{"id":78,"date":"2019-07-12T15:09:48","date_gmt":"2019-07-12T15:09:48","guid":{"rendered":"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=78"},"modified":"2020-08-11T00:11:12","modified_gmt":"2020-08-11T00:11:12","slug":"%e5%8d%8f%e5%90%8c%e4%b9%a6%ef%bc%88%e5%be%b7%e6%96%87%ef%bc%89%e7%ac%ac%e4%ba%8c%e9%83%a8%e5%88%86-%e5%a5%a5%e6%96%af%e5%a0%a1%e4%bf%a1%e6%9d%a1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=78","title":{"rendered":"\u534f\u540c\u4e66\uff08\u5fb7\u6587\uff09\u7b2c\u4e8c\u90e8\u5206 \u5965\u65af\u5821\u4fe1\u6761"},"content":{"rendered":"<p>\u300a\u534f\u540c\u4e66\u300b\uff08\u5fb7\u6587\uff09\u76ee\u5f55<br \/>\n<a href=\"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=76\">1.\u300a\u4fe1\u7ecf\u300b Glaubensbekenntnis<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=78\">2.\u300a\u5965\u65af\u5821\u4fe1\u6761\u300b Die Augsburgische Konfession<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=87\">3.\u300a\u5965\u65af\u5821\u4fe1\u6761\u300b\u7684\u8fa9\u62a4\u8bba Apologia der Konfession<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=90\">4.1\u300a\u65bd\u9a6c\u52a0\u767b\u4fe1\u6761\u300bDie Schmalkaldischen Artikel<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=93\">4.2\u300a\u8bba\u6559\u7687\u6743\u548c\u9996\u4f4d\u300bVon der Bisch\u00f6fe Gewalt und Jurisdiktion<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=98\">5.\u300a\u5c0f\u95ee\u7b54\u300bDer Kleiner Katechismus<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=102\">6.\u300a\u5927\u95ee\u7b54\u300bDer Grosse Katechismus<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=106\">7.\u300a\u534f\u540c\u5f0f\u300bDie Konkordienformel<\/a><\/p>\n<h2 id=\"opening\">\u5965\u65af\u5821\u4fe1\u6761<\/h2>\n<p>Die Augsburgische Konfession<\/p>\n<p>Inhaltsverzeichnis<br \/>\n<a href=\"#Vorrede\">Vorrede<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#ErsterTeil\">Erster Teil: Die Lehrartikel<\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel1\">Artikel 1: Von Gott <\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel2\">Artikel 2: Von der Erbs\u00fcnde <\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel3\">Artikel3: Vom Sohne Gottes <\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel4\">Artikel 4: Von der Rechtfertigung <\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel5\">Artikel 5: Vom Predigtamt [oder Von der Erlangung des Glaubens durch die Gnadenmittel] <\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel6\">Artikel 6: Vom neuen Gehorsam <\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel7\">Artikel 7: Von der Kirche <\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel8\">Artikel 8: Was die Kirche sei <\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel9\">Artikel 9: Von der Taufe <\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel10\">Artikel 10: Vom heiligen Abendmahl <\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel11\">Artikel 11: Von der Beichte <\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel12\">Artikel 12: Von der Bu\u00dfe <\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel13\">Artikel 13: Vom Gebrauch der Sakramente <\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel14\">Artikel 14: Vom Kirchenregiment [oder Vom Pfarramt] <\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel15\">Artikel 15: Von den Kirchenordnungen <\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel16\">Artikel 16: Von der Polizei und weltlichem Regiment [oder Von b\u00fcrgerlichen Sachen] <\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel17\">Artikel 17: Von Christi Wiederkunft und Gericht <\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel18\">Artikel 18: Vom freien Willen <\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel19\">Artikel 19: Von Ursach der S\u00fcnde <\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel20\">Artikel 20: Vom Glauben und guten Werken <\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel21\">Artikel 21: Vom Dienst der Heiligen <\/a><\/p>\n<p><a href=\"#ZweiterTeil\">Zweiter Teil: Artikel, von welchen Zwiespalt ist, da erz\u00e4hlet werden die Mi\u00dfbr\u00e4uche, so ge\u00e4ndert sind<\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel22\">Artikel 22: Von beiderlei Gestalt des Sakraments <\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel23\">Artikel 23: Von dem Ehestand der Priester <\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel24\">Artikel 24: Von der Messe <\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel25\">Artikel 25: Von der Beichte <\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel26\">Artikel 26: Vom Unterschied der Speisen<\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel27\">Artikel 27: Von den Klostergel\u00fcbden <\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel28\">Artikel 28: Von der Bisch\u00f6fe Gewalt [oder Von der Unterscheidung geistlicher und weltlicher Gewalt]<\/a><br \/>\n<a href=\"#Schlu\u00df\">Schlu\u00df<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Vorrede\"><\/a><br \/>\nVorrede<br \/>\nAllerdurchlauchtigster, Gro\u00dfm\u00e4chtigster, Un\u00fcberwindlichster Kaiser, Allergn\u00e4digster Herr! Als Eure Kaiserl. Majest\u00e4t vor kurzer Zeit einen allgemeinen Reichstag allhier nach Augsburg gn\u00e4diglich ausgeschrieben, mit Anzeige und ernstem Begehr, von Sachen, unsern und des christlichen Namens Erbfeind, den T\u00fcrken, betreffend, und wie demselben mit beharrlicher Hilfe stattlich widerstanden, auch wie des Zwiespalts halben in dem heiligen Glauben und der christlichen Religion gehandelt m\u00f6ge werden, zu ratschlagen und Flei\u00df anzukehren, alle eines jeglichen Gutbed\u00fcnken, Opinion und Meinung zwischen uns selbst in Lieb und G\u00fctigkeit zu h\u00f6ren, zu ersehen und zu erw\u00e4gen und dieselben zu einer einigen christlichen Wahrheit zu bringen und zu vergleichen, alles, so zu beiden Teilen nicht recht ausgelegt oder gehandelt w\u00e4re, abzutun und durch uns alle eine einige wahre Religion anzunehmen und zu halten, und wie wir alle unter Einem Christus sind und streiten, also auch alle in Einer Gemeinschaft, Kirche und Einigkeit zu leben.<\/p>\n<p>Und wir, die unten benannten Kurf\u00fcrsten und F\u00fcrsten, samt unsern Verwandten, gleich andern Kurf\u00fcrsten, F\u00fcrsten und St\u00e4nden, dazu aufgefordert, so haben wir uns darauf derma\u00dfen erhaben, da\u00df wir sonder Ruhm mit den ersten hierher gekommen.<\/p>\n<p>Und als denn auch E.K.M. zu untertn\u00e4igster Folgtuung ber+hrtes E.K.M. Ausschreibens und demselbigen gem\u00e4\u00df, dieser Sachen halben, den Glauben ber\u00fchrend, an Kurf\u00fcrsten, F\u00fcrsten und St\u00e4nde insgemein gn\u00e4diglich, auch mit h\u00f6chstem Flei\u00df und ernstlich begehrt, da\u00df ein jeglicher, verm\u00f6ge vorgemeldetes E.K.M. Ausschreibens, sein Gutbed\u00fcnken, Opinion und Meinung derselbigen Irrungen, Zwiespalten und Mi\u00dfbr\u00e4uche halten zu Deutsch und Latein in Schrift stellen und \u00fcberantworten sollten; darauf denn, nach genommenem Bedacht und gehaltenem Rat, E.K.M. am vergangenem Mittwoch ist vorgetragen worden, als wollten wir auf unserm Teil das Unsere, verm\u00f6ge E.K.M. Vortrags, in Deutsch und Latein auf heut Freitag \u00fcbergeben: hierum und E.K.M. zu untert\u00e4nigstem Gehorsam \u00fcberreichen und \u00fcbergeben wir unserer Pfarrer, Prediger und ihrer Lehren, auch unsers Glaubens Bekenntnis, was und welcher Gestalt sie aus Grund g\u00f6ttlicher heiliger Schrift in unsern Landen, F\u00fcrstent\u00fcmern, Herrschaften, St\u00e4dten und Gebieten predigen, lehren, halten und Unterricht tun.