auf eigene Werke und Verdienste verdammt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>19] 3. Wir verwerfen und verdammen auch, wenn gelehrt wird, da\u00df der Glaube und Einwohnung des Heiligen Geistes nicht durch mutwillige S\u00fcnden verloren werden, sondern da\u00df die Heiligen und Auserw\u00e4hlten den Heiligen Geist behalten, wenn sie gleich in Ehebruch und andere S\u00fcnden fallen und darin verharren!<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p>V. Vom Gesetz und Evangelio.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p>STATUS CONTROVERSIAE<\/p>\n<p>Die Hauptfrage in diesem Zwiespalt.<\/p>\n<p>1] Ob die predigt des heiligen Evangelii eigentlich sei nicht allein eine Gnadenpredigt, die Vergebung der S\u00fcnden verk\u00fcndigt, sondern auch eine Bu\u00df= und Strafpredigt, welche den Unglauben straft, der im Gesetz nicht gestraft, sondern allein durch das Evangelium gestraft werde.<\/p>\n<p>AFFIRMATIVA.<\/p>\n<p>Reine Lehre Gottes Worts.<\/p>\n<p>2] 1. Wir glauben, lehren und bekennen, da\u00df der Unterschied des Gesetzes und Evangelii als ein besonder herrlich Licht mit gro\u00dfem Flei\u00df in der Kirche zu erhalten [sei], dadurch das Wort Gottes nach der Vermahnung St. Pauli recht geteilt wird.<\/p>\n<p>3] 2. Wir glauben, lehren und bekennen, da\u00df das Gesetz eigentlich sei eine g\u00f6ttliche Lehre, welche lehrt, was recht und Gott gef\u00e4llig, und straft alles, was S\u00fcnde und Gottes Willen zuwider ist.<\/p>\n<p>4] 3. Darum denn alles, was S\u00fcnde straft, ist und geh\u00f6rt zur Predigt des Gesetzes.<\/p>\n<p>5] 4. Das Evangelium aber sei eigentlich eine solche Lehre, die da lehrt, was der Mensch glauben soll, der das Gesetz nicht gehalten [hat] und durch dasselbe verdammt [wird], n\u00e4mlich das Christus alle S\u00fcnden geb\u00fc\u00dft und bezahlt und ihm ohne alle sein Verdienst erlangt und erworben habe Vergebung der S\u00fcnden, Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, und das ewige Leben.<\/p>\n<p>6] 5. Nachdem aber das Wort: &#8220;Evangelium&#8221; nicht in einerlei Verstand in Heiliger Schrift gebraucht [wird], daher denn dieser Zwiespalt urspr\u00fcnglich entstanden, so glauben, lehren und bekennen wir, wenn durch das Wort: &#8220;Evangelium&#8221; verstanden wird die ganze Lehre Christi, die er in seinem Lehramt, wie auch seine Apostel gef\u00fchrt (in welchem Verstande es denn Mark 1, Act. 20 gebraucht), da\u00df recht geredet und geschrieben [wird], das Evangelium sei eine Predigt von der Bu\u00dfe und Vergebung der S\u00fcnden.<\/p>\n<p>7] 6. Wenn aber das Gesetz und Evangelium, wie auch Moses selbst [als] ein Gesetzeslehrer, und Christus als ein Prediger des Evangeliums gegeneinander gehalten [werden], glauben, lehren und bekennen wir, da\u00df das Evangelium nicht eine Bu\u00df= oder Strafpredigt, sondern eigentlich anderes nichts denn eine Trostpredigt und fr\u00f6hliche Botschaft sei, die nicht straft noch schreckt, sondern wider das Schrecken des Gesetzes die Gewissen tr\u00f6stet, allein aus das Verdienst Christi weist und mit der lieblichen Predigt von der Gnade und Huld Gottes, durch Christus\u2019 Verdienst erlangt, wieder aufrichtet.<\/p>\n<p>8] 7. Was [so]dann die Offenbarung der S\u00fcnden belangt, weil die Decke Mosis allen Menschen vor den Augen h\u00e4ngt, solange sie die blo\u00dfe Predigt des Gesetzes und nichts von Christo h\u00f6ren und also ihre S\u00fcnde aus dem Gesetz nicht recht lernen erkennen, sondern entweder vermessene Heuchler werden wie die Pharis\u00e4er oder verzweifeln wie Judas, so nimmt Christus das Gesetz in seine H\u00e4nde und legt dasselbe geistlich aus, Matth. 5; R\u00f6m. 7. Und also wird Gottes Zorn vom Himmel herab geoffenbart \u00fcber alle S\u00fcnder, wie gro\u00df derselbe sei, dadurch sie in das Gesetz gewiesen werden, und alsdann aus demselben erst recht lernen ihre S\u00fcnde erkennen; welche Erkenntnis Moses nimmermehr aus ihnen h\u00e4tte erzwingen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>9] Demnach, obwohl die Predigt vom Leiden und Sterben Christi, des Sohnes Gottes, eine ernstliche und schreckliche Predigt und Anzeigen [Anzeigung, Kundgebung] Gottes Zorns ist, dadurch die Leute erst recht in das Gesetz gef\u00fchrt [werden], nachdem ihnen die Decke Mosis hinweggetan, da\u00df sie erst recht erkennen, wie gro\u00dfe Dinge Gott im Gesetz von uns erfordert, deren wir keines halten k\u00f6nnen, und demnach alle unsere Gerechtigkeit in Christo suchen sollen:<\/p>\n<p>10] 8. Doch solange dieses alles (n\u00e4mlich Christus\u2019 Leiden und Sterben) Gottes Zorn predigt und den Menschen schreckt, so ist es noch nicht des Evangelii eigentliche Predigt, sondern Mosis und des Gesetzes predigt und demnach ein fremdes Werk Christi, dadurch er kommt zu seinem eigenen Amt, das ist, Gnade predigen, tr\u00f6sten und lebendig machen, welches eigentlich die Predigt des Evangelii ist.<\/p>\n<p>NEGATIVA.<\/p>\n<p>Gegenlehre, so verworfen.<\/p>\n<p>11] Demnach verwerfen wir und halten es f\u00fcr unrecht und sch\u00e4dlich, wenn gelehrt wird, da\u00df das Evangelium eigentlich eine Bu\u00df= eine Strafpredigt und nicht allein eine Gnadenpredigt sei, dadurch das Evangelium wiederum zu einer Gesetzeslehre gemacht, das Verdienst Christi und Heilige Schrift verdunkelt, die Christen des rechten Trosts beraubt und dem Papsttum die T\u00fcr wiederum aufgetan wird.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p>VI. Vom dritten Brauch des Gesetzes.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p>STATUS CONTROVERSIAE<\/p>\n<p>Die Hauptfrage von diesem Streit.<\/p>\n<p>1] Nachdem das Gesetz den Menschen um dreierlei Ursache willen gegeben: erstlich, da\u00df dadurch \u00e4u\u00dferliche Zucht wider die Wilden, Ungehorsamen erhalten [werde]; zum andern, da\u00df die Menschen dadurch zur Erkenntnis ihrer S\u00fcnden gef\u00fchrt [werden]; zum dritten, nachdem sie wiedergeboren, und gleichwohl das Fleisch ihnen anh\u00e4ngt, da\u00df sie um desselben willen eine gewisse Regel h\u00e4tten, nach welcher sie ihr ganzes Leben anstellen und regieren sollen: hat sich ein Zwiespalt zwischen etlichen wenigen Theologen \u00fcber den dritten [Ge]Brauch des Gesetzes zugetragen, ob n\u00e4mlich auch bei den wiedergebornen Christen solches zu treiben sei oder nicht. Der eine Teil hat ja, der andere nein gesagt.<\/p>\n<p>AFFIRMATIVA.<\/p>\n<p>Die rechte christliche Lehre von diesem Streit.<\/p>\n<p>2] 1. Wir glauben, lehren und bekennen, obwohl die recht gl\u00e4ubigen und wahrhaftig zu Gott bekehrten Menschen vom Fluch und Zwang des Gesetzes durch Christum gefreiet [befreit] und ledig gemacht [sind], da\u00df sie doch der Ursache nicht ohne Gesetz seien, sondern darum von dem Sohn Gottes erl\u00f6st worden, das sie sich in demselben Tag und Nacht \u00fcben sollen, Ps. 119; wie denn unsere ersten Eltern auch vor dem Fall nicht ohne Gesetz gelebt welchen das Gesetz Gottes auch in das Herz geschrieben, da sie zum Ebenbild Gottes erschaffen worden, Gen. 2 und 3.<\/p>\n<p>3] 2. Wir glauben, lehren und bekennen, das die Predigt des Gesetzes nicht allein bei den Ungl\u00e4ubigen und Unbussfertigen, sondern auch bei den Rechtgl\u00e4ubigen [wahrhaftig Gl\u00e4ubigen], wahrhaftig Bekehrten, Wiedergebornen und durch den Glauben Gerechtfertigten mit Flei\u00df zu treiben sei.<\/p>\n<p>4] 3. Denn ob sie wohl wiedergeboren und in dem Geist ihres Gem\u00fcts verne\u00fcrt [sind], so ist doch solche Wiedergeburt und Erneurung in dieser Welt nicht vollkommen, sondern nur angefangen, und stehen die Gl\u00e4ubigen mit dem Geist ihres Gem\u00fcts in einem stetigen Kampf wider das Fleisch, das ist, wider die verderbte Natur und Art, so uns bis in [den] Tod anh\u00e4ngt; um welches alten Adams wiIlen, so im Verstande, WiIlen und alIen Kr\u00e4ften des Menschen noch steckt, damits sie nicht aus menschlicher Andacht eigenwilIige und [selbst] erw\u00e4hlte Gottesdienste vornehmen, ist vonn\u00f6ten, da\u00df ihnen das Gesetz des Hern immer vorleuchte, desgleichen, da\u00df auch der alte Adam nicht seinen eigenen WiIlen gebrauche, sondern wider seinen WiIlen nicht allein durch Vermahnung und Dr\u00e4uung [Drohung] des Gesetzes, sondern auch mit den Strafen und Plagen gezwungen [werde], da\u00df er dem Geist folge und sich gefangen gebe, 1 Kor. 9; R\u00f6m. 6. 7. 12; Gal. 5. 6; Ps. 119; Hebr. 13.