<\/p>\n<p>Und sind gegen E.K.M., unserm allergn\u00e4digsten Herrn, wir in aller Untert\u00e4nigkeit erb\u00f6tig, so die andern Kurf\u00fcrsten, F\u00fcrsten und St\u00e4nde dergleichen zweifache schriftliche \u00dcbergabe ihrer Meinung und Opinion in Latein und Deutsch jetzt auch tun werden, da\u00df wir uns mit ihren Lieben und ihnen gern von bequemen gleichm\u00e4\u00dfigen Wegen unterreden und derselbigen, so viel der Gleichheit nach immer m\u00f6glich, vereinigen wollen, damit unser beiderseits, als Parteien, schriftliches Vorbringen und Gebrechen zwischen uns selbst in Lieb und G\u00fctigkeit gehandelt und dieselben Zwiespalte zu einer einigen wahren Religion, wie wir alle unter Einem Christus sind und streiten und Christus bekennen sollen, alles nach laut oftgemeldetes E.K.M. Ausscchreibens und nach g\u00f6ttlicher Wahrheit gef\u00fchrt m\u00f6gen werden. Als wir denn auch Gott den Allm\u00e4chtigen mit h\u00f6chster Demut anrufen und bitten wollen, seine g\u00f6ttliche Gnade dazu zu verleihen. Amen.<\/p>\n<p>Wo aber bei unsern Herren, Freunden und besonders den Kurf\u00fcrsten, F\u00fcrsten und St\u00e4nden des andern Teils, die Handlung derma\u00dfen, wie E.K.M. Ausschreiben vermag, unter uns selbst in Lieb und G\u00fctigkeit bequeme Handlung nicht verfangen noch erspie\u00dflich sein wollte; als doch an uns in keinem, das mit Gott und Gewissen zu christlicher Einigkeit dienstlich sein kann oder mag, erwinden soll; wie E.K.M., auch gemeldete unsere Freunde, die Kurf\u00fcrsten, F\u00fcrsten, St\u00e4nde und ein jeder Liebhaber christlicher Religion, dem diese Sachen vorkommen, aus nachfolgenden unsern und der Unsern Bekenntnissen gn\u00e4diglich, freundlich und genugsam werden zu vernehmen haben.<\/p>\n<p>Nachdem denn E.K.M. vormals Kurf\u00fcrsten, F\u00fcrsten und St\u00e4nden des Reichs gn\u00e4diglich zu verstehen gegeben, und sonderlich durch eine \u00f6ffentliche verlesene Instruktion auf dem Reichstage, so im Jahr der mindern Zahl 26 zu Speyer gehalten, da\u00df E.K.M. in SAchen, unsern heiligen Glauben belangend, zu schlie\u00dfen lassen, aus Ursachen, so dabei gemeldet, nicht gemeinet, sondern bei dem Papst um ein Konzil flei\u00dfigen und Anhaltung tun wollten; und vor einem Jahr auf dem letzten Reichstag zu Speyer, verm\u00f6ge einer schriftlichen Instruktion, Kurf\u00fcrsten, F\u00fcrsten und St\u00e4nden des Reichs, durch E.K.M. Statthalter im Reich, K\u00f6nigliche W\u00fcrden zu Ungarn und B\u00f6hmen usw. samt E.K.M. Orator und vordneten Kommissarien, dies unter andern haben vortragen und anzeigen lassen, da\u00df E.K.M. derselbigen Statthalter, Amtsverwalter und R\u00e4te des kaiserl. Reigments, auch der abwesenden Kurf\u00fcrsten, F\u00fcrsten und St\u00e4nde Botschafter, so auf dem ausgeschriebenen Reichstag zur Regenburg versammelt gewesen, Gutbed\u00fcnken, das Generalkonzil angehend, nachgedacht und solches anzusetzen auch f\u00fcr fruchtbar erkannt; und weil sich aber diese Sachen zwischen E.K.M. und dem Papst zu gutem christlichen Verstand schicken, da\u00df E.K.M. gewi\u00df w\u00e4re, da\u00df durch den Papst das Generalkonzil zu halten nicht verweigert, so w\u00e4re E.K.M. gn\u00e4diges Erbieten, zu fordern und zu handeln, da\u00df der Papst solch Generalkonzil neben E.K.M. zum ersten auszuschreiben bewilligen und daran kein Mangel erscheinen sollte.<\/p>\n<p>So erbieten gegen E.K.M. wir uns hiermit in aller Untert\u00e4nigkeit und zum \u00dcberflu\u00df in ber\u00fchmtem Fall ferner auf ein solch allgemein, frei, christlich Konzil, darauf auf allen Reichstagen, so E.K.M. bei ihrer Regierung im Reich gehalten, durch Kurf\u00fcrsten, F\u00fcrsten und St\u00e4nde aus hohen und tapfern Beweggungen geschlossen, an welches auch zusammen mit E.K.M. wir uns von wegen dieser gro\u00dfwichtigsten Sache in rechtlicher Weise und Form zu verschiedener Zeit berufen und appelliert haben, der wir hiermit nochmals anh\u00e4ngig bleiben und uns durch diese oder nachfolgende Handlung (es werden denn diese zwiesp\u00e4ltigen Sachen endlich in Lieb und G\u00fctkeit, laut E.K.M. Ausschreiben, geh\u00f6rt, erwogen, beigelegt und zu einer christlichen Einigkeit vergleichet) \u00f6ffentlich bezeugen und protestieren. Und sind das unsere und der Unsern Bekenntnisse, wie unterschiedlich von Artikel zu Artikel hernach folget.<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"ErsterTeil\"><\/a><br \/>\nErster Teil: Die Lehrartikel<\/p>\n<p id=\"#Artikel1\"><\/a><br \/>\nArtikel 1. Von Gott<\/p>\n<p>Erstlich wird eintr\u00e4chtiglich gelehrt und gehalten, laut des Beschlusses des Konzils von Nic\u00e4a, da\u00df ein einig g\u00f6ttlich Wesen sei, welches genannt wird und wahrhaftiglich ist Gott, und sind doch drei Personen in demselbigen einigen g\u00f6ttlichen Wesen, gleich gewaltig, gleich ewig, Gott Vater, Gott Sohn, Gott Heiliger Geist, alle drei Ein g\u00f6ttlich Wesen, ewig, ohne St\u00fcck, ohne End, unerme\u00dflicher Macht, Weisheit und G\u00fcte, ein Sch\u00f6pfer und Erhalter aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge. Und wird durch das Wort Persona verstanden nicht ein St\u00fcck, nicht eine Eigenschaft in einem andern, sondern das selbst bestehet; wie denn die V\u00e4ter in dieser Sache dies Wort gebraucht haben.<\/p>\n<p>Derhalben werden verworfen alle Ketzereien, so diesem Artikel zuwider sind, als Manich\u00e4i, die zwei G\u00f6tter gesetzt haben, einen b\u00f6sen und einen guten. Ebenso Valentiniani, Ariani, Eunomiani, Mahometisten und alle dergleichen; auch Samosateni, alte und neue, so nur Eine Person setzen und von diesen zweien, Wort und Heiligem Geist, Sophisterei machen und sagen, da\u00df es nicht m\u00fcssen unterschiedene Personen sein, sondern Wort bedeute leiblich Wort oder Stimme und der Heilige Geist sei erschaffene Regung in Kreaturen.<\/p>\n<p>(Vgl. Concordia S. 20 f. 56. 223; M\u00fcller, S. 30 f. 77. 299)<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Artikel2\"><\/a><\/p>\n<p>Artikel 2. Von der Erbs\u00fcnde<\/p>\n<p>Weiter wird bei uns gelehrt, da\u00df nach Adams Fall alle Menschen, so nat\u00fcrlich geboren werden, in S\u00fcnden empfangen und geboren werden, das ist, da\u00df sie alle von Mutterleibe an voller b\u00f6ser Lust und Neigung sind und keine wahre Gottesfurcht, keinen wahren Glauben an Gott von Natur haben k\u00f6nnen; da\u00df auch dieselbige angeborne Seuche und Erbs\u00fcnde wahrhaftiglich S\u00fcnde sei und verdamme alle die untern ewigen Gottes Zorn, so nicht durch die Taufe und Heiligen Geist wiederum neu geboren werden.<\/p>\n<p>Hierneben werden verworfen die Pelagianer und andere, so die Erbs\u00fcnde nicht f\u00fcr S\u00fcnde haben, damit die Natur fromm machen durch nat\u00fcrliche Kr\u00e4fte, zu Schmach dem Leiden und Verdienst Christi.<\/p>\n<p>(Vgl. Conc. S. 56 ff. 230 f. 356 ff. 392 ff. &#8211; M\u00fcller, S. 77 ff. 310 f. 519 ff. 573 ff.)<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Artikel3\"><\/a><\/p>\n<p>Artikel 3. Vom Sohne Gottes<\/p>\n<p>Item, es [Ebenso] wird gelehrt, da\u00df Gott der Sohn sei Mensch [ge]worden, geboren aus der reinen Jungfrau Maria, und da\u00df die zwei Naturen, g\u00f6ttliche und menschliche, in Einer Person, (al)so unzertrennlich vereinigt, Ein Christus sind, welcher wahrer Gott und Mensch ist, wahrhaftig geboren, gelitten, gekreuzigt, gestorben und begraben, da\u00df er ein Opfer w\u00e4re nicht allein f\u00fcr die Erbs\u00fcnde, sondern auch f\u00fcr alle anderen S\u00fcnden, und Gottes Zorn vers\u00f6hnete.<\/p>\n<p>Item [Ebenso], da\u00df derselbige Christus sei hinabgestiegen zur H\u00f6lle, wahrhaftig am dritten Tage von den Toten auferstanden, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, da\u00df er ewig herrsche \u00fcber alle Kreaturen und regiere, da\u00df er alle, die an ihn glauben, durch den Heiligen Geist heilige, reinige, st\u00e4rke und tr\u00f6ste, ihnen auch Leben und allerlei Gaben und G\u00fcter austeile und wider den Teufel und wider die S\u00fcnde sch\u00fctze und beschirme.<\/p>\n<p>Item [Ebenso], da\u00df derselbige HErr Christus endlich wird \u00f6ffentlich kommen, zu richten die Lebendigen und die Toten usw., laut des Apostolischen Glaubensbekenntnisses.<\/p>\n<p>(Vgl. Conc. S. 20 f. 64. 223 f. 315 ff. 458 ff. 499 ff. 521. &#8211; M\u00fcller S. 31 f. 86. 299 f. 452 ff. 544 ff. 674 ff. 848. 850.)<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Artikel4\"><\/a><\/p>\n<p>Artikel 4. Von der Rechtfertigung<\/p>\n<p>Weiter wird gelehrt, da\u00df wir Vergebung der S\u00fcnden und Gerechtigkeit vor Gott nicht erlangen m\u00f6gen durch unser Verdienst, Werk und Genugtun, sondern da\u00df wir Vergebung der S\u00fcnden bekommen und vor Gott gerecht werden aus Gnaden um Christus willen durch den Glauben, so wir glauben, da\u00df Christus f\u00fcr uns gelitten hat, und da\u00df uns um seinetwillen die S\u00fcnden vergeben, Gerechtigkeit und ewiges Leben geschenkt wird. Denn diesen Glauben will Gott f\u00fcr Gerechtigkeit vor ihm halten und zurechnen, wie St. Paulus sagt zu den R\u00f6mern im 3. und 4. Kapitel.<\/p>\n<p>(Vgl. Conc. S. 64 ff. 239. 361 ff. 416 ff; M\u00fcller S. 86 ff. 324 f. 527 ff. 610 ff.)<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Artikel5\"><\/a><\/p>\n<p>Artikel 5. Vom Predigtamt [oder Von der Erlangung des Glaubensdurch die Gnadenmittel]<\/p>\n<p>Solchen Glauben zu erlangen, hat Gott das Predigtamt eingesetzt, Evangelium und Sakramente gegeben, dadurch er, als durch Mittel, den Heiligen Geist gibt, welcher den Glauben, wo und wann er will, in denen, so das Evangelium h\u00f6ren, wirkt, welches da lehret, da\u00df wir durch Christus&#8217; Verdienst, nicht durch unser Verdienst, einen gn\u00e4digen Gott haben, so wir solches glauben.<\/p>\n<p>Und werden verdammt die Wiedert\u00e4ufer und andere, so lehren, da\u00df wir ohne das leibliche Wort des Evangeliums den Heiligen Geist durch eigene Bereitung, Gedanken und Werke erlangen.<\/p>\n<p>(Vgl. Conc. S. 74 f. 236. 286 ff. 335 ff; M\u00fcller, S. 98 f. 319. 400 ff. 488 f)<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Artikel6\"><\/a><\/p>\n<p>Artikel 6. Vom neuen Gehorsam<\/p>\n<p>Auch wird gelehrt, da\u00df solcher Glaube gute Fr\u00fcchte und gute Werke bringen soll, und da\u00df man m\u00fcsse gute Werke tun, allerlei, so Gott geboten hat, um Gottes willen, doch nicht auf solche Werke zu vertrauen, dadurch Gnade vor Gott zu verdienen; denn wir empfangen Vergebung der S\u00fcnden und Gerechtigkeit durch den Glauben an Christus, wie Christus selbst spricht, Luk. 17: &#8220;So ihr dies alles getan habt, sollt ihr sprechen: wir sind unt\u00fcchtige Knechte.&#8221; (Al)so lehren auch die V\u00e4ter. Denn Ambrosius spricht: &#8220;Also ist&#8217;s beschlossen bei Gott, da\u00df, wer an Christus glaubt, selig sei, und nicht durch Werke, sondern allein durch den Glauben ohne Verdienst Vergebung der S\u00fcnden habe.&#8221;<\/p>\n<p>(Vgl. Conc.S. 83 ff. 239. 364 f. 426 ff. 436 ff; M\u00fcller S. 109 ff. 324. 530 ff. 624 ff. 639 ff)<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Artikel7\"><\/a><\/p>\n<p>Artikel 7. Von der Kirche<\/p>\n<p>Es wird auch gelehrt, da\u00df allezeit m\u00fcsse Eine heilige christliche Kirche sein und bleiben, welche ist die Versammlung aller Gl\u00e4ubigen, bei welchen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut des Evangeliums gereicht werden.<\/p>\n<p>Denn dieses ist genug zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirche, da\u00df da eintr\u00e4chtiglich nach reinem Verstand das Evangelium gepredigt und die Sakramente dem g\u00f6ttlichen Wort gem\u00e4\u00df gereicht werden. Und ist nicht not zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirche, da\u00df allenthalben gleichf\u00f6rmige Zeremonien, von den Kirchen eingesetzt, gehalten werden; wie Paulus spricht Eph. 4,5.6: &#8220;Ein Leib, ein Geist, wie ihr berufen seid zu einerlei Hoffnung eures Berufs, Ein HErr, Ein Glaube, Eine Taufe.&#8221;<\/p>\n<p>(Vgl. Conc. S. 111 ff. 239. 317 f. 377 ff; M\u00fcller, S. 152 ff. 324. 456 f. 551 ff. 697 ff)<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Artikel8\"><\/a><\/p>\n<p>Artikel 8. Was die Kirche sei.<\/p>\n<p>Item [Ebenso], wiewohl die christliche Kirche eigentlich nichts anderes ist denn [als] die Versammlung aller Gl\u00e4ubigen und Heiligen, jedoch dieweil in diesem Leben viel falscher Christen und Heuchler sind, auch \u00f6ffentliche S\u00fcnder unter den Frommen bleiben, so sind die Sakramente gleichwohl kr\u00e4ftig, obschon die Priester, dadurch sie gereicht werden, nicht fromm sind; wie denn Christus selbst anzeigt Matth. 23,2: &#8220;Auf dem Stuhl Moses sitzen die Pharis\u00e4er&#8221; usw.<\/p>\n<p>Derhalben werden die Donatisten und alle anderen verdammt, so anders halten.<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Artikel9\"><\/a><\/p>\n<p>Artikel 9. Von der Taufe<\/p>\n<p>Von der Taufe wird gelehrt, da\u00df sie n\u00f6tig sei, und da\u00df dadurch Gnade angeboten werde, da\u00df man auch die Kinder taufen soll, welche durch solche Taufe Gott \u00fcberantwortet und gef\u00e4llig werden.<\/p>\n<p>Derhalben werden die Wiedert\u00e4ufer verworfen, welche lehren, da\u00df die Kindertaufe nicht recht sei.<\/p>\n<p>(Vgl. Conc. S. 119. 236. 333 ff. 491. 552 f; M\u00fcller S. 163. 320. 448 ff. 727. 848 f)<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Artikel10\"><\/a><\/p>\n<p>Artikel 10. Vom heiligen Abendmahl<\/p>\n<p>Vom Abendmahl des HErrn wird (al)so gelehrt, da\u00df wahrer Leib und Blut Christi wahrhaftiglich unter der Gestalt des Brots und Weins im Abendmahl gegenw\u00e4rtig sei und da ausgeteilt und genommen wird. Derhalben wird auch die Gegenlehre verworfen.<\/p>\n<p>(Vgl. Conc. S. 34. 36 ff. 120. 173 ff. 186 ff. 236. 341 ff. 369 ff. 440 ff. 520 f; M\u00fcller S. 48 f. 51 ff. 164. 232 ff. 248 ff. 320. 499 ff. 538 ff. 644 ff. 847)<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Artikel11\"><\/a><\/p>\n<p>Artikel 11. Von der Beichte<\/p>\n<p>Von der Beichte wird (al)so gelehrt, da\u00df man in der Kirche privatam absolutionem [Privatabsolution oder -lossprechung, Anm. d. Hrsg.] erhalten und nicht fallen lassen soll; wiewohl in der Beichte nicht not ist, alle Missetat und S\u00fcnden zu erz\u00e4hlen, dieweil doch solches nicht m\u00f6glich ist, Ps. 19,13: &#8220;Wer kennet die Missetat?&#8221;<\/p>\n<p>(Vgl. Conc. S. 38 f. 120 ff. 124 f. 137 ff. 237 f; M\u00fcller S. 53 f. 164 ff. 168. 185 ff. 321 ff)<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Artikel12\"><\/a><\/p>\n<p>Artikel 12. Von der Bu\u00dfe<\/p>\n<p>Von der Bu\u00dfe wird gelehrt, da\u00df diejenigen, so nach der Taufe ges\u00fcndigt haben, zu aller Zeit, so sie zur Bu\u00dfe kommen, m\u00f6gen Vergebung der S\u00fcnden erlangen, und ihnen die Absolution von der Kirche nicht soll verweigert werden; und ist wahre rechte Bu\u00dfe eigentlich Reu und Leid oder Schrecken haben \u00fcber die S\u00fcnde, und doch daneben glauben an das Evangelium und Absolution, da\u00df die S\u00fcnden vergeben und durch Christus Gnade erworben sei; welcher Glaube wiederum das Herz tr\u00f6stet und zufrieden macht. Darnach soll auch Besserung folgen, und da\u00df man die S\u00fcnden lasse; denn dies sollen die Fr\u00fcchte der Bu\u00dfe sein, wie Johannes spricht Matth. 3,8: &#8220;Wirket rechtschaffene Fr\u00fcchte der Bu\u00dfe.&#8221;<\/p>\n<p>Hier werden verworfen die, so lehren, da\u00df diejenigen, so einmal sind fromm gewesen, nicht wieder fallen m\u00f6gen.<\/p>\n<p>Dagegen werden auch verdammt die Novatianer, welcher die Absolution denen, so nach der Taufe ges\u00fcndigt hatten, verweigerten.<\/p>\n<p>Auch werden die verworfen, so nicht lehren, da\u00df man durch Glauben Vergebung der S\u00fcnden erlange, sondern durch unser Genugtun.<\/p>\n<p>(Vgl. Conc. S. 123 ff. 138 ff. 231 ff; M\u00fcller S. 167 ff. 187 ff. 312 ff.)