<\/p>\n<p>5] 4. Was [so]dann den Unterschied der Werke des Gesetzes und der Fr\u00fcchte des Geistes belangt, glauben, lehren und bekennen wir, da\u00df die Werke, so nach dem Gesetz geschehen, so lange Werke des Gesetzes seien und genennet [genannt] werden, solange sie allein durch Treiben der Strafen und Dr\u00e4uung Gottes Zorns aus den Menschen erzwungen werden.<\/p>\n<p>6] 5. Fr\u00fcchte aber des Geistes sind die Werke, welche der Geist Gottes, so in den Gl\u00e4ubigen wohnt, wirkt durch die Wiedergebornen, und [die] von den Gl\u00e4ubigen geschehen, soviel sie wiedergeboren sind, als wenn sie von keinem Gebot Dr\u00e4\u00fcn oder Belohnung wu\u00dften; dergestalt denn die Kinder Gottes im Gesetz leben und nach dem Gesetz Gottes wandeln, welches St. Paulus in seinen Episteln das Gesetz Christi und das Gesetz des Gem\u00fcts nennt [*, und gleichwohl nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade, R\u00f6m. 7 und 8].<\/p>\n<p>7] 6. Also ist und bleibt das Gesetz beides bei den Bu\u00dffertigen und Unbu\u00dffertigen, bei wiedergebornen und nichtwiedergebornen Menschen ein einiges Gesetz, n\u00e4mlich der Unwandelbare Wille Gottes, Und ist der Unterschied, soviel den Gehorsam belangt, aIlein an dem [an den] Menschen, da einer, so noch nicht wiedergeboren, dem Gesetz aus Zwang und unwiIlig (wie auch die Wiedergebornen nach dem Fleisch tut, was [es] von ihm erfordert, der Gl\u00e4ubige aber ohne Zwang mit wiIligem Geist, soviel er neugeboren, tut, das keine Dr\u00e4uungen des Gesetzes aus ihm nimmermehr erzwingen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>NEGATIVA.<\/p>\n<p>Falsche Gegenlehre.<\/p>\n<p>8] Demnach verwerfen wir als eine sch\u00e4dliche, christlicher Zucht und wahrhaftiger Gottseligkeit widerw\u00e4rtige Lehre und Irrtum, wenn gelehrt wird, da\u00df das Gesetz obgemeldeter Weise und Ma\u00df nicht bei den Christen und Rechtgl\u00e4ubigen, sondern aIlein bei den Ungl\u00e4ubigen, Unchristen und Unbu\u00dffertigen getrieben werden soIl.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p>VII. Vom heiligen Abendmahl Christi.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p>1] Wiewohl die zwinglischen Lehrer nicht unter die Augsburgische Konfessionsverwandten Theologen zu rechnen, als von denen sie sich gleich damals, als solche Konfession \u00fcbergeben worden, abgesondert [haben], jedoch, weil sie sich mit eindringen und ihren Irrtum unter derselben christlichen Konfession Namen au\u00dfubringen [*au\u00dfubreiten] unterstehen, haben wir von diesem Zwiespalt auch notd\u00fcrftigen Bericht tun woIlen.<\/p>\n<p>STATUS CONTROVERSIAE<\/p>\n<p>Der Hauptstreit zwischen unserer und der Sakramentierer Lehre in diesem Artikel.<\/p>\n<p>2] Ob in dem heiligen Abendmahl der wahrhaftige Leib und Blut unsers Hern Jeu Christi wahrhaftig und wesentlich gegenw\u00e4rtig sei, mit Brot und Wein ausgeteilt und mit dem Munde empfangen werde von aIlen denen, so sich dieses Sakraments gebrauchen, sie seien w\u00fcrdig oder unw\u00fcrdig, fromm oder unfromm, gl\u00e4ubig oder ungl\u00e4ubig, den Gl\u00e4ubigen zum Trost und Leben, den Ungl\u00e4ubigen zum Gericht? Die Sakramentierer sagen nein, wir sagen ja.<\/p>\n<p>3] Zur Erkl\u00e4rung dieses Streits ist anf\u00e4nglich zu merken, da\u00df zweierlei Sakramentierer seien. Etliche sind grobe Sakramentierer, welche mit deutschen, klaren Worten vorgeben, wie sie im Herzen halten, da\u00df im heiligen Abendmahl mehr nicht denn Brot und Wein gegenw\u00e4rtig sei, ausgeteilt und mit dem Munde empfangen werde. 4] Etliche aber sind verschlagene und die aIlersch\u00e4dlichsten Sakramentierer, die zum Teil mit unsern Worten ganz scheinbar reden und vorgeben, sie glauben auch eine wahrhaftige Gegenw\u00e4rtigkeit des wahrhaftigen, wesentlichen, lebendigen Leibes und Blutes Christi im heiligen Abendmahl, doch solches geschehe geistlich, durch den Glallben; 5] welche doch unter diesen scheinbaren [scheinbar wahren] Worten eben die erste grobe Meinung behalten, da\u00df n\u00e4mlich nichts denn Brot und Wein im heiligen Abendmahl gegenw\u00e4rtig fei und mit dem Munde empfangen werde; denn geistlich heist ihnen anders nichts denn den [denn der] Geist Christi oder die Kraft des abwesenden Leibes Christi und sein Verdienst, welcher [welches] gegenw\u00e4rtig sei; der Leib Christi aber sei aus keinerlei Weise noch Wege gegenw\u00e4rtig, sondern allein droben im obersten Himmel, zu dem wir mit den Gedanken unsers Glaubens in [den] Himmel uns erheben und daselbst, aber gar nicht bei Brot und Wein des Abendmahls, solchen seinen Leib und Blut suchen soIlen. [In dem von Selneccer 1680 herausgegebenen lateinischen Konkordienbuch lautet der Abschnitt: &#8220;Vocabulum enim &#8230; praesens sit&#8221; also: &#8220;VocabuIum enim spiritualiter nihil aIiud ipsis significat quam Spiritum Christi, quem praesentem esse credunt, aut sub eo vocubulo virtutem absentis corporis Christi eiusque meritum intelligunt.&#8221; Mehreren Handschriften zufolge lautet der entsprechende deutsche Text: &#8220;Denn, geistlich\u2019 hei\u00dft ihnen anders nichts denn den (der) Geist Christi, welcher gegenw\u00e4rtig sei, oder die Kraft des abwesenden Leibes Christi und sein Verdienst.&#8221;]<\/p>\n<p>AFFIRMATIVA.<\/p>\n<p>Bekenntnis reiner Lehre vom heiligen Abendmahl wider die Sakramentierer.<\/p>\n<p>6] l. Wir glauben, lehren und bekennen, da\u00df im heiligen Abendmahl der Leib und Blut Christi wahrhaftig und wesentlich gegenw\u00e4rtig sei, mit Brot und Wein wahrhaftig ausgeteilt und empfangen werde.<\/p>\n<p>7] 2. Wir glauben, lehren und bekennen, da\u00df die Worte des Testaments Christi nicht anders zu verstehen seien, denn wie sie nach dem Buchstaben lauten, also da\u00df nicht das Brot den abwesenden Leib und der Wein das abwesende Blut Christi bedeute, sondern da\u00df es wahrhaftig um sakramentlicher Einigkeit willen der Leib und Blut Christi sei. [Der letzte Satz: &#8220;sondern da\u00df &#8230; Christi sei&#8221; lautete im Entwurf und in s\u00e4mtlichen Ansbacher und Augsburger Handschriften: &#8220;sondern da\u00df es wahrhaftig um sakramentlicher Einigkeit willen der Leib und Blut Christi wahrhaftig sei&#8221;. Einer der Redaktoren setzte die Frage an den Rand: &#8220;ob nicht das eine Wort wahrhaftig au\u00dfulassen?&#8221; Statt blo\u00dfer Tilgung des Wortes wurde jedoch durch die Sorglosigkeit der Korrecktoren die Frage selbst in den Text zwischen: &#8220;Christi&#8221; und: &#8220;sie&#8221; einger\u00fcckt. Chemnitz, der diesen Druckfehler als pudendum erratum bezeichnet, trug darauf an, da\u00df der betreffende Bogen umgedruckt werde. In den Exemplaren, welche der Kurf\u00fcrst an die F\u00fcrsten und Reichsst\u00e4nde versandte, wurde der Fehler auch korrigiert, aber nicht in allen andern Exemplaren. Typographorum sordida avaritia obstitit, sagt Chemnitz. In den f\u00fcnf von uns verglichenen Exemplaren des zu Dresden gedruckten Kondordienbuchs mit den Jahre\u00dfahlen 1580 und 1579 findet sich das pudendum erratum nicht.]<\/p>\n<p>8] 3. Was [so]dann die Konsekration belangt, glauben, lehren und bekennen wir, das solche Gegenw\u00e4rtigkeit des Leibes und Blutes Christi im heiligen Abendmahl nicht schaffe einiges Menschenwerk oder sprechen des Dieners, sondern da\u00df solche einig und allein der allm\u00e4chtigen Kraft des Hern Jeu Christi zugeschrieben werden soll.<\/p>\n<p>9] 4. Daneben aber glauben, lehren und halten [*bekennen] wir auch einhellig, da\u00df im Gebrauch des heiligen Abendmahls die Worte der Einsetzung Christi keineswegs zu unterlassen, sondern \u00f6ffentlich gesprochen Werden sollen, wie geschrieben steht: &#8220;Der gesegnete Kelch, den wir segnen&#8221; usw., 1 Kor 10, 16, welches Segnen durch das sprechen der Worte Christi geschieht.<\/p>\n<p>10] 5. Die Grunde aber, daraus wir in diesem Handel stehen wider die Sakramentierer, sind, wie D. Luther solche in seinem gro\u00dfen Bekenntnis gesetzt hat.<\/p>\n<p>11] Der erste ist dieser Artikel unsers christlichen Glaubens: Jesus Christus ist wahrhaftiger, wesentlicher, nat\u00fcrlicher, v\u00f6lliger Gott und Mensch, in einer Person unzertrennt und ungeteilt.<\/p>\n<p>12] Der andere: da\u00df Gottes rechte Hand allenthalben ist, zu welcher Christus, nach seiner menschlichen Natur mit der Tat und Wahrheit gesetzt, gegenw\u00e4rtig regiert, in seinen H\u00e4nden und unter seinen F\u00fc\u00dfen hat alles, was im Himmel und auf Erden ist, dahin sonst kein Mensch noch Engel, sondern allein Mari\u00e4 Sohn gesetzt ist, daher er auch solches vermag.