<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Artikel13\"><\/a><\/p>\n<p>Artikel 13. Vom Gebrauch der Sakramente<\/p>\n<p>Vom Gebrauch der Sakramente wird gelehrt, da\u00df die Sakramente eingesetzt sind nicht allein darum, da\u00df sie Zeichen seien, dabei man \u00e4u\u00dferlich die Christen erkennen m\u00f6ge, sondern da\u00df es Zeichen und Zeugnisse sind g\u00f6ttliches Willens gegen uns, unsern Glauben dadurch zu erwecken und zu st\u00e4rken; derhalben sie auch Glauben fordern und dann recht gebraucht werden, so man&#8217;s im Glauben empf\u00e4nget und den Glauben dadurch st\u00e4rket.<\/p>\n<p>(Vgl. Conc. S. 149 ff. 196 ff; M\u00fcller S. 202 ff. 263 ff)<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Artikel14\"><\/a><\/p>\n<p>Artikel 14. Vom Kirchenregiment [oder Vom Pfarramt]<\/p>\n<p>Vom Kirchenregiment wird gelehrt, da\u00df niemand in der Kirche \u00f6ffentlich lehren oder predigen oder Sakramente reichen soll ohne ordentlichen Beruf.<\/p>\n<p>(Vgl. Conc. S. 44 ff. 152. 233. 244 f. 249 ff; M\u00fcller S. 62 ff. 205 f. 323. 332 f. 340 ff)<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Artikel15\"><\/a><\/p>\n<p>Artikel 15. Von Kirchenordnungen<\/p>\n<p>Von Kirchenordnungen, von Menschen gemacht, lehrt man diejenigen halten, so ohne S\u00fcnde m\u00f6gen gehalten werden und zu Frieden, zu guter Ordnung in der Kirche dienen, wie gewisse Feiern, Feste und dergleichen. Doch geschieht Unterricht dabei, da\u00df man die Gewissen nicht damit beschweren soll, als sei solch Ding n\u00f6tig zur Seligkeit. Dar\u00fcber wird gelehrt, da\u00df alle Satzungen und Traditionen, von Menschen dazu gemacht, da\u00df man dadurch Gott vers\u00f6hne und Gnade verdiene, dem Evangelium und der Lehre vom Glauben an Christus entgegen seien; derhalben seien Klostergel\u00fcbde und andere Traditionen von Unterschied der Speise, Tage usw., dadurch man vermeint, Gnade zu verdienen und f\u00fcr S\u00fcnden genug zu tun, unt\u00fcchtig und wider das Evangelium.<\/p>\n<p>(Vgl. Conc. S. 39 ff. 41 ff. 46 ff. 152 ff. 239 ff. 377 ff. 473 ff; M\u00fcller S. 55 ff. 58 ff. 65 ff. 206 ff. 325. 551 ff. 697 ff)<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Artikel16\"><\/a><\/p>\n<p>Artikel 16. Von der Polizei und weltlichem Regiment [oder Von b\u00fcrgerlichen Sachen]<\/p>\n<p>Von Polizei und weltlichem Regiment wird gelehrt, da\u00df alle Obrigkeit in der Welt und geordnete Regimente und Gesetze gute Ordnung, von Gott geschaffen und eingesetzt sind; und da\u00df Christen m\u00f6gen in Obrigkeit, F\u00fcrsten- und Richteramt ohne S\u00fcnde sein, nach kaiserlichen und andern \u00fcblichen Rechten Urteil und Recht sprechen, \u00dcbelt\u00e4ter mit dem Schwert strafen, [ge]rechte Kriege f\u00fchren, streiten, kaufen und verkaufen, aufgelegte Eide tun, Eigenes haben, ehelich sein usw.<\/p>\n<p>Hier werden verdammt die Wiedert\u00e4ufer, so lehren, da\u00df des Obenangezeigten keines christlich sei.<\/p>\n<p>Auch werden diejenigen verdammt, so lehren, da\u00df christliche Vollkommenheit sei, Haus und Hof, Frau und Kind leiblich verlassen und sich der vorber\u00fchrten St\u00fccke ent\u00e4u\u00dfern; so doch dies allein rechte Vollkommenheit ist: rechte Furcht Gottes und rechter Glaube an Gott; denn das Evangelium lehrt nicht ein \u00e4u\u00dferlich, zeitlich, sondern innerlich, ewig Wesen und Gerechtigkeit des Herzens und st\u00f6\u00dft nicht um weltlich Regiment, Polizei und Ehestand, sondern will, da\u00df man solches alles halte als wahrhaftige Ordnung und in solchen St\u00e4nden christliche Liebe und rechte gute Werke, ein jeder nach seinem Beruf, beweise. Derhalben sind die Christen schuldig, der Obrigkeit untertan und ihren Geboten gehorsam zu sein in allem, so ohne S\u00fcnde geschehen mag; denn so der Obrigkeit Gebot ohne S\u00fcnde nicht geschehen mag, soll man Gott mehr gehorsam sein als den Menschen. Apost. 5,29.<\/p>\n<p>(Vgl. Conc. S. 160 ff. 292 ff. 382; M\u00fcller S. 215 ff. 412 ff. 595 f)<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Artikel17\"><\/a><\/p>\n<p>Artikel 17. Von Christi Wiederkunft und Gericht<\/p>\n<p>Auch wird gelehrt, da\u00df unser HErr JEsus Christus am j\u00fcngsten Tage kommen wird, zu richten und alle Toten auferwecken, den Gl\u00e4ubigen und Auserw\u00e4hlten ewiges Leben und ewige Freude geben, die gottlosen Menschen aber und Teufel in die H\u00f6lle und ewige Strafe verdammen.<\/p>\n<p>Derhalben werden die Wiedert\u00e4ufer verworfen, so lehren, da\u00df die Teufel und verdammten Menschen nicht ewige Pein und Qual haben werden.<\/p>\n<p>Item [Ebenso], hier werden verworfen etliche j\u00fcdische Lehren, so sich auch jetzt ereignen, da\u00df vor der Auferstehung der Toten eitel Heilige, Fromme ein weltlich Reich haben und alle Gottlosen vertilgen werden.<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Artikel18\"><\/a><\/p>\n<p>Artikel 18. Vom freien Willen<\/p>\n<p>Vom freien Willen wird gelehrt, da\u00df der Mensch etlicherma\u00dfen einen freien Willen hat, \u00e4u\u00dferlich ehrbar zu leben und zu w\u00e4hlen unter den Dingen, so die Vernunft begreift; aber ohne Gnade, Hilfe und Wirkung des Heiligen Geistes vermag der Mensch nicht, Gott gef\u00e4llig zu werden, Gott herzlich zu f\u00fcrchten oder zu glauben oder die angeborne b\u00f6se Lust aus dem Herzen zu werfen; sondern solches geschieht durch den Heiligen Geist, welcher durch Gottes Wort gegeben wird; denn Paulus spricht 1 Kor. 2,14: &#8220;Der nat\u00fcrliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes.&#8221;<\/p>\n<p>Und damit man erkennen m\u00f6ge, da\u00df hierin keine Neuigkeit gelehrt werde, so sind das die klaren Worte Augustini vom freien Willen, wie jetzt und hierbei geschrieben aus dem 3. Buch Hypognosticon: &#8220;Wir bekennen, da\u00df alle Menschen einen freien Willen haben; denn sie haben je alle nat\u00fcrlichen, angebornen Verstand und Vernunft, nicht, da\u00df sie etwas verm\u00f6gen mit Gott zu handeln, wie, Gott von Herzen zu lieben, zu f\u00fcrchten; sondern allein in \u00e4u\u00dferlichen Werken dieses Lebens haben sie Freiheit, Gutes oder B\u00f6ses zu w\u00e4hlen; Gutes mein ich, das die Natur vermag, wie, auf dem Acker zu arbeiten oder nicht, zu essen, zu trinken, zu einem Freunde zu gehen oder nicht, ein Kleid an- oder auszutun, zu bauen, eine Frau zu nehmen, ein Handwerk zu treiben und dergleichen etwas N\u00fctzliches und Gutes zu tun; welches alles doch ohne Gott nicht ist noch bestehet, sondern alles aus ihm und durch ihn ist. Dagegen kann der Mensch auch B\u00f6ses aus eigener Wahl vornehmen, wie, vor einem Abgott niederzuknieen, einen Totschlag zu tun&#8221; usw.<\/p>\n<p>(Vgl. Conc. S. 162 ff. 359 ff. 401 ff; M\u00fcller S. 217 ff. 523 ff. 587 ff)<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Artikel19\"><\/a><\/p>\n<p>Artikel 19. Von Ursach der S\u00fcnde<\/p>\n<p>Von Ursach der S\u00fcnde wird bei uns gelehrt, da\u00df, wiewohl Gott der Allm\u00e4chtige die ganze Natur geschaffen hat und erh\u00e4lt, so wirkt doch der verkehrte Wille die S\u00fcnde in allen B\u00f6sen und Ver\u00e4chtern Gottes; wie denn des Teufels Wille ist und aller Gottlosen, welcher alsbald, so Gott die Hand abgetan, sich von Gott zum Argen gewandt hat, wie Christus spricht Joh. 8,44: &#8220;Der Teufel redet L\u00fcgen aus seinem Eigenen.&#8221;<\/p>\n<p>(Vgl. Conc. 163 f. 370 ff. 477 ff. 520; M\u00fcller S. 219 f. 553 ff. 704 ff. 781)<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Artikel20\"><\/a><\/p>\n<p>Artikel 20. Vom Glauben und guten Werken<\/p>\n<p>Den Unsern wird mit Unwahrheit aufgelegt, da\u00df sie gute Werke verbieten; denn ihre Schriften von (den) zehn Geboten und andere beweisen, da\u00df sie von rechten christlichen St\u00e4nden und Werken guten n\u00fctzlichen Bericht und Ermahnung getan haben, davon man vor dieser Zeit wenig gelehrt hat, sondern allermeist in allen Predigten auf kindische unn\u00f6tige Werke, wie Rosenkr\u00e4nze, Heiligendienst, M\u00f6nchewerden, Wallfahrten, gesetzte Fasten, Feier, Br\u00fcderschaften usw. getrieben. Solche unn\u00f6tigen Werke r\u00fchmet auch unser Widerpart nun nicht mehr so hoch wie vor Zeiten; dazu haben sie auch gelernet, nun vom Glauben zu reden, davon sie doch in Vorzeiten gar nichts gepredigt haben; lehren dennoch nun, da\u00df wir nicht allein aus Werken gerecht werden vor Gott, sondern setzen den Glauben an Christus dazu, sprechen: Glaube und Werke machen uns gerecht vor Gott; welche Rede mehr Trosts bringen m\u00f6ge, denn so man allein lehrt, auf Werke zu vertrauen.