<\/p>\n<p>13] Der dritte: da\u00df Gottes Wort nicht falsch ist oder l\u00fcge.<\/p>\n<p>14] Der vierte: da\u00df Gott mancherlei Weise hat und wei\u00df, etwa [irgendwo] an einem Orte zu sein, und nicht allein die einige, welche die Philosophi localem oder r\u00e4umliche nennen.<\/p>\n<p>15] 6. Wir glauben, lehren und bekennen, da\u00df der Leib und Blut Christi nicht allein geistlich durch den Glauben, sondern auch m\u00fcndlich, doch nicht aus kapernaitische, sondern [aus] \u00fcbernat\u00fcrliche, himmlische Weise um der sakramentlichen Vereinigung willen mit dem Brot und Wein empfangen werde, wie solches die Worte Christi kl\u00e4rlich ausweisen, da Christus hei\u00dfet [befiehlt zu] nehmen, essen und trinken, wie denn von den Aposteln geschehen; denn geschrieben steht: &#8220;und sie tranken alle daraus&#8221;, Mark. 14. Desgleichen St. Paulus sagt: &#8220;Das Brot, das wir brechen, ist eine Gemeinschaft des Leibes Christi&#8221;, das ist: Wer dies Brot i\u00dft, der i\u00dft den Leib Christi; welches auch einhellig die vornehmsten alten Kirchenlehrer, Chrysostomus, Cyprianus, Leo I., Gregorius, Ambrosius, Augustinus, bezeugen.<\/p>\n<p>16] 7. Wir glauben, lehren und bekennen, da\u00df nicht aIlein die Rechtgl\u00e4ubigen [wahrhaft Gl\u00e4ubigen] und W\u00fcrdigen, sondern auch die Unw\u00fcrdigen und Ungl\u00e4ubigen empfangen den wahrhaftigen Leib und Blut Christi, doch nicht zum Leben und Trost, sondern zum Gericht und Verdammnis, wenn sie sich nicht bekehren und Bu\u00dfe tun, 1 Kor. 11.<\/p>\n<p>17] Denn ob sie wohl Christum als einen Seligmacher von sich sto\u00dfen, so m\u00fcssen sie ihn doch, auch wider ihren willen, als einen strengen Richter zulassen, welcher so [ebenso] gegenw\u00e4rtig das Gericht auch in den unbu\u00dffertigen G\u00e4sten \u00fcbt und erzeigt, als gegenw\u00e4rtig er Leben und Trost in den Herzen der Rechtgl\u00e4ubigen und w\u00fcrdigen G\u00e4ste wirkt.<\/p>\n<p>18] 8. Wir glauben, lehren und bekennen auch, da\u00df nur einerlei unw\u00fcrdige G\u00e4ste sind, n\u00e4mlich die nicht glauben, von welchen geschrieben steht: &#8220;Wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet&#8221;, Joh. 3; welches Gericht durch unw\u00fcrdigen [Ge]Brauch des heiligen Sakraments geh\u00e4uft, gr\u00f6\u00dfer und schwerer wird, 1 Kor. 11.<\/p>\n<p>9] 9. Wir glauben, lehren und bekennen, da\u00df kein Rechtgl\u00e4ubiger, solange er den lebendigen Glauben beh\u00e4lt, wie schwach er auch sein m\u00f6chte, das heilige Abendmahl zum Gericht empfange, welches sonderlich den schwachgl\u00e4ubigen, doch bu\u00dffertigen Christen zum Trost und St\u00e4rkung ihres schwachen Glaubens eingesetzt worden.<\/p>\n<p>20] 10. Wir glauben, lehren und bekennen, da\u00df alle W\u00fcrdigkeit der Tischg\u00e4ste dieser himmlischen Mahlzeit sei und stehe aIlein in dem alIerheiligsten Gehorsam und voIlkommenen Verdienst Christi, welches wir uns durch wahrhaftigen Glauben z\u00fcignen und des durch das Sakrament versichert werden, und gar nicht in unsern Tugenden, innerlichen und \u00e4u\u00dferlichen Bereitungen.<\/p>\n<p>NEGATIVA.<\/p>\n<p>Widerw\u00e4rtige verdammte Lehre der Sakramentierer.<\/p>\n<p>21] Dagegen verwerfen und verdammen wir einhellig aIle nachfolgenden irrigen Artikel, so der jetzt gesetzten Lehre, einf\u00e4ltigem Glauben und Bekenntnis vom Abendmahl Christi entgegen und zuwider sind:<\/p>\n<p>22] 1. Die p\u00e4pstische Transsubstantiation, da im Papsttum gelehrt wird, da\u00df Brot und Wein im heiligen Abendmahl ihre Substanz und nat\u00fcrlich Wesen verlieren und also zunichte werden, da\u00df es in den Leib Christi verwandelt werde, und aIlein die \u00e4u\u00dferliche Gestalt bleibe.<\/p>\n<p>23] 2. Die p\u00e4pstische Opfermesse f\u00fcr die S\u00fcnden der Lebendigen und Toten.<\/p>\n<p>24] 3. Da\u00df den Laien nur eine Gestalt des Sakraments gegeben, und wider die offenbaren Worte des Testaments Christi der Kelch ihnen vorgehalten [vorenthalten], und [sie] seines Bluts beraubt werden!<\/p>\n<p>25] 4. Wenn gelehrt wird, das die Worte des Testaments Christi nicht einf\u00e4ltig verstanden oder geglaubt werden sollen, wie sie lauten, sondern da\u00df es dunkle Reden seien, deren Verstand man erst an andern Orten suchen m\u00fcsse!<\/p>\n<p>26] 5. Da\u00df der Leib Christi im heiligen Abendmahl nicht m\u00fcndlich mit dem Brot, sondern allein Brot und Wein mit dem Munde, der Leib Christi aber allein geistlich durch den Glauben empfangen werde.<\/p>\n<p>27] 6. Das Brot und Wein im heiligen Abendmahl nicht mehr denn Kennzeichen seien, dadurch die Christen einander erkennen.<\/p>\n<p>28] 7. Da\u00df Brot und Wein allein Bedeutungen, Gleichnisse und Anbildungen [Abbildungen] des weit abwesenden Leibes und Blutes Christi seien.<\/p>\n<p>29] 8. Da\u00df Brot und Wein nicht mehr denn Denkzeichen, Siegel und Pfand seien, durch welche wir versichert [w\u00fcrden], wenn sich der Glaube \u00fcber sich in [den] Himmel schwinge, da\u00df er daselbst so wahrhaftig des Leibes und Blutes Christi teilhaftig werde, so wahrhaftig wir im Abendmahl Brot und Wein essen und trinken.<\/p>\n<p>30] 9. Das die Versicherung und Bekr\u00e4ftigung unsers Glaubens im heiligen Abendmahl geschehe allein durch die \u00e4u\u00dferlichen Zeichen Brotes und Weines und nicht durch den wahrhaftigen gegenw\u00e4rtigen Leib und Blut Christi.<\/p>\n<p>31] 10. Da\u00df im heiligen Abendmahl allein die Kraft, Wirkung und Verdienst des abwesenden Leibes und Blutes Christi ausgeteilt werde.<\/p>\n<p>32] 11. Da\u00df der Leib Christi also im Himmel beschlossen [eingeschlossen sei], da\u00df er aus keinerlei Weise zumal und zu einer Zeit an vielen oder allen Orten gegenw\u00e4rtig sein k\u00f6nne auf Erden, da sein heiliges Abendmahl gehalten wird.<\/p>\n<p>33] 12. Da\u00df Christus die wesentliche Gegenw\u00e4rtigkeit seines Leibes und Blutes im heiligen Abendmahl nicht habe verhei\u00dfen noch leisten k\u00f6nnen, weil die Natur und Eigenschaft seiner angenommenen menschlichen Natur solches nicht leiden noch zugeben k\u00f6nne.<\/p>\n<p>34] 13. Das Gott nach aller seiner Allm\u00e4chtigkeit (welches erschrecklich zu h\u00f6ren) nicht verm\u00f6ge zu verschaffen, da\u00df sein Leib auf eine Zeit mehr denn an einem Ort wesentlich gegenw\u00e4rtig sei.<\/p>\n<p>35] 14. Da\u00df nicht die allm\u00e4chtigen Worte des Testaments Christi, sondern der Glaube die Gegenw\u00e4rtigkeit des Leibes und Blutes Christi im heiligen Abendmahl schaffe und mache.<\/p>\n<p>36] 15. Da\u00df die Gl\u00e4ubigen den Leib Christi nicht bei dem Brot und Wein des heiligen Abendmahls suchen, sondern ihre Augen von dem Brot in [den] Himmel erheben und daselbst den Leib Christi suchen sollen.<\/p>\n<p>37] 16. Da\u00df die ungl\u00e4ubigen, unbu\u00dffertigen Christen im heiligen Abendmahl nicht den wahrhaftigen Leib und Blut Christi, sondern allein Brot und Wein empfangen.<\/p>\n<p>38] 17. Da\u00df die W\u00fcrdigfeit der G\u00e4ste bei dieser himmlischen Mahlzeit nicht allein im wahrhaftigen Glauben an Christum, sondern auch aus der Menschen \u00e4userlicher Bereitung stehe.<\/p>\n<p>39] 18. Das auch die Rechtgl\u00e4ubigen, so einen wahrhaftigen, lebendigen, reinen Glauben an Christum haben und behalten, dies Sakrament zum Gericht empfangen k\u00f6nnen darum, das sie im \u00e4u\u00dferlichen Wandel noch unvollkommen sind.<\/p>\n<p>40] 19. Das die \u00e4u\u00dferlichen sichtbaren Elemente Brotes und Weines im heiligen Sakrament sollen angebetet werden.<\/p>\n<p>41] 20. Desgleichen befehlen wir auch dem [ge=]rechten Gericht Gottes alle vorwitzigen, sp\u00f6ttischen, l\u00e4sterlichen Fragen (so Zucht halben nicht zu erz\u00e4hlen) und Reden, so aus grobe, fleischliche, kapernaitische und abscheuliche Weise von den \u00fcbernat\u00fcrlichen, himmlischen Geheimnissen dieses Sakraments ganz l\u00e4sterlich und mit gro\u00dfem \u00cbrgernis durch die Sakramentierer vorgebracht werden.<\/p>\n<p>42] 21. Wie wir denn hiermit das kapernaitische Essen des Leibes Christi, als wenn man sein Fleisch mit Z\u00e4hnen zerrisse und wie andere Speise verdaute, welches die Sakramentierer wider das Zeugnis ihres Gewissens, \u00fcber all unser vielf\u00e4ltig Bezeugen, uns mutwillig ausdringen und dergestalt unsere Lehre bei ihren Zuh\u00f6rern verha\u00dft machen, g\u00e4nzlich Verdammen und dagegen halten und glauben, verm\u00f6ge der einf\u00e4ltigen Worte des Testaments Christi, ein wahrhaftig, doch \u00fcbernat\u00fcrlich Essen des Leibes Christi wie auch Trinken seines Blutes, welches menschliche Sinne und Vernunft nicht begreifen, sondern unsern [sondern unser] Verstand in den Gehorsam Christi, wie in allen andern Artikeln des Glaubens, gefangengenommen [werden mu\u00df], und solch Geheimnis anders nicht denn allein mit [dem] Glauben gefa\u00dft und im Wort geoffenbart wird.