<\/p>\n<p>Dieweil nun die Lehre vom Glauben, die das Hauptst\u00fcck ist in christlichem Wesen, so lange Zeit, wie man bekennen mu\u00df, nicht getrieben worden, sondern allein Werklehre an allen Orten gepredigt, ist davon durch die Unsern solcher Unterricht geschehen:<\/p>\n<p>Erstlich, da\u00df uns unsere Werke nicht m\u00f6gen mit Gott vers\u00f6hnen und Gnade erwerben, sondern solches geschieht allein durch den Glauben, so man glaubt, da\u00df uns um Christus&#8217; willen die S\u00fcnden vergeben werden, welcher allein der Mittler ist, den Vater zu vers\u00f6hnen. (1 Tim. 2,5) Wer nun vermeinet, solches durch Werke auszurichten und Gnade zu verdienen, der verachtet Christus und sucht einen eigenen Weg zu Gott, wider das Evangelium.<\/p>\n<p>Diese Lehre vom Glauben ist \u00f6ffentlich und klar bei Paulus an vielen Orten behandelt, besonders an die Epheser in 2,8: &#8220;Aus Gnaden seid ihr selig worden durch den Glauben, und dasselbige nicht aus euch, sondern es ist Gottes Gabe, nicht aus Werken, damit sich niemand r\u00fchme&#8221; usw.<\/p>\n<p>Und da\u00df hierin kein neuer Verstand eingef\u00fchrt sei, kann man aus Augustinus beweisen, der diese Sache flei\u00dfig behandelt und auch (al)so lehret, da\u00df wir durch den Glauben an Christus Gnade erlangen und vor Gott gerecht werden und nicht durch Werke, wie sein ganzes Buch de spiritu et litera ausweiset.<\/p>\n<p>Wiewohl nun diese Lehre bei unversuchten Leuten sehr verachtet wird, so findet sich doch, da\u00df sie den bl\u00f6den und erschrockenen Gewissen sehr tr\u00f6stlich und heilsam ist; denn das Gewissen, kann nicht zu Ruhe und Friede kommen durch Werke, sondern allein durch Glauben, so es bei sich gewi\u00dflich schlie\u00dft, da\u00df es um Christus&#8217; willen einen gn\u00e4digen Gott habe; wie auch Paulus spricht R\u00f6m. 5,1: &#8220;So wir durch den Glauben sind gerecht worden, haben wir Ruhe und Friede mit Gott.&#8221;<\/p>\n<p>Diesen Trost hat man vor Zeiten nicht getrieben in Predigten, sondern die armen Gewissen auf eigene Werke getrieben; und sind mancherlei Werke vorgenommen; denn etliche hat das Gewissen in die Kl\u00f6ster gejagt, der Hoffnung, daselbst Gnade zu erwerben durch Klosterleben; etliche haben andere Werke erdacht, damit Gnade zu verdienen und f\u00fcr die S\u00fcnden genug zu tun. Derselbigen viele haben erfahren, da\u00df man dadurch nicht ist zu Frieden kommen. Darum ist not gewesen, diese Lehre vom Glauben an Christus zu predigen und flei\u00dfig zu treiben, da\u00df man wisse, da\u00df man allein durch den Glauben, ohne Verdienst, Gottes Gnade ergreifet.<\/p>\n<p>Es geschieht auch Unterricht, da\u00df man hier nicht von solchem Glauben redet, den auch die Teufel und Gottlosen haben, die auch die Historien glauben, da\u00df Christus gelitten habe und auferstanden sei von Toten, sondern man redet von wahrem Glauben, der da glaubet, da\u00df wir durch Christus Gnade und Vergebung der S\u00fcnden erlangen, und der nun wei\u00df, da\u00df er einen gn\u00e4digen Gott durch Christus hat, kennet also Gott, rufet ihn an und ist nicht ohne Gott wie die Heiden. Denn der Teufel und Gottlose glauben diesen Artikel, Vergebung der S\u00fcnden, nicht; darum sind sie Gott feind, k\u00f6nnen ihn nicht anrufen, nichts Gutes von ihm hoffen. Und also, wie jetzt angezeigt ist, redet die Schrift vom Glauben und hei\u00dfet nicht Glauben ein solches Wissen, das Teufel und gottlose Menschen haben; denn also wird vom Glauben gelehret zu den Hebr\u00e4ern im 11., da\u00df glauben sei nicht allein die Historien wissen, sondern Zuversicht haben zu Gott, seine Zusage zu empfangen. Und Augustinus erinnert uns auch, da\u00df wir das Wort &#8220;Glaube&#8221; in der Schrift verstehen sollen, da\u00df es hei\u00dfe Zuversicht zu Gott, da\u00df er uns gn\u00e4dig sei, und hei\u00dfe nicht allein solche Historien wissen, wie auch die Teufel wissen.<\/p>\n<p>Ferner wird gelehrt, da\u00df gute Werke sollen und m\u00fcssen geschehen, nicht da\u00df man darauf vertraue, Gnade damit zu verdienen, sondern um Gottes willen und Gott zu Lob. Der Glaube ergreift allezeit allein Gnade und Vergebung der S\u00fcnden. Und dieweil durch den Glauben der Heilige Geist gegeben wird, so wird auch das Herz geschickt, gute Werke zu tun. Denn zuvor, dieweil es ohne den Heiligen Geist ist, so ist es zu schwach; dazu ist es ins Teufels Gewalt, der die arme menschliche Natur zu viel S\u00fcnden treibt; wie wir sehen in den Philosophen, welche sich unterstanden, ehrlich und unstr\u00e4flich zu leben, haben aber dennoch solches nicht ausgerichtet, sondern sind in viel gro\u00dfe \u00f6ffentliche S\u00fcnden gefallen. Also gehet es mit dem Menschen, so er au\u00dfer dem rechten Glauben ohne den Heiligen Geist ist und sich allein durch eigene menschliche Kr\u00e4fte regiert.<\/p>\n<p>Derhalben ist die Lehre vom Glauben nicht zu schelten, da\u00df sie gute Werke verbiete, sondern vielmehr zu r\u00fchmen, da\u00df sie lehre, gute Werke zu tun und Hilfe anbiete, wie man zu guten Werken kommen m\u00f6ge. Denn au\u00dfer dem Glauben und au\u00dferhalb Christi ist menschliche Natur und Verm\u00f6gen viel zu schwach, gute Werke zu tun, Gott anzurufen, Geduld zu haben im Leiden, den N\u00e4chsten zu lieben, befohlene \u00c4mter flei\u00dfig auszurichten, gehorsam zu sein, b\u00f6se L\u00fcste zu meiden. Solche hohe und rechte Werke m\u00f6gen nicht gschehen ohne die Hilfe Christi; wie er selbst spricht Joh. 15,5: &#8220;Ohne mich k\u00f6nnt ihr nichts tun&#8221; usw.<\/p>\n<p>(Vgl. Conc. S. 164 ff; M\u00fcller S. 220 ff)<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Artikel21\"><\/a><\/p>\n<p>Artikel 21. Vom Dienst der Heiligen.<\/p>\n<p>Vom Heiligendienst wird von den Unsern also gelehrt, da\u00df man der Heiligen gedenken soll, auf da\u00df wir unsern Glauben st\u00e4rken, so wir sehen, wie ihnen Gnade widerfahren, auch wie ihnen durch Glauben geholfen ist; dazu, da\u00df man Exempel nehme von ihren guten Werken, ein jeder nach seinem Beruf, gleichwie die kais. Majest\u00e4t seliglich und g\u00f6ttlich dem Exempel Davids folgen mag, Kriege wider den T\u00fcrken zu f\u00fchren; denn beide sind sie in k\u00f6niglichem Amt, welches Schutz und Schirm ihrer Untertanen fordert. Durch Schrift aber mag man nicht beweisen, da\u00df man die Heiligen anrufen oder Hilfe bei ihnen suchen soll; denn es ist allein ein einiger Vers\u00f6hner und Mittler gesetzt zwischen Gott und den Menschen, JEsus Christus, 1 Tim. 2,5, welcher ist der einige Heiland, der einige oberste Priester, Gnadenstuhl und F\u00fcrsprecher vor Gott, R\u00f6m. 8,34. Und er hat allein zugesagt, da\u00df er unser Gebet erh\u00f6ren wolle. Das ist auch der h\u00f6chste Gottesdienst nach der Schrift, da\u00df man denselbigen JEsus Christus in allen N\u00f6ten und Anliegen von Herzen suche und anrufe. 1 Joh. 2,1: &#8220;So jemand s\u00fcndigt, haben wir einen F\u00fcrsprecher bei Gott, der gerecht ist, Jesus.&#8221;<\/p>\n<p>Dies ist fast die Summe der Lehre, welche in unseren Kirchen zu rechtem christlichem Unterricht und Trost der Gewissen, auch zu Besserung der Gl\u00e4ubigen gepredigt und gelehrt ist; wie wir denn unsere eigene Seele und Gewissen je nicht gerne wollten vor Gott mit Mi\u00dfbrauch g\u00f6ttliches Namens oder Worts in die h\u00f6chste Gefahr setzen oder auf unsere Kinder und Nachkommen eine andere Lehre als die dem reinen g\u00f6ttlichen Wort und christlicher Wahrheit gem\u00e4\u00df, f\u00e4llen oder erben. So denn dieselbige in heiliger Schrift klar gegr\u00fcndet und dazu auch gemeiner christlicher, ja, r\u00f6mischer Kirche, so viel aus der V\u00e4ter Schriften zu vermerken, nicht zuwider noch entgegen ist: so achten wir auch, unsere Widersacher k\u00f6nnen in obangezeigten Artikeln nicht uneinig mit uns sein. Derhalben handeln diejenigen ganz unfreundlich, geschwind und wider alle christliche Einigkeit und Liebe, so die Unsern derhalben als Ketzer absondern, zu verwerfen und zu meiden ihnen selbst ohne einigen best\u00e4ndigen Grund g\u00f6ttlicher Gebote oder Schrift vornehmen. Denn die Irrung und Zank ist vornehmlich \u00fcber etliche Traditionen und Mi\u00dfbr\u00e4uche. So denn nun an den Hauptartikeln kein befindlicher Ungrund oder Mangel, und dies unser Bekenntnis g\u00f6ttlich und christlich ist, sollten sich billig die Bisch\u00f6fe, wenn schon bei uns der Tradition halben ein Mangel w\u00e4re, gelinder erzeigen; wiewohl wir hoffen, best\u00e4ndigen Grund und Ursachen darzutun, warum bei uns etliche Traditionen und Mi\u00dfbr\u00e4uche ge\u00e4ndert sind.<\/p>\n<p>(Vgl. Conc. S. 166 ff; M\u00fcller S. 223 ff)<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><br \/>\n<a href=\"#ZweiterTeil\"><\/a><\/p>\n<p>ZWEITER TEIL:<br \/>\nARTIKEL, VON WELCHEN ZWIESPALT IST, DA ERZ\u00c4HLT WERDEN DIE MISSBR\u00c4UCHE, SO GE\u00c4NDERT SIND<\/p>\n<p>So nun von den Artikeln des Glaubens in unsern Kirchen nicht gelehrt wird zuwider der heiligen Schrift oder gemeiner christlicher Kirche, sondern allein etliche Mi\u00dfbr\u00e4uche ge\u00e4ndert sind, welche zum Teil mit der Zeit selbst eingerissen, zum Teil mit Gewalt aufgerichtet, fordert unsere Notdurft, dieselbigen zu erw\u00e4hlen und Ursache darzutun, warum hierin \u00c4nderung geduldet ist; damit kais. Majest\u00e4t erkennen m\u00f6ge, da\u00df nicht hierin unchristlich oder freventlich gehandelt, sondern da\u00df wir durch Gottes Gebot, welches billig h\u00f6her zu achten als alle Gewohnheit, gedrungen sind, solche \u00c4nderung zu gestatten.<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Artikel22\"><\/a><\/p>\n<p>Der 22. Artikel. Von beider Gestalt des Sakraments<\/p>\n<p>Den Laien wird bei uns beide Gestalt des Sakraments gereicht aus dieser Ursache, da\u00df dies ist ein klarer Befehl und Gebot Christi, Matth. 26: &#8220;Trinket alle daraus.&#8221; Da gebietet Christus mit klaren Worten von dem Kelch, da\u00df sie alle daraus trinken sollen.<\/p>\n<p>Und damit niemand diese Worte anfechten und glossieren k\u00f6nne, als geh\u00f6re es allein den Priestern zu, so zeigt Paulus 1 Kor. 11,26 an, da\u00df die ganze Versammlung der Korinther Kirchen beide Gestalt gebraucht hat. Und dieser Brauch ist lange Zeit in der Kirche geblieben, wie man durch die Historien und der V\u00e4ter Schriften beweisen kann. Cyprianus gedenkt an viel Orten, da\u00df den Laien der Kelch die Zeit gereicht sei. So spricht St. Hieronymus, da\u00df die Priester, so das Sakrament reichen, dem Volk das Blut Christi austeilen. So gebietet Gelasius, der Papst, selbst, da\u00df man das Sakrament nicht teilen soll, distinct. 2. de consecrat. c. Comperimus. Man findet auch nirgend einen Kanon, der da gebiete, allein Eine Gestalt zu nehmen. Es kann auch niemand wissen, wann oder durch welche diese Gewohnheit, Eine Gestalt zu nehmen, eingef\u00fchrt ist; wiewohl der Kardinal Cusanus gedenkt, wann diese Weise approbiert [eingef\u00fchrt] sei. Nun ists \u00f6ffentlich, da\u00df solche Gewohnheit, wider Gottes Gebot, auch wider die alten Kanons eingef\u00fchrt, unrecht ist. Derhalben hat sich nicht geb\u00fchret, diejenigen Gewissen, so das heilige Sakrament nach Christus Einsetzung zu gebrauchen begehrt haben, zu beschweren und zu zwingen, wider unsers HErrn Christi Ordnung zu handeln. Und dieweil die Teilung des Sakraments der Einsetzung Christi zu entgegen ist, wird auch bei uns die gew\u00f6hnliche Prozession mit dem Sakrament unterlassen.<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Artikel23\"><\/a><\/p>\n<p>Artikel 23. Von dem Ehestand der Priester<\/p>\n<p>Es ist bei jedermann, hohen und niederen Standes, eine gro\u00dfe, m\u00e4chtige Klage in der Welt gewesen von gro\u00dfer Unzucht und wildem Wesen und Leben der Priester, so nicht vermochten Keuschheit zu halten, und war auch je mit solchen greulichen Lastern aufs h\u00f6chste gekommen. So viel h\u00e4\u00dfliches, gro\u00df \u00c4rgernis, Ehebruch und andere Unzucht zu meiden, haben sich etliche Preister bei uns in ehelichen Stand begeben. Dieselben zeigen an diese Ursachen, da\u00df sie dahin gedrungen und bewegt sind aus hoher Not ihrer Gewissen, nachdem die Schrift klar meldet, der eheliche Stand sei von Gott dem Herrn eingesetzt, Unzucht zu vermeiden, wie Paulus sagt (1 Kor. 7,2.9): &#8220;Die Unzucht zu vermeiden hab jeglicher sein eigen Eheweib&#8221;; ebenso: &#8220;Es ist besser ehelich werden als brennen.&#8221; Und nachdem Christus sagt (Matth 19,12): &#8220;Sie fassen nicht alle das Wort&#8221;, da zeigt Christus an, (welcher wohl gewu\u00dft hat, was am Menschen sei) da\u00df wenig Leute die Gabe keusch zu leben haben: &#8220;denn Gott hat den Menschen M\u00e4nnlein und Fr\u00e4ulein geschaffen&#8221;, 1 Mose 1,28. Ob es nun in menschlicher Macht oder Verm\u00f6gen sei, ohne sonderliche Gabe und Gnade Gottes, durch eigenes Vornehmen oder Gel\u00fcbde Gottes, der hohen Majest\u00e4t, Gesch\u00f6pfe besser zu machen oder zu \u00e4ndern, hat die Erfahrung allzu klar geben. Denn was guts, was ehrbar, z\u00fcchtiges Leben, was christlichs, ehrlichs oder redlichs Wandels an vielen daraus erfolget, wie greulich, schrecklich Unruhe und Qual ihres Gewissens viel an ihrem letzten Ende derhalben gehabt, ist am Tage und ihrer viele haben es selbst bekannt. So denn Gottes Wort und Gebot durch kein menschlich Gel\u00fcbde oder Gesetz mag ge\u00e4ndert werden, haben aus dieser und andern Ursachen und Gr\u00fcnden die Priester und andere Geistliche Ehefrauen genommen.<\/p>\n<p>So ist es auch aus den Historien und der V\u00e4ter Schriften zu beweisen, da\u00df in der christlichen Kirche vor Alters der Brauch gewesen, da\u00df die Priester und Diakone Ehefrauen gehabt. Darum sagt Paulus 1 Timotheus 3,2: &#8220;Es soll ein Bischof unstr\u00e4flich sein, eines Weibes Mann.&#8221; Es sind auch in Deutschland erst vor vierhundert Jahren die Priester zum Gel\u00fcbde der Keuschheit vom Ehestand mit Gewalt gedrungen worrden, welche sich dagegen s\u00e4mtlich, auch so ernstlich und hart gesetzt haben, da\u00df ein Erzbischof zu Mainz, welcher das p\u00e4pstliche neue Edikt derhalben verk\u00fcndiget, gar nahe in einer Emp\u00f6rung der ganzen Priesterschaft in einem Gedr\u00e4ng w\u00e4r umgebracht. Und dasselbige Verbot ist bald im Anfang so geschwind und ungeschickt vorgenommen, da\u00df der Papst die Zeit nicht allein die k\u00fcnftige Ehe den Priestern verboten, sondern auch derjenigen Ehe, so schon in dem Stand lange gewesen, zerrissen, welches doch nicht allein wider alles g\u00f6ttliche, nat\u00fcrliche und weltliche Recht, sondern auch den Kanons (so die P\u00e4pste selbst gemacht) und den ber\u00fchmtesten Konzilien ganz entgegen und zuwider ist.<\/p>\n<p>Auch ist bei viel hohen, gottf\u00fcrchtigen, verst\u00e4ndigen Leuten dergleichen Rede und Bedenken oft geh\u00f6rt, da\u00df solcher gedrungener Z\u00f6libat und Beraubung des Ehestandes (welchen Gott selbst eingesetzt und frei gelassen) nie etwas gutes, sondern viel gro\u00dfer b\u00f6ser Laster und viel Arges eingef\u00fchrt habe. Es hat auch einer von den P\u00e4psten, Pius II., selbst, wie seine Historie anzeigt, diese Worte oft geredet und von sich schreiben lassen: es m\u00f6ge wohl etliche Ursachen haben, warum den Geistlichen die Ehe verboten sei, es habe aber viel h\u00f6her, gro\u00dfer und wichtiger Ursachen, warum man ihnen die Ehe soll wieder frei lassen. Ungezweifelt, es hat Papst Pius, als ein verst\u00e4ndiger, weiser Mann, dies Wort aus gro\u00dfem Bedenken geredet.