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p>VIII. Von der Person Christi.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p>1] Aus dem Streit von dem heiligen Abendmahl ist zwischen den reinen Theologen Augsburgischer Konfession und den Calvinisten (welche auch etliche andere Theologen irregemacht) eine Uneinigkeit entstanden von der Person Christi, von beiden Naturen in Christo und ihren Eigenschaften.<\/p>\n<p>STATUS CONTROVERSIAE<\/p>\n<p>Hauptstreit in diesem Zwiespalt.<\/p>\n<p>2] Die Hauptfrage aber ist gewesen, ob die g\u00f6ttliche und menschliche Natur um der pers\u00f6nlichen Vereinigung willen realiter, das ist, mit [der] Tat und Wahrheit, in der Person Christi wie auch derselben Eigenschaften miteinander Gemeinschaft haben, und wie weit sich solche Gemeinschaft erstrecke.<\/p>\n<p>3] Die Sakramentierer haben vor[ge]geben, die g\u00f6ttliche und menschliche Natur in Christo seien also pers\u00f6nlich vereinigt, da\u00df keine mit der andern realiter, das ist, mit der Tat und Wahrheit, was einer jeden Natur eigen ist, sondern mehr nicht denn allein den Namen gemein haben. Denn unio, sagen sie schlecht, facit communia nomina, das ist, die pers\u00f6nliche Vereinigung macht mehr nicht denn die Namen gemein, das n\u00e4mlich Gott Mensch und Mensch Gott genennet [genannt] wird, doch also, da\u00df Gott nichts mit der Menschheit und die Menschheit nichts mit der Gottheit, derselben Majest\u00e4t und Eigenschaften realiter, das ist, mit der Tat und Wahrheit, gemein habe. Das Widerspiel hat D. Luther, und die es mit ihm gehalten, wider die Sakramentierer gestritten [verfochten].<\/p>\n<p>AFFIRMATIVA.<\/p>\n<p>Reine Lehre der Christlichem Kirche von der Person Christi.<\/p>\n<p>4] Solchen Streit zu erkl\u00e4ren und nach Anleitung unsers christlichen Glaubens hinzulegen [beizulegen], ist unsere Lehre, Glaube und Bekenntnis, folgt:<\/p>\n<p>5] 1. Das die g\u00f6ttliche und menschliche Natur in Christo pers\u00f6nlich vereinigt [sind], also da\u00df nicht zwei Christus, einer Gottes, der andere des Menschen Sohn, sondern ein einiger [ein und derselbe] Sohn Gottes und des Menschen Sohn sei, Luk. 1; R\u00f6m. 9.<\/p>\n<p>6] 2. Wir glauben, lehren und bekennen, da\u00df die g\u00f6tliche und menschliche Natur nicht in ein Wesen vermengt, keine in die andere verwandelt [sei], sondern eine jede ihre wesentlichen Eigenschaften behalte, welche der andern Natur Eigenschaften nimmermehr werden.<\/p>\n<p>7] 3. Die Eigenschaften g\u00f6ttlicher Natur sind: allm\u00e4chtig, ewig, unendlich, nach Eigenschaft der Natur und ihres nat\u00fcrlichen Wesens, f\u00fcr sich selbst, allenthalben gegenw\u00e4rtig sein, alles wissen usw., welche der menschlichen Natur Eigenschaften nimmermehr werden.<\/p>\n<p>8] 4. Die Eigenschaften menschlicher Natur sind: ein leiblich Gesch\u00f6pf oder Kreatur sein, Fleisch und Blut sein, endlich und umschrieben sein, leiden, sterben, auf= und niederfahren, von einem Ort zum andern sich bewegen, Hunger, Durst, Frost, Hitze leiden und dergleichen, welche der g\u00f6ttlichen Natur Eigenschaften nimmermehr werden.<\/p>\n<p>9] 5. Nachdem beide Naturen pers\u00f6nlich, das ist, in einer Person, vereinigt [sind], glauben, lehren und bekennen wir, da\u00df diese Vereinigung nicht eine solche Verkn\u00fcpfung und Verbindung sei, da\u00df keine Natur mit der andern pers\u00f6nlich, das ist, um der pers\u00f6nlichen Vereinigung willen, etwas gemein haben soll; als, wenn einer zwei Bretter zusammnenleimt, da keines dem andern etwas gibt oder von dem andern nimmt, sondern hier ist die h\u00f6chste Gemeinschaft, welche Gott mit dem Menschen wahrhaftig hat, aus welcher pers\u00f6nlichen Vereinigung und der daraus erfolgenden h\u00f6chsten und unaussprechlichen Gemeinschaft alles herfleu\u00dft, was menschlich von Gott und g\u00f6ttlich vom Menschen Christo gesagt und geglaubt wird; wie solche Vereinigung und Gemeinschaft der Naturen die alten Kirchenlehrer durch die [durch das] Gleichnis eines feurigen Eisens wie auch der Vereinigung Leibes und der Seele im Menschen erkl\u00e4rt haben.<\/p>\n<p>10] 6. Daher glauben, lehren und bekennen wir, da\u00df Gott Mensch und Mensch Gott sei, welches nicht sein k\u00f6nnte, wenn die g\u00f6ttliche und menschliche Natur allerdings keine Gemeinschaft in Tat und Wahrheit miteinander h\u00e4tten.<\/p>\n<p>11] Denn wie k\u00f6nnte der Mensch, Marien Sohn, Gott oder Gottes des Allerh\u00f6chsten Sohn mit Wahrheit genennet [genannt] werden oder sein, wenn seine Menschheit mit Gottes Sohn nicht pers\u00f6nlich vereinigt und also realiter, das ist, mit der Tat und Wahrheit, nichts, sondern nur den Namen Gottes mit ihm gemein h\u00e4tte?<\/p>\n<p>12] 7. Daher glauben, lehren und bekennen wir, das Maria nicht einen blosen, purlauteren Menschen, sondern den wahrhaftigen Sohn Gottes empfangen und geboren habe, darum sie auch recht [mit Recht] die Mutter Gottes genennet wird und auch wahrhaftig ist.<\/p>\n<p>13] 8. Daher glauben, lehren und bekennen wir auch, da\u00df nicht ein purlauterer Mensch f\u00fcr uns gelitten, gestorben, begraben, gen H\u00f6lle gefahren, von Toten erstanden, gen Himmel gefahren und gesetzt zur Majest\u00e4t und allm\u00e4chtigen Kraft Gottes, sondern ein solcher Mensch, des menschliche Natur mit dem Sohn Gottes so eine tiefe, unaussprechliche Vereinigung und Gemeinschaft hat, da\u00df sie mit ihm eine Person ist.<\/p>\n<p>14] 9. Darum wahrhaftig der Sohn Gottes f\u00fcr uns gelitten [hat], doch nach Eigenschaft der menschlichen Natur, welche er in Einigkeit seiner g\u00f6ttlichen Person angenommen und ihm [und sich] eigen gemacht, da\u00df er leiden und unser Hoherpriester zu unserer Vers\u00f6hnung mit Gott sein k\u00f6nnte, wie geschrieben steht: &#8220;Sie haben den Hern der Herrlichkeit gekreuziget&#8221;; und: &#8220;Mit Gottes Blut sind wir erl\u00f6set worden&#8221;, 1 Kor. 2; Act. 20.<\/p>\n<p>15] 10. Daher glauben, lehren und bekennen wir, da\u00df des Menschen Sohn zur Rechten der allm\u00e4chtigen Majest\u00e4t und Kraft Gottes realiter, das ist, mit der Tat und Wahrheit, nach der menschlichen Natur erh\u00f6ht [ist], weil er in Gott aufgenommen, als er von dem Heiligen Geist in Mutterleibe empfangen, und seine menschliche Natur mit dem Sohn des Allerh\u00f6chsten pers\u00f6nlich Vereinigt [worden ist].<\/p>\n<p>16] 11. Welche Majest\u00e4t er nach der pers\u00f6nlichen Vereinigung allwegen [allezeit] gehabt und sich doch derselben im Stande seiner Erniedrigung ge\u00e4u\u00dfert und [aus] der Ursache wahrhaftig an aller Weisheit und Gnade bei Gott und den Menschen zugenommen; darum er solche Majest\u00e4t nicht allezeit, sondern wann es ihm gefallen, erzeigt [hat], bis er die Knechtsgestalt, und nicht die Natur, nach seiner Auferstehung ganz und gar hingelegt und in den v\u00f6lligen Gebrauch, Offenbarung und Erweisung der g\u00f6ttlichen Majest\u00e4t gesetzt und also in seine Herrlichkeit eingegangen, da\u00df er jetzt nicht allein als Gott, sondern auch als Mensch alles wei\u00df, alles vermag, allen Kreaturen gegenw\u00e4rtig ist und alles, was im Himmel, auf Erden und unter der Erde ist, unter seinen F\u00fc\u00dfen und in seinen H\u00e4nden hat; wie er selbst zeugt: &#8220;Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden&#8221;; und St. Paulus: &#8220;Er ist \u00fcber alle Himmel gefahren, auf da\u00df er alles erf\u00fcllete&#8221;; welche seine Gewalt er allenthalben gegenw\u00e4rtig \u00fcben kann, und ihm alles m\u00f6glich und alles wissend ist, Phil. 2; Eph. 4.<\/p>\n<p>17] 12. Daher er auch vermag und ihm ganz leicht ist, seinen wahrhaftigen Leib und Blut im heiligen Abendmahl gegenw\u00e4rtig mitzuteilen; nicht nach der Art oder Eigenschaft der menschlichen Natur, sondern nach Art und Eigenschaft g\u00f6ttlicher Rechte, sagt Doktor Luther aus unserm christlichen Kinderglauben; welche Gegenw\u00e4rtigkeit nicht irdisch, noch kapernaitanisch, gleichwohl wahrhaftig und wesentlich ist, wie die Worte seines Testaments lauten: &#8220;Das ist, ist, ist mein Leib&#8221; usw.<\/p>\n<p>18] Durch diese unsere Lehre, Glauben und Bekenntnis wird die Person Christi nicht getrennt, wie Nestorius getan (welcher die communicationem idiomatum, das ist, die wahrhaftige Gemeinschaft der Eigenschaften beider Naturen in Christo, geleugnet und also die Person getrennt, erkl\u00e4ret); noch [werden] die Naturen samt ihren Eigenschaften miteinander in ein Wesen vermischt (wie Eutyches geirrt); noch die menschliche Natur in der Person Christi verleugnet oder abgetilgt wird; auch keine Natur in die andere verwandelt; sondern Christus ist und bleibt in alle Ewigkeit Gott und Mensch in einer unzertrennten Person; welches nach der heiligen Dreifaltigkeit das h\u00f6chste Geheimnis ist, wie der Apostel zeugt 1 Tim. 3, in welchem unser einiger Trost, Leben und Seligkeit steht.<\/p>\n<p>NEGATIVA.<\/p>\n<p>Widerw\u00e4rtige falsche Lehre von der Person Christi.<\/p>\n<p>19] Demnach verwerfen und verdammen wir als Gottes Wort und unserm einf\u00e4ltigen christlichen Glauben zuwider aIle nachfolgenden irrigen Artikel, wenn gelehrt wird:<\/p>\n<p>20] I. Da\u00df Gott und Mensch in Christo nicht eine Person, sondern ein anderer Gottes und ein anderer des Menschen Sohn sei; wie Nestorius narrt.<\/p>\n<p>21] 2. Da\u00df die g\u00f6ttliche und menschliche Natur miteinander in einWesen vermischt und die menschliche Natur in die Gottheit verwandelt [sei]; wie Eutychus geschw\u00e4rmt.<\/p>\n<p>22] 3. Da\u00df Christus nicht wahrhaftiger, nat\u00fcrlicher, ewiger Gott sei; wie Arius gehalten.<\/p>\n<p>23] 4. Da\u00df Christus nicht eine wahrhaftige menschliche Natur gehabt, wie Marcion gedichtet hat.<\/p>\n<p>24] 5. Quod unio personaIis faciat tantum communia nomina, das ist, da\u00df die pers\u00f6nliche Vereinigung mache allein die Titel und Namen gemein.<\/p>\n<p>25] 6. Da\u00df es nur eine phrasis und modus Ioquendi, das ist, nur Worte und eine Weise zu reden sei, wenn man sagt: Gott ist Mensch, Mensch ist Gott; denn die Gottheit habe nichts mit der Menschheit wie auch die Menschheit nichts mit der Gottheit realiter, das ist, mit der Tat, gemein.<\/p>\n<p>26] 7. Da\u00df es nur communicatio verbalis, das ist, nichts denn Worte sei, wenn gesagt wird, Gottes Sohn sei f\u00fcr der Welt S\u00fcnde gestorben, des Menschen Sohn sei aIlm\u00e4chtig [ge]worden.<\/p>\n<p>27] 8. Da\u00df die menschliche Natur in Christo auf solche Weise wie die Gottheit ein unendlich Wesen [ge]worden, und aus solcher wesentlicher, mitgeteilter, in die menschliche Natur ausgegossener und von Gott abgesonderter Kraft und Eigenschaft aus solche Weise wie die g\u00f6ttliche Natur aIlenthalben gegenw\u00e4rtig sei.<\/p>\n<p>28] 9. Da\u00df die menschliche Natur der g\u00f6ttlichen Natur an ihrer Substanz und Wesen oder an derselben wesentlichen Eigenschaften ex\u00e4quiert und gleich [ge]worden sei.<\/p>\n<p>29] 10. Da\u00df die menschliche Natur Christi in alle Orte des Himmels und der Erden r\u00e4umlich ausgespannt [sei], welches auch der g\u00f6ttlichen Natur nicht zugemessen werden soIl.<\/p>\n<p>30] 11. Da\u00df Christo unm\u00f6glich sei von wegen der Eigenschaft menschlicher Natur, da\u00df er zumal [zu gleicher Zeit] mehr denn an einem Ort, noch viel weniger aIlenthalben mit seinem Leibe sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>31] 12. Da\u00df aIlein die blo\u00dfe Menschheit f\u00fcr uns gelitten und uns erl\u00f6st habe, und da\u00df der Sohn Gottes im Leiden mit derselben keine Gemeinschaft mit der Tat gehabt, als wenn es ihn nichts an[ge]gangen h\u00e4tte.<\/p>\n<p>32] 13. Da\u00df Christus aIlein nach seiner Gottheit bei uns auf Erden im Wort, Sakramenten und allen unsern N\u00f6ten gegenw\u00e4rtig sei, und solche Gegenw\u00e4rtigkeit seine menschliche Natur ganz und gar nichts angehe, nach welcher er auch mit uns auf Erden, nachdem er uns durch sein Leiden und Sterben erl\u00f6st, nicht mehr [nichts mehr] zu schaffen habe.<\/p>\n<p>33] 14. Da\u00df der Sohn Gottes, so die menschliche Natur angenommen, nachdem er Knechtsgestalt abgelegt, nicht aIle Werke seiner AlIm\u00e4chtigkeit in, durch und mit seiner menschlichen Natur verrichte, sondern nur etliche, und allein an dem Ort, da die menschliche Natur r\u00e4umlich sei.<\/p>\n<p>34] 15. Da\u00df er nach der menschlichen Natur der Allm\u00e4chtigkeit und anderer Eigenschaften g\u00f6ttlicher Natur aIlerdinge nicht f\u00e4hig sei; wider den ausgedruckten [ausdr\u00fccklichen] Spruch Christi: &#8220;Mir ist gegeben aIle Gewalt im Himmel und auf Erben&#8221;, Matth. 28; und St. Paulus: &#8220;In ihm Wohnet aIle F\u00fcIle der Gottheit leibhaftig&#8221;, Kol. 2.<\/p>\n<p>35] 16. Da\u00df ihm gr\u00f6\u00dfere Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben, n\u00e4mlich gr\u00f6\u00dfere und mehr denn aIlen Engeln und andern Kreaturen, aber mit der AIlm\u00e4chtigkeit Gottes habe er keine Gemeinschaft, sei ihm auch dieselbe nicht gegeben. Daher sie eine mediam potentiam, das ist, eine solche Gewalt zwischen Gottes aIlm\u00e4chtiger Gewalt und anderer Kreaturen Gewalt, dichten, die Christo nach seiner Menschheit durch die Erh\u00f6hung gegeben, die weniger denn Gottes aIlm\u00e4chtige Gewalt und gr\u00f6\u00dfer denn anderer Kreaturen Gewalt sei.<\/p>\n<p>36] 17. Da\u00df Christus nach seinem menschlichen Geist ein gewisses Ma\u00df habe, wieviel er wissen solle, und da\u00df er nicht mehr wisse, denn ihm geb\u00fchrt: und vonn\u00f6ten sei, zu seinem Richteramt zu wissen.<\/p>\n<p>37] 18. Da\u00df Christus noch nicht voIlkommene Erkenntnis Gottes und aIler seiner Werke habe; von dem doch geschrieben steht, da\u00df: &#8220;in ihm alle Sch\u00e4tze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen seien&#8221;, Kol. 2.<\/p>\n<p>38] 19. Da\u00df Christo nach seinem menschlichen Geist unm\u00f6glich sei zu wissen, was von Ewigkeit gewesen, was jetzund aIlenthalben geschehe und noch in Ewigkeit fein werde.<\/p>\n<p>39] 20. Da gelehrt und der Spruch Matth. 28: &#8220;Mir ist gegeben aIle Gewalt&#8221; usw. also gedeutet und l\u00e4sterlich verkehrt wird, da\u00df Christo nach der g\u00f6ttlichen Natur in der Auferstehung und seiner Himmelfahrt restituiert, das ist, wiederum zugesteIlt worden sei aIle Gewalt im Himmel und auf Erden, als h\u00e4tte er im Stande seiner [Er]Niedrigung auch nach der Gottheit solche abgelegt und verlassen. Durch welche Lehre nicht allein die Worte des Testaments Christi verkehrt [werden], sondern auch der verdammten arianischen Ketzerei der Weg bereitet [wird], da\u00df endlich Christus\u2019 ewige Gottheit verleugnet, und also Christus ganz und gar samt unserer Seligkeit verloren [w\u00fcrde], da [wenn] solcher falschen Lehre aus best\u00e4ndigem Grunde g\u00f6ttliches Worts und unsers einf\u00e4ltigen christlichen Glaubens nicht widersprochen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p>IX. Von der H\u00f6llenfahrt Christi.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p>STATUS CONTROVERSIAE<\/p>\n<p>Hauptstreit \u00fcber diesen Artikel.<\/p>\n<p>1] Es ist auch unter etlichen Theologen, so der Augsburgischen Konfession zugetan, \u00fcber diesen Artikel gestritten worden: wann und auf was Weise der Herr Christus, verm\u00f6ge [laut] unsers einf\u00e4ltigen christlichen Glaubens, gen H\u00f6Ile gefahren, ob es geschehen sei vor oder nach seinem Tode; item, ob es nach der Seele allein oder nach der Gottheit allein oder mit Leib und Seele, geistlich oder leiblich zu[ge]gangen; item, ob dieser Artikel geh\u00f6re zum Leiden oder zum herrlichen Sieg und Triumph Christi.<\/p>\n<p>2] Nachdem aber dieser Artikel wie auch der vor[her]gehende nicht mit den Sinnen noch mit der Vernunft begriffen werden kann, sondern mu\u00df allein mit dem Glauben gefa\u00dft werden, ist unser einheIlig Bedenken, da\u00df solches nicht zu disputieren, sondern nur mu\u00df einf\u00e4ltigste geglaubt und gelehrt werden soIle; 3] inma\u00dfen D. Luther seliger in der predigt zu Torgau Anno 33 usw. solchen Artikel ganz christlich erkl\u00e4rt, aIle unn\u00fctzlichen, unnotwendigen Fragen abgeschnitten und zu christlicher Einfalt des Glaubens aIle frommen Christen vermahnt [hat].<\/p>\n<p>4] Denn es ist genug, da\u00df wir wissen, da\u00df Christus in die H\u00f6Ile gefahren, die H\u00f6Ile aIlen Gl\u00e4ubigen zerst\u00f6rt und sie aus der Gewalt des Todes, Teufels, ewiger Verdammnis des h\u00f6llischen Rachens erl\u00f6st habe, wie aber solches zu[ge]gangen, sollen wir sparen bis in die andere Welt, da uns nicht allein dies St\u00fcck, sondern auch noch anderes mehr geoffenbart [werden wird], das wir hier einf\u00e4ltig gegl\u00e4ubt [haben] und mit unserer blinden Vernunft nicht begreifen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p>X. Von Kirchengebr\u00e4uchen,<\/p>\n<p>so man Adiaphora oder Mitteldinge nennt.