<\/p>\n<p>Derhalben wollen wir uns in Untert\u00e4nigkeit zu kaiserl. Majest\u00e4t vertr\u00f6sten, da\u00df Ihre Majest\u00e4t als ein christlicher, hochl\u00f6blicher Kaiser gn\u00e4diglich beherzigen werde, da\u00df jetzund in letzten Zeiten und Tagen, von welchen die Schrift meldet, die Welt immer je \u00e4rger und die Menschen gebrechlicher und schw\u00e4cher werden.<\/p>\n<p>Derhalben wohl hochn\u00f6tig, n\u00fctzlich und christlich ist, diese flei\u00dfige Einsehung zu tun, damit, wo der Ehestand verboten, nicht \u00e4rger und sch\u00e4ndlicher Unzucht und Laster in deutschen Landen m\u00f6chten einrei\u00dfen. Denn es wird je diese Sachen niemands weislicher oder besser \u00e4ndern oder machen k\u00f6nnen als Gott selbst, welcher den Ehestand, menschlicher Gebrechlichkeit zu helfen und Unzucht zu wehren, eingesetzt hat.<\/p>\n<p>So sagen die alten Kanons auch, man m\u00fcsse zu Zeiten die Sch\u00e4rfe und rigorem lindern und nachlassen, um menschlicher Schwachheit willen und \u00c4rgers zu verh\u00fcten und meiden.<\/p>\n<p>Nun w\u00e4re das in diesem Fall auch wohl christlich und ganz hoch vonn\u00f6ten. Was kann auch der Priester und der Geistlichen Ehestand gemeiner christlicher Kirchen nachteilig sein, sonderlich der Pfarrer und anderer, die der Kirche dienen sollen? Es w\u00fcrde wohl k\u00fcnftig an Priestern und Pfarrern mangeln, so dies hart Verbot des Ehestands l\u00e4nger w\u00e4hren sollt.<\/p>\n<p>So nun dieses, n\u00e4mlich da\u00df die Priester und Geistlichen m\u00f6gen ehelich werden, gegr\u00fcndet ist auf das g\u00f6ttliche Wort und Gebot, dazu die Historien beweisen, da\u00df die Priester ehelich gewesen, so auch das Gel\u00fcbde der Keuschheit so viel h\u00e4\u00dfliche, unchristliche \u00c4rgernisse, so viel Ehebruch, schreckliche, unerh\u00f6rte Unzucht und greuliche Laster angericht, da\u00df auch etliche unter den Standesherren, auch Kurtisanen zu Rom solchs selbst bekennen und kl\u00e4glich angezogen, wie solche Laster im Klerus zu greulich und \u00fcberm\u00e4chtig, Gottes Zorn w\u00fcrde erreget werden: so ists je erb\u00e4rmlich, da\u00df man den christlichen Ehestand nicht allein verboten, sondern an etlichen Orten aufs geschwindest, wie um gro\u00dfe \u00dcbeltat, zu strafen unterstanden hat. So ist auch der Ehestand in kaiserlichen Rechten und in allen Monarchien, wo je Gesetz und Recht gewesen, hoch gelobet. Allein dieser Zeit beginnt man die Leute unschuldig, allein um der Ehe willen, zu martern, und dazu Priester, die man vor andern schonen sollt, und geschieht nicht allein wider g\u00f6ttliches Recht, sondern auch wider die Kanons. Paulus, der Apostel, 1 Timotheus 4,1 ff. nennt die Lehre, so die Ehe verbietet, Teufelslehre. So sagt Christus selbst Johannes 8,44: &#8220;Der Teufel sei ein M\u00f6rder von Anbeginn.&#8221; Welches denn wohl zusammenstimmet, da\u00df es freilich Teufels Lehre sein m\u00fcsse, die Ehe verbieten und sich unterstehen, solche Lehre mit Blutvergie\u00dfen zu erhalten.<\/p>\n<p>Wie aber kein menschlich Gesetz Gottes Gebot kann wegtun oder \u00e4ndern, so kann auch kein Gel\u00fcbde Gottes Gebot \u00e4ndern. Darum gibt auch St. Cyprianus den Rat, da\u00df die Frauen, so die gelobte Keuschheit nicht halten, sollen ehelich werden und sagt (I.1) epist. 11 also: &#8220;So sie aber Keuschheit nicht halten wollen oder nicht verm\u00f6gen, so ists besser, da\u00df sie ehelich werden, als da\u00df sie durch ihre Lust ins Feuer fallen, und sollen sich wohl vorsehen, da\u00df sie den Br\u00fcdern und Schwestern kein \u00c4rgernis anrichten.&#8221;<\/p>\n<p>Zudem, so gebrauchen auch alle Kanons gr\u00f6\u00dfer Gelindigkeit und \u00c4quit\u00e4t gegen diejenigen, so in ihrer Jugend Gel\u00fcbd getan, wie denn Priester und M\u00f6nche des gr\u00f6\u00dfern Teils in der Jugend in solchen Stand aus Unwissenheit gekommen sind.<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Artikel24\"><\/a><\/p>\n<p>Artikel 24. Von der Messe<\/p>\n<p>Man legt den Unsern mit Unrecht auf, da\u00df sie die Messe sollen abgetan haben. Denn das ist \u00f6ffentlich, da\u00df die Messe, ohne Ruhm zu reden, bei uns mit gr\u00f6\u00dferer Andacht und Ernst gehalten wird als bei den Widersachern. So werden auch die Leute mit h\u00f6chstem Flei\u00df des \u00f6ftern unterrichtet vom heiligen Sakrament, wozu es eingesetzt und wie es zu gebrauchen sei, als n\u00e4mlich die erschrockenen Gewissen damit zu tr\u00f6sten, dadurch das Volk zur Kommunion und Messe gezogen wird. Dabei geschieht auch Unterricht wider andere unrechte Lehre vom Sakrament. So ist auch in den \u00f6ffentlichen Zeremonien der Messe keine merkliche \u00c4nderung geschehen, als da\u00df an etlichen Orten deutsche Ges\u00e4nge, das Volk damit zu lehren und zu \u00fcben, neben lateinischem Gesang gesungen werden, umso mehr als alle Zeremonien vornehmlich dazu dienen sollen, da\u00df das Volk daran lerne, was ihm zu wissen von Christus not ist.<\/p>\n<p>Nachdem aber die Messe auf mancherlei Weise vor dieser Zeit mi\u00dfbraucht, wie am Tage ist, da\u00df ein Jahrmarkt daraus gemacht, da\u00df man sie gekauft und verkauft hat und das mehrere Teil in allen Kirchen um Geldes willen gehalten, ist solcher Mi\u00dfbrauch zu mehrmalen, auch vor dieser Zeit, von gelehrten und frommen Leuten gestraft worden. Als nun die Prediger bei uns davon gepredigt und die Priester erinnert sind der schrecklichen Bedrohung, so denn billig einen jeden Christen bewegen soll, da\u00df, wer das Sakrament unw\u00fcrdiglich gebraucht, der sei schuldig am Leib und Blut Christi, darauf sind solche Kaufmessen und Winkelmessen, welche bis hierher aus Zwang um Geldes und der Pr\u00e4benden willen gehalten worden, in unsern Kirchen gefallen.<\/p>\n<p>Dabei ist auch der greuliche Irrtum gestraft, da\u00df man gelehret hat, unser Herr Christus habe durch seinen Tod allein f\u00fcr die Erbs\u00fcnde genuggetan und die Messe eingesetzt zu einem Opfer f\u00fcr die andern S\u00fcnden, und also die Messe zu einem Opfer gemacht f\u00fcr die Lebendigen und Toten, dadurch S\u00fcnden wegzunehmen und Gott zu vers\u00f6hnen. Daraus ist weiter gefolget, da\u00df man disputiert hat, ob eine Messe, f\u00fcr viele gehalten, ebensoviel verdiene, als wenn man f\u00fcr einen jeglichen eine sonderliche hielte. Daher ist die gro\u00dfe, unz\u00e4hlige Menge der Messen gekommen, da\u00df man mit diesem Werk hat wollen bei Gott alles erlangen, das man bedurft hat, und ist daneben der Glaube an Christus und rechte Gottesdienst vergessen worden.<\/p>\n<p>Darum ist davon Unterricht geschehen, wie ohne Zweifel die Not gefordert, da\u00df man w\u00fc\u00dfte, wie das Sakrament recht zu gebrauchen w\u00e4re. Und erstlich, da\u00df kein Opfer f\u00fcr Erbs\u00fcnde und andere S\u00fcnde sei als der einige Tod Christi, zeiget die Schrift an vielen Orten an. Denn also stehet geschrieben zu den Hebr\u00e4ern, da\u00df sich Christus &#8220;einmal geopfert hat und dadurch f\u00fcr alle S\u00fcnden genuggetan&#8221;. Es ist gar eine unerh\u00f6rte Neuigkeit in der Kirchenlehre, da\u00df Christus Tod sollte allein f\u00fcr die Erbs\u00fcnde und sonst nicht auf f\u00fcr andere S\u00fcnden genuggetan haben; derhalben zu hoffen, da\u00df m\u00e4nniglich verstehe, da\u00df solcher Irrtum nicht unbillig gestraft sei.<\/p>\n<p>Zum andern, so lehrt St. Paulus, da\u00df wir vor Gott Gnade erlangen durch Glauben und nicht durch Werke. Dawider ist \u00f6ffentlich dieser Mi\u00dfbrauch der Messe, so man vermeint, Gnade zu erlangen durch dieses Werk, wie man denn wei\u00df, da\u00df man die Messe dazu gebraucht, dadurch S\u00fcnde abzulegen und Gnade und alle G\u00fcter bei Gott zu erlangen, nicht allein der Priester f\u00fcr sich, sondern auch f\u00fcr die ganze Welt und f\u00fcr andere, Lebendige und Tote.