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p>1] Von Zeremonien oder Kirchengebr\u00e4uchen, welche in Gottes Wort weder geboten noch verboten, sondern um guter Ordnung und Wohlstands [Wohlanstands, kirchlicher Schicklichkeit] wiIlen in die Kirche eingef\u00fchrt, hat sich auch zwischen den Theologen Augsburgischer Konfession ein Zwiespalt zugetragen.<\/p>\n<p>STATUS CONTROVERSIAE<\/p>\n<p>Der Hauptstreit von diesem Artikel.<\/p>\n<p>2] Die Hauptfrage aber ist gewesen, ob man zur Zeit der Verfolgung und im FaIl des Bekenntnisses, wenn die Feinde des Evangelii sich gleich nicht mit uns in der Lehre vergleichen, dennoch mit unverletztem Gewissen etliche gefaIlene [in Abgang gekommene, abgeschaffte] Zeremonien, so an ihm selbst [so an sich] Mitteldinge und von Gott weder geboten noch Verboten [sind], aus der Widersacher Dringen und Erfordern wiederum ausrichten und sich also mit ihnen in solchen Zeremonien und Mitteldingen vergleichen m\u00f6ge. Der eine Teil hat ja, der andere hat nein dazu gesagt.<\/p>\n<p>AFFIRMATIVA.<\/p>\n<p>Die rechte, wahrhaftige Lehre und Bekenntnis von diesem Artikel.<\/p>\n<p>3] I. Zur Hinlegung [Beilegung] auch dieses Zwiespalts glauben, lehren und bekennen wir einheIlig, da\u00df die Zeremonien oder Kirchengebr\u00e4uche, welche im Gottes Wort weder geboten noch verboten, sondern allein um Wohlstands und guter Ordnung wiIlen angesteIlt [eingef\u00fchrt sind], an ihnen und f\u00fcr sich selbst kein Gottesdienst, auch kein Teil desselben seien; Matth. 16: &#8220;Sie ehren mich Umsonst mit menschlichen Geboten.&#8221;<\/p>\n<p>4] 2. Wir glauben, lehren und bekennen, da\u00df die Gemeinde Gottes jedes Orts und jeder Zeit nach derselben Gelegenheit Macht habe, solche Zeremonien zu \u00e4ndern, wie es der Gemeinde Gottes am n\u00fctzlichsten und erbaulichsten sein mag.<\/p>\n<p>5] 3. Doch da\u00df hierin aIle Leichtfertigkeit und \u00cbrgernis gemieden, und sonderlich der Schwachgl\u00e4ubigen mit aIlem Flei\u00df verschont werde, 1 Kor. 8: R\u00f6m. 14.<\/p>\n<p>6] 4. Wir glauben, lehren und bekennen, da\u00df zur Zeit der Verfolgung, wenn ein rundes Bekenntnis des Glaubens von uns erfordert [wird], in solchen Mitteldingen den Feinden nicht zu weichen [sei]; wie der Apostel geschrieben: &#8220;So bestehet nun in der Freiheit, damit uns Christus befreiet hat, und la\u00dft euch nicht wiederum in das knechtische Joch fangen!&#8221; Gal. 5. Item: &#8220;Ziehet nicht am fremden Joch! Was hat das Licht f\u00fcr Gemeinschaft mit der Finsternis?&#8221; 2 Kor. 6. Item: &#8220;Auf da\u00df die Wahrheit des Evangelii bei euch best\u00fcnde, wichen wir denselben nicht eine Stunde, untert\u00e4nig zu sein&#8221;, Gal. 2. Denn in solchem FaIle ist es nicht mehr um Mitteldinge, sondern um die Wahrheit des Evangelii, um die christliche Freiheit und um die Best\u00e4tigung \u00f6ffentlicher Abg\u00f6tterei wie auch um Verh\u00fctung des \u00cbrgernisses der Schwachgl\u00e4ubigen zu tun, darin wir nichts zu vergeben haben, sondern rund bekennen und dar\u00fcber leiden soIlen, was uns Gott zuschickt und \u00fcber uns den Feinden seines Worts verh\u00e4ngt [\u00fcber uns verh\u00e4ngt und den Feinden seines Wortes zul\u00e4\u00dft].<\/p>\n<p>7] 5. Wir glauben, lehren und bekennen auch, da\u00df keine Kirche die andere verdammen soIl, da\u00df eine weniger oder mehr \u00e4u\u00dferlicher von Gott ungebotener Zeremonien denn die andere hat, wenn sonst in der Lehre und aIlen derselben Artikeln wie auch im rechten Gebrauch der heiligen Sakramente miteinander Einigkeit gehalten [wird], nach dem wohlbekannten Spruch: Dissonantia ieiunii non dissolvit consonantiam fidei. Ungleichheit des Fastens soIl die Einigkeit im Glauben nicht trennen.<\/p>\n<p>NEGATIVA.<\/p>\n<p>Falsche Lehre von diesem Artikel.<\/p>\n<p>8] Demnach verwerfen und verdammen wir als Unrecht und dem Worte Gottes zuwider, wenn gelehrt wird:<\/p>\n<p>9] 1. Da\u00df Menschengebote und Satzungen in der Kirche f\u00fcr sich selbst als ein Gottesdienst oder Teil desselben gehalten werden soIlen.<\/p>\n<p>10] 2. Wenn solche Zeremonien, Gebote und Satzungen mit Zwang als notwendig der Gemeinde Gottes wider ihre christliche Freiheit, so sie in \u00e4u\u00dferlichen Dingen hat, ausgedrungen werden.<\/p>\n<p>11] 3. Item, da\u00df man zur Zeit der Verfolgung und \u00f6ffentlichen Bekenntnisses den Feinden des heiligen Evangelii (welches zum Abbruch der Wahrheit dient) in dergleichen Mitteldingen und Zeremonien m\u00f6ge wiIlfahren oder sich mit ihnen vergleichen.<\/p>\n<p>12] 4. Item, wenn solche \u00e4u\u00dferliche Zeremonien und Mitteldinge also abgeschafft werden, als soIlte es der Gemeinde Gottes nicht freistehen, nach ihrer guten Gelegenheit, wie es jederzeit der Kirche am n\u00fctzlichsten, sich eines oder mehrerer in christlicher Freiheit zu gebrauchen.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p>XI. Von der ewigen Vorsehung und Wahl Gottes.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p>1] Von diesem Artikel ist kein \u00f6ffentlicher Zwiespalt unter den Theologen Augsburgischer Konfession eingefaIlen [erregt worden]. Dieweil es aber ein tr\u00f6stlicher Artikel, wenn er recht gehandelt, und deshalben [und damit seinethalben] nicht k\u00fcnftiglich \u00e4rgerliche Disputation eingef\u00fchrt werden m\u00f6chte, ist derselbe in dieser Schrift auch erkl\u00e4rt worden.<\/p>\n<p>AFFIRMATIVA.<\/p>\n<p>Reine, wahrhaftige Lehre von diesem Artikel.<\/p>\n<p>2] 1. Anf\u00e4nglich ist der Unterschied zwischen der praescientia et praedestinatione, das ist, zwischen der Vorsehung und ewigen Wahl Gottes, mit Flei\u00df zu merken.<\/p>\n<p>3] 2. Denn die Vorsehung Gottes ist anders :nichts, denn da\u00df Gott alle Dinge wei\u00df, ehe sie geschehen, wie geschrieben steht: &#8220;Gott im Himmel kann verborgene Dinge offenbaren; der hat dem K\u00f6nig Nebukadnezar angezeigt, was in k\u00fcnftigen Zeiten geschehen soIl&#8221;, Dan. 2.<\/p>\n<p>4] 3. Diese Vorsehung geht zugleich \u00fcber die Frommen und B\u00f6sen, ist aber keine Ursache des B\u00f6sen, weder der S\u00fcnde, da\u00df man unrecht t\u00fc (welche urspr\u00fcnglich aus dem Teufel und des Menschen b\u00f6sem, verkehrtem WiIlen herkommt), noch ihres Verderbens, daran sie selbst schuldig [schuld], sondern ordnet allein dasselbe und steckt ihm ein Ziel, wie lang es w\u00e4hren, und aIles, unangesehen da\u00df es an ihm selbst b\u00f6se, seinen Auserw\u00e4hlten zu ihrem Heil dienen solle.<\/p>\n<p>5] 4. Die Pr\u00e4destination aber oder ewige Wahl Gottes geht allein \u00fcber die frommen, wohlgef\u00e4lIigen Kinder Gottes, die eine Ursache ist ihrer Seligkeit, welche er auch schafft, und was zur selbigen geh\u00f6rt, verordnet, darauf unsere Seligkeit so steif gegr\u00fcndet [ist], da\u00df sie die Pforten der H\u00f6Ile nicht \u00fcberw\u00e4ltigen k\u00f6nnen, Joh. 10; Matth. I6.<\/p>\n<p>6] 5. Solche ist nicht in dem heimlichen Rat Gottes zu erforschen, sondern in dem Wort zu suchen, da sie auch geoffenbart worden ist.<\/p>\n<p>7] 6. Das Wort Gottes aber f\u00fchrt uns zu Christo, der das Buch des Lebens ist, in welchem aIle die geschrieben und erw\u00e4hlt sind, welche da ewig selig werden soIlen; wie geschrieben steht: &#8220;Er hat uns durch denselben Christum erw\u00e4hlet, ehe der Welt Grund geleget war&#8221;, Eph. 1.<\/p>\n<p>8] 7. Dieser Christus ruft zu ihm [zu sich] alle S\u00fcnder und verhei\u00dft ihnen Erquickung, und ist ihm Ernst, da\u00df alle Menschen zu ihm kommen und ihnen [sich] helfen lassen soIlen, denen er sich im Wort anbeut [anbietet], und wiIl, da\u00df man es h\u00f6re und nicht die Ohren verstopfen oder das Wort verachten soIl; verhei\u00dft dazu die Kraft und Wirkung des Heiligen Geistes, g\u00f6ttlichen Beistand zur Best\u00e4ndigkeit und ewigen Seligkeit.<\/p>\n<p>9] 8. Derhalben wir von solcher unserer Wahl zum ewigen Leben weder aus der Vernunft noch aus dem Gesetz Gottes urteilen sollen, welche uns entweder in ein wild, w\u00fcst, epikurisch Leben oder in Verzweiflung f\u00fchren und sch\u00e4dliche Gedanken in den Herzen der Menschen erwecken, da\u00df sie bei sich selbst gedenken, auch solcher Gedanken sich nicht recht erwehren k\u00f6nnen, solange sie ihrer Vernunft folgen: Hat mich Gott erw\u00e4hlt zur Seligkeit, so kann ich nicht verdammt werden, ich t\u00fc, was ich woIle; und wiederum: Bin ich nicht erw\u00e4hlt zum ewigen Leben, so hilft\u2019s nichts, was ich Gutes t\u00fc; es ist doch aIles umsonst.<\/p>\n<p>10] 9. Sondern es mu\u00df allein aus dem heiligen Evangelio von Christo gelernt werden, in welchem klar bezeugt wird, wie Gott alles unter den Unglauben beschlossen, auf da\u00df er sich aller erbarme, und nicht will, da\u00df jemand verloren werde, sondern sich jedermann zur Bu\u00dfe bekehre und an den Her Christum glaube, Hesek. 18. 33; 1 Joh. 2. 11] 10. Wer nun sich also mit dem geoffenbarten WiIlen Gottes bek\u00fcmmert und der Ordnung nachgeht, welche St. Paulus in der Epistel an die R\u00f6mer gehalten, der zuvor die Menschen zur Bu\u00dfe, Erkenntnis der S\u00fcnden, zum Glauben an Christum, zum g\u00f6ttlichen Gehorsam weist, ehe er vom Geheimnis der ewigen Wahl Gottes redet: dem ist solche Lehre n\u00fctzlich und tr\u00f6stlich.<\/p>\n<p>12] 11. Da\u00df aber viele berufen und wenige auserw\u00e4hlt sind, hat es nicht diese Meinung, als woIle Gott nicht jedermann selig machen, sondern die Ursache ist, da\u00df sie Gottes Wort entweder gar nicht h\u00f6ren, sondern mutwiIlig verachten, die Ohren und ihr Herz verstocken und also dem Heiligen Geist den ordentlichen Weg versteIlen, da\u00df er sein Werk in ihnen nicht haben kann, oder da sie es geh\u00f6rt haben, wiederum in [den] Wind schlagen und nicht achten, daran nicht Gott oder seine Wahl, sondern ihre Bosheit schuldig [schuld] ist, 2 Petr. 2; Luk. 11; Hebr. l2.<\/p>\n<p>13] 12. Und so fern soIl sich ein Christ des Artikels von der ewigen Wahl Gottes annehmen, wie sie im Wort Gottes geoffenbart [ist], welches uns Christum als das Buch des Lebens vorh\u00e4lt, das er uns durch die Predigt des heiligen Evangelii aufschleu\u00dft [aufschlie\u00dft] und offenbart, wie geschrieben steht: &#8220;Welche er erw\u00e4hlet hat, die hat er auch berufen&#8221;, R\u00f6m. 8, in dem wir die ewige Wahl des Vaters suchen soIlen, der in seinem ewigen g\u00f6ttlichen Rat beschlossen [hat], da\u00df er au\u00dferhalb denen, so seinen Sohn Christum erkennen und wahrhaftig an ihn glauben, niemand woIle selig machen, und sich anderer Gedanken entschlagen, welche nicht aus Gott, sondern aus Eingeben des b\u00f6sen Feindes herflie\u00dfen, dadurch er sich untersteht, uns den herrlichen Trost zu schw\u00e4chen oder gar zu nehmen, den wir in dieser heilsamen Lehre haben: da\u00df wir wissen, wie wir aus lauter Gnade, ohne all unser Verdienst, in Christo zum ewigen Leben erw\u00e4hlt seien, und da\u00df uns niemand aus seiner Hand rei\u00dfen k\u00f6nne; wie er denn solche gn\u00e4dige Erw\u00e4hlung nicht allein mit blo\u00dfen Worten zusagt, sondern auch mit dem Eide bete\u00fcrt und mit den heiligen Sakramenten versiegelt hat, deren wir uns in unsern h\u00f6chsten Anfechtungen erinnern und tr\u00f6sten und damit die feurigen Pfeile des Teufels ausl\u00f6schen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>14] 13. Daneben soIlen wir uns zum h\u00f6chsten beflei\u00dfigen, nach dem WiIlen Gottes zu leben und unsern Beruf, wie St. Petrus vermahnt, festzumachen, 2 Petr. 1, und sonderlich an das geoffenbarte Wort uns halten; das kann und wird uns nicht fehlen.<\/p>\n<p>15] 14. Durch diese kurze Erkl\u00e4rung der ewigen Wahl Gottes wird Gott seine Ehre ganz und v\u00f6Ilig gegeben, da\u00df er aIlein aus lauter Barmherzigkeit ohne all unser Verdienst uns selig mache nach dem Vorsatz seines WiIlens; daneben auch niemand einige Ursache zur Kleinm\u00fctigkeit oder rohem, wildem Leben gegeben [wird].<\/p>\n<p>ANTITHESIS oder NEGATIVA.<\/p>\n<p>Falsche Lehre von diesem Artikel.<\/p>\n<p>16] Demnach glauben und halten wir: welche die Lehre von der gn\u00e4digen Wahl Gottes zum ewigen Leben also f\u00fchren, da\u00df sich die betr\u00fcbten Christen derselben nicht tr\u00f6sten k\u00f6nnen, sondern dadurch zur Kleinm\u00fctigkeit oder Verzweiflung verursacht, oder die Unbu\u00dffertigen in ihrem Mutwillen gest\u00e4rkt werden, da\u00df solche Lehre nicht nach dem Wort und WiIlen Gottes, sondern nach der Vernunft und Anstiftung des leidigen Satans getrieben werde, weil aIles, was geschrieben ist, wie der Apostel zeugt, &#8220;uns zur Lehre geschrieben [ist], auf da\u00df wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben&#8221;, R\u00f6m. 15. Demnach verwerfen wir folgende Irrt\u00fcmer:<\/p>\n<p>17] 1. Als wenn gelehrt wird, da\u00df Gott nicht woIle, da\u00df aIle Menschen Bu\u00dfe tun und dem Evangelio glauben.<\/p>\n<p>18] 2. Item, wenn Gott uns zu sich berufe, da\u00df es nicht sein Ernst sei, da\u00df alle Menschen zu ihm kommen soIlen.<\/p>\n<p>19] 3. Item, da\u00df Gott nicht woIle, da\u00df jedermann selig werde, sondern [da\u00df etliche], unangesehen ihre S\u00fcnde, allein aus dem blo\u00dfen Rat, Vorsatz und WiIlen Gottes zur Verdammnis verordnet [seien], da\u00df sie nicht k\u00f6nnen selig werden.<\/p>\n<p>20] 4. Item, da\u00df nicht allein die Barmherzigkeit Gottes und das allerheiligste Verdienst Christi, sondern auch in uns eine Ursache sei der Wahl Gottes, um welcher willen Gott uns zum ewigen Leben erw\u00e4hlt habe.<\/p>\n<p>21] Welches aIles l\u00e4sterliche und erschreckliche irrige Lehren sind, dadurch den Christen aIler Trost genommen [wird], den sie im heiligen Evangelio und Gebrauch der heiligen Sakramente haben, und derwegen in der Kirche Gottes nicht sollten geduldet werden.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p>22] Dies ist die kurze und einf\u00e4ltige Erkl\u00e4rung der streitigen Artikel, so eine Zeitlang von den Theologen Augsburgischer Konfession widerw\u00e4rtig disputiert und gelehrt worden. Daraus ein jeder einf\u00e4ltiger Christ nach Anleitung Gottes Worts und seines einf\u00e4ltigen Katechismi vernehmen kann, was recht oder unrecht sei, da nicht allein die reine Lehre gesetzt, sondern auch derselben widerw\u00e4rtige, irrige Lehre ausgesetzt [verurteilt], verworfen und also die eingefaIlenen \u00e4rgerlichen Spaltungen grundlich entschieden sind.<\/p>\n<p>23] Der allm\u00e4chtige Gott und Vater unsers Hern Jeu verleihe die Gnade seines Heiligen Geistes, da\u00df wir alle in ihm einig seien und in solcher christlichen und ihm wohlgef\u00e4lligen Einigkeit best\u00e4ndiglich bleiben! Amen.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p>[XII.] Von andern Rotten und Sekten,<\/p>\n<p>so sich niemals zu der Augsburgischen Konfession bekannt.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014<\/p>\n<p>1] Damit uns auch nicht stillschweigend solche zugemessen [werden], weil wir derselben in vorgesetzter Erkl\u00e4rung keine Meldung getan, haben wir zu Ende allein die blosen Artikel erz\u00e4hlen wollen, darin sie sich irren und vielgedachtem unserm Christlichen Glauben und Bekenntnis zuwider lehren.<\/p>\n<p>Irrige Artikel der Wiedert\u00e4ufer.<\/p>\n<p>2] Die Wiedert\u00e4ufer sind unter sich selbst in viele Haufen geteilt, da einer viel, der andere wenig Irrt\u00fcmer bestreitet [verteidigt]; insgemein aber f\u00fchren sie solche Lehre, die weder in der Kirche noch in der Polizei und weltlichem Regiment noch in der Haushaltung zu dulden noch zu leiden [sind].<\/p>\n<p>Unleidliche Artikel in der Kirche.<\/p>\n<p>3] 1. Das Christus seinen Leib und Blut nicht von Maria der Jungfrau angenommen, sondern vom Himmel mit sich gebracht [habe].<\/p>\n<p>4] 2. Das Christus nicht wahrhaftiger Gott [sei], sondern nur mehr Gaben des Heiligen Geistes habe denn sonst ein heiliger Mensch.<\/p>\n<p>5] 3. Da\u00df unsere Gerechtigkeit vor Gott nicht allein auf dem einigen Verdienst Christi, sondern in der Erneurung und also in unserer eigenen Fr\u00f6mmigkeit stehe, in der wir wandeln. Welche zum gro\u00dfen Teil auf eigene, sonderliche, selbsterw\u00e4hlte Geistlichkeit gesetzt und im Grunde anderes nichts denn eine ne\u00fc M\u00f6ncherei ist.<\/p>\n<p>6] 4. Das die Kinder, so nicht getauft, vor Gott nicht S\u00fcnder, sondern gerecht und unschuldig seien, welche in ihrer Unschuld, weil sie noch nicht zu ihrem Verstand [ge]kommen, ohne die Taufe (deren, ihrem Vorgeben nach, sie nicht bed\u00fcrfen) selig werden. Verwerfen also die ganze Lehre von der Erbs\u00fcnde, und was derselben anhanget [anh\u00e4ngt].<\/p>\n<p>7] 5. Das die Kinder nicht sollen getauft werden, bis sie zu ihrem Verstand kommen und ihren Glauben selbst bekennen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>8] 6. Da\u00df der Christen Kinder darum, weil sie von christlichen und gl\u00e4ubigen Eltern geboren, auch ohne und vor der Taufe heilig und Gottes Kinder seien; auch der Ursache [halben] der Kinder Taufe weder hochhalten noch bef\u00f6rdern, wider die ausgedr\u00fcckten [ausdr\u00fccklichen] Worte der Verhei\u00dfung Gottes, die sich allein aus die erstreckt, welche seinen Bund halten und denselben nicht verachten, Gen. 17.<\/p>\n<p>9] 7. Da\u00df dies keine rechte christliche Gemeinde sei, darin noch S\u00fcnder gefunden werden.<\/p>\n<p>10] 8. Da\u00df man keine predigt h\u00f6ren noch in den Tempeln besuchen solle, darin zuvor p\u00e4pstische Messe gehalten und gelesen worden.<\/p>\n<p>11] 9. Das man nichts mit den Kirchendienern, so das Evangelium verm\u00f6ge [laut] Augsburgischer Konfession predigen und der Wiedert\u00e4ufer predigen und Irrt\u00fcmer strafen, zu schaffen haben, ihnen auch weder dienen noch etwas arbeiten, sondern [sie] als die Verkehrer Gottes Worts fliehen und meiden soll.<\/p>\n<p>Unleidliche Artikel in der Polizei.<\/p>\n<p>12] 1. Da\u00df die Obrigkeit kein gottgef\u00e4lliger Stand im Ne\u00fcn Testament sei.<\/p>\n<p>13] 2. Da\u00df ein Christenmensch mit gutem, unverletztem Gewissen das Amt der Obrigkeit nicht tragen noch verwalten k\u00f6nne.<\/p>\n<p>14] 3. Da\u00df ein Christ mit unverletztem Gewissen das Amt der Obrigkeit in zuf\u00e4lligen Sachen wider die B\u00f6sen nicht gebrauchen [d\u00fcrfe], noch derselben Untertanen ihre habende und von Gott empfangene Gewalt zum Schutz und Schirm anrufen m\u00f6gen.<\/p>\n<p>15] 4. Da\u00df ein Christenmensch mit gutem Gewissen keinen Eid schw\u00f6ren noch mit Eid seinem Landesf\u00fcrsten oder Oberherrn die Erbhuld[ig]ung tun k\u00f6nne.<\/p>\n<p>16] 5. Da\u00df die Obrigkeit im Ne\u00fcn Testament in [mit] unverletztem Gewissen die \u00dcbelt\u00e4ter am Leben nicht strafen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Unleidliche Artikel in der Haushaltung.<\/p>\n<p>17] 1. Da\u00df ein Christ mit gutem Gewissen nichts Eigenes behalten noch besitzen k\u00f6nne, sondern schuldig sei, dasselbe in die Gemein [in die Gemeinde= oder Kommunkasse] zu geben.<\/p>\n<p>18] 2. Da\u00df ein Christ mit gutem Gewissen kein Gastgeber, Kaufmann oder Messerschmied sein k\u00f6nne.<\/p>\n<p>19] 3. Das Eheleute um des Glaubens willen sich voneinander scheiden und eins das andere verlassen und mit einem andern, das seines Glaubens ist, sich Verehelichen m\u00f6ge.<\/p>\n<p>Irrige Artikel der Schwenkfeldianer.<\/p>\n<p>20] 1. Das alle die keine rechte Erkenntnis des regierenden Himmelsk\u00f6nigs Christi haben, welche Christum nach dem Fleisch f\u00fcr eine Kreatur halten.<\/p>\n<p>21] 2. Da\u00df das Fleisch Christi durch die Erh\u00f6hung also alle g\u00f6ttlichen Eigenschaften angenommen, das er, Christus, als Mensch an Macht, Kraft, Majest\u00e4t, Herrlichkeit dem Vater und dem Wort allenthalben im Grad und Stelle des Wesens gleich, das nunmehr einerlei Wesen, Eigenschaft, Wille und Glorie beider Naturen in Christo seien, und da\u00df das Fleisch Christ zu dem Wesen der heiligen Dreifaltigkeit geh\u00f6re.<\/p>\n<p>22] 3. Da\u00df der Kirchendienst, das gepredigte und geh\u00f6rte Wort, nicht sei ein Mittel, dadurch Gott der Heilige Geist die Menschen lehre, die seligmachende Erkenntnis Christi, Bekehrung, Bu\u00dfe, Glauben und ne\u00fcn Gehorsam in ihnen wirke.<\/p>\n<p>23] 4. Da\u00df das Taufwasser nicht sei ein Mittel, dadurch Gott der Her die Kindschaft versiegele und die Wiedergeburt wirke.<\/p>\n<p>24] 5. Das Brot und Wein im heiligen Abendmahl nicht Mittel seien, dadurch und damit Christus seinen Leib und Blut austeile.<\/p>\n<p>25] 6. Da\u00df ein Christenmensch, der wahrhaftig durch den Geist Gottes wiedergeboren, das Gesetz Gottes in diesem Leben vollkommen halten und erf\u00fcllen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>26] 7. Da\u00df keine rechte christliche Gemeinde sei, da kein \u00f6ffentlicher Ausschlu\u00df oder ordemtlicher Proze\u00df des Bannes gehalten werde.<\/p>\n<p>27] 8. Da\u00df der Diener der Kirche andere Leute nicht n\u00fctzlich lehren oder rechte, wahrhaftige Sakramente austeilen k\u00f6nne, welcher nicht auch f\u00fcr seine Person wahrhaftig verne\u00fcrt, wiedergeboren, gerecht und fromm sei.<\/p>\n<p>Irrtum der ne\u00fcn Arianer.<\/p>\n<p>28] Da\u00df Christus nicht ein wahrhaftiger, wesentlicher, nat\u00fcrlicher Gott, eines ewigen g\u00f6ttlichen Wesens mit Gott dem Vater und dem Heiligen Geist, sondern allein mit g\u00f6ttlicher Majest\u00e4t, unter und neben Gott dem Vater, geziert sei.<\/p>\n<p>Irrtum der Antitrinitarier.<\/p>\n<p>29] Das ist gar eine ne\u00fc Sekte, zuvor in der Christenheit nicht erh\u00f6rt, welche glauben, lehren und bekennen, da\u00df nicht ein einig, ewig g\u00f6ttlich Wesen sei des Vaters, Sohnes und Heiligen Geistes; sondern wie Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist drei unterschiedliche Personen seien, also habe auch eine jede Person ihr unterschiedlich und von andern Personen der Gottheit abgesondert Wesen, die doch entweder alle drei, wie sonst drei unterschiedene und voneinander in ihrem Wesen abgesonderte Menschen, gleicher Gewalt, Weisheit, Majest\u00e4t und Herrlichkeit [seien], oder am Wesen und Eigenschaften einander ungleich, das allein der Vater rechter wahrer Gott sei.<\/p>\n<p>30] Diese und dergleichen Artikel allzumal, und was denselben mehr Irrtums anh\u00e4ngig [ist] und daraus erfolgt, verwerfen und verdammen wir als unrecht, falsch, ketzerisch, dem Worte Gottes, den dreien Symbolis, der Augsburgischen Konfession und Apologie, den Schmalkaldischen Artikeln und Katechismis Lutheri zuwider, vor welchen alle frommen Christen hohen und niedrigen Standes sich h\u00fcten sollen, so lieb ihnen ihrer Seelen Heil und Seligkeit ist.<\/p>\n<p>31] Das dies unser aller Lehre, Glaube und Bekenntnis sei, wie wir solches am J\u00fcngsten Tage vor dem gerechten Richter, unserm Hern Jeu Christo, verantworten, dawider auch nichts heimlich noch \u00f6ffentlich reden oder schreiben wollen, sondern gedenken vermittelst der Gnade Gottes dabei zu bleiben, haben wir wohlbed\u00e4chtig in wahrer Furcht und Anrufung Gottes mit eigenen H\u00e4nden unterschrieben. [Am Schlu\u00df der Epitome steht in den Handschriften: &#8220;Actum Bergae. den 29. Mai, Anno l577.&#8221; Dann folgen als unterschriften die Namen: Iacobus Andre\u00e4 D., Nicolaus Selneccerus D., Andreas Musculus D., Christophorus Cornerus D., David Chytr\u00e4us D., Martinus Chemnitius D. Ebenso am Schlusse der Declaratio, jedoch ohne Actum und Datum.]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u300a\u534f\u540c\u4e66\u300b\uff08\u5fb7\u6587\uff09\u76ee\u5f55 1.\u300a\u4fe1\u7ecf\u300b Glaubensbekenntnis 2.\u300a\u5965\u65af\u5821\u4fe1\u6761\u300b Die Augsburgische Konfession 3.\u300a\u5965\u65af\u5821\u4fe1\u6761\u300b\u7684\u8fa9\u62a4\u8bba Apologia der Konfession 4.1\u300a\u65bd\u9a6c\u52a0\u767b\u4fe1\u6761\u300bDie Schmalkaldischen Artikel 4.2\u300a\u8bba\u6559\u7687\u6743\u548c\u9996\u4f4d\u300bVon der Bisch\u00f6fe Gewalt und Jurisdiktion<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[45],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/climb-lutheran.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/106"}],"collection":[{"href":"https:\/\/climb-lutheran.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/climb-lutheran.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/climb-lutheran.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/climb-lutheran.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=106"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/climb-lutheran.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/106\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":125,"href":"https:\/\/climb-lutheran.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/106\/revisions\/125"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/climb-lutheran.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=106"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/climb-lutheran.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=106"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/climb-lutheran.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=106"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}