<\/p>\n<p>Zum dritten, so ist das heilige Sakrament eingesetzt, nicht, damit f\u00fcr die S\u00fcnde ein Opfer anzurichten &#8211; denn das Opfer ist zuvor geschehen -, sondern da\u00df unser Glaube dadurch erweckt und die Gewsissen getr\u00f6stet werden, welche durchs Sakrament vernehmen, da\u00df ihnen Gnade und Vergebung der S\u00fcnde von Christus zugesagt ist. Derhalben fordert dies Sakrament Glauben und wird ohne Glauben vergeblich gebraucht.<\/p>\n<p>Dieweil nun die Messe nicht ein Opfer ist f\u00fcr andere, Lebendige oder Tote, ihre S\u00fcnden wegzunehmen, sondern soll eine Kommunion sein, da der Priester und andere das Sakrament empfangen f\u00fcr sich, so wird diese Weise bei uns gehalten, da\u00df man an Feiertagen, auch sonst, so Kommunikanten da sind, Messe h\u00e4lt bei uns in ihrem rechten Brauch, wie sie vorzeiten in der Kirche gehalten, wie man beweisen mag aus St. Paulus 1 Kor. 11, dazu auch aus vieler V\u00e4ter Schriften; denn Chrysostomus spricht, wie der Priester t\u00e4glich stehe und fordere etliche zur Kommunion, etlichen verbiete er, hinzuzutreten. Auch zeigen die alten Kanons an, da\u00df einer das Amt gehalten hat und die andern Priester und Diakone kommuniziert. Denn also lauten die Worte im canone Nicaeno: &#8220;Die Diakonen sollen nach den Priestern ordentlich das Sakrament empfangen vom Bischof oder Priester.&#8221;<\/p>\n<p>So man nun keine Neuigkeit hierin, die in der Kirche vor alters nicht gewesen, vorgenommen hat, auch in den \u00f6ffentlichen Zeremonien der Messe keine merkliche \u00c4nderung geschehen, allein da\u00df die andern unn\u00f6tigen Messen, etwa durch einen Mi\u00dfbrauch gehalten neben der Pfarrmesse, gefallen sind, soll billig diese Weise, Messe zu halten, nicht f\u00fcr ketzerisch und unchristlich verdammt werden. Denn man hat vorzeiten auch in den gro\u00dfen Kirchen, da viel Volks gewesen, auch auf die Tage, so das Volk zusammenkam, nicht t\u00e4glich Messe gehalten, wie Tripartita Historia lib. 9 anzeiget, da\u00df man zu Alexandria am Mittwoch und Freitag die Schrift gelesen und ausgelegt habe und sonst alle Gottesdienste gehalten ohne die Messe.<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Artikel25\"><\/a><\/p>\n<p>Artikel 25. Von der Beichte<\/p>\n<p>Die Beichte ist durch die Prediger dieses Teils nicht abgetan. Denn diese Gewohnheit wird bei uns gehalten, das Sakrament nicht zu reichen denen, so nicht zuvor verh\u00f6rt und absolviert sind. Dabei wird das Volk flei\u00dfig unterrichtet, wie tr\u00f6stlich das Wort der Absolution sei, wie hoch und teuer die Absolution zu achten; denn es sei nicht des gegenw\u00e4rtigen Menschen Stimme oder Wort, sondern Gottes Wort, der die S\u00fcnde vergibt; denn sie wird an Gottes Statt und aus Gottes Befehl gesprochen. Von diesem Befehl und Gewalt der Schl\u00fcssel, wie tr\u00f6stlich, wie n\u00f6tig sie sei den erschrockenen Gewissen, wird mit gro\u00dfem Flei\u00df gelehret; dazu, wie Gott fordert, dieser Absolution zu glauben, nicht weniger, denn so Gottes Stimme vom Himmel ersch\u00f6lle, und uns der Absolution fr\u00f6hlich tr\u00f6sten und wissen, da\u00df wir durch solchen Glauben Vergebung der S\u00fcnden erlangen. Von diesen n\u00f6tigen St\u00fccken haben vorzeiten die Prediger, so von der Beichte viel lehrten, nicht ein W\u00f6rtlein ger\u00fchrt, sondern allein die Gewissen mit langer Erz\u00e4hlung der S\u00fcnden, mit Genugtun, mit Abla\u00df, mit Wallfahrten und dergleichen gemartert. Und viele unserer Widersacher bekennen selbst, da\u00df dieses Teils von rechter christlicher Bu\u00dfe schicklicher denn zuvor in langer Zeit geschrieben und gehandelt sei.<\/p>\n<p>Und wird von der Beichte also gelehret, da\u00df man niemand dringen soll, die S\u00fcnden namhaftig zu erz\u00e4hlen. Denn solches ist unm\u00f6glich, wie der Psalm spricht: &#8220;Wer kennet die Missetat?&#8221; Und Jeremia sagt: &#8220;Des Menschen Herz ist so arg, da\u00df man&#8217;s nicht auslernen kann.&#8221; Die elende menschliche Natur steckt also tief in S\u00fcnden, da\u00df sie dieselben nicht alle sehen oder kennen kann, und sollten wir allein von denen absolviert werden, die wir erz\u00e4hlen k\u00f6nnen, w\u00e4re uns wenig geholfen. Derhalben ist nicht not, die Leute zu dringen, die S\u00fcnden namhaftig zu erz\u00e4hlen. Also haben&#8217;s auch die V\u00e4ter gehalten, wie man findet dist. 1. de poenitentia, da die Worte Chrysostomus&#8217; angezogen werden: &#8220;Ich sage nicht, da\u00df du dich selbst sollst \u00f6ffentlich dargeben noch bei einem andern dich selbst verklagen oder schuldig geben, sondern gehorche dem Propheten, welcher spricht: &#8216;Offenbare dem Herrn deine Wege&#8217;. Derhalben beichte Gott dem Herrn, dem wahrhaftigen Richter, neben deinem Gebet; nicht sage deine S\u00fcnden mit der Zunge, sondern in deinem Gewissen.&#8221; Hier siehet man klar, da\u00df Chrysostomus nicht zwinget, die S\u00fcnden namhaftig zu erz\u00e4hlen. So lehret auch die Glossa in Decretis, de poenitentia, dist. 5., da\u00df die Beichte nicht durch die Schrift geboten, sondern durch die Kirche eingesetzt sei. Doch wird durch die Prediger dieses Teils flei\u00dfig gelehret, da\u00df die Beichte von wegen der Absolution, welche das Hauptst\u00fcck und das Vornehmste darin ist, zu Trost der erschrockenen Gewissen, dazu um etlicher anderer Ursachen willen, zu erhalten sei.<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Artikel26\"><\/a><\/p>\n<p>Artikel 26. Vom Unterschied der Speisen<\/p>\n<p>Vorzeiten hat man (al)so gelehret, gepredigt und geschrieben, da\u00df Unterschied der Speisen und dergleichen Traditionen, von Menschen eingesetzt, dazu dienen, da\u00df man dadurch Gnade verdiene und f\u00fcr die S\u00fcnde genugtue. Aus diesem Grunde hat man t\u00e4glich neue Fasten, neue Zeremonien, neue Orden und dergleichen erdacht und auf solches heftig und hart getrieben, als seien solche Dinge n\u00f6tige Gottesdienste, dadurch man Gnade verdiene, so man&#8217;s halte, und gro\u00dfe S\u00fcnde geschehe, so man&#8217;s nicht halte. Daraus sind viel sch\u00e4dlicher Irrt\u00fcmer in der Kirche gefolget.<\/p>\n<p>Erstlich ist dadurch die Gnade Christi und die Lehre vom Glauben verdunkelt, welche uns das Evangelium mit gro\u00dfem Ernst vorh\u00e4lt, und treibet hart darauf, da\u00df man das Verdienst Christi hoch und teuer achte und wisse, da\u00df glauben an Christum hoch und weit \u00fcber alle Werke zu setzen sei. Derhalben hat St. Paulus heftig wider das Gesetz Mosis und menschliche Traditionen gefochten, da\u00df wir lernen sollen, da\u00df wir vor Gott nicht fromm werden aus unsern Werken, sondern allein durch den Glauben an Christus, da\u00df wir um Christus willen Gnade erlangen. Solche Lehre ist schier ganz verloschen dadurch, da\u00df man gelehret, Gnade zu verdienen mit gesetzten Fasten, Unterschied der Speisen, Kleidern usw.<\/p>\n<p>Zum andern haben auch solche Traditionen Gottes Gebot verdunkelt; denn man setzte diese Traditionen weit \u00fcber Gottes Gebot. Dies hielt man allein f\u00fcr christliches Leben: wer die Feier also hielt, also betete, also fastete, also gekleidet war, das nannte man geistliches, christliches Leben. Daneben hielt man andere, n\u00f6tige, gute Werke f\u00fcr ein weltliches, ungeistliches Wesen, n\u00e4mlich diese, so jeder nach seinem Beruf zu tun schuldig ist, wie: da\u00df der Hausvater arbeitet, Frau und Kind zu ern\u00e4hren und zur Gottesfurcht aufzuziehen, die Hausmutter Kinder gebieret und wartet ihrer, ein F\u00fcrst und Obrigkeit Land und Leute regiert usw. Solche Werke, von Gott geboten, mu\u00dften ein weltliches und unvollkommenes Wesen sein; aber die Traditionen mu\u00dften den pr\u00e4chtigen Namen haben, da\u00df sie allein heilige, vollkommene Werke hie\u00dfen. Derhalben war kein Ma\u00df noch Ende, solche Traditionen zu machen.<\/p>\n<p>Zum dritten: Solche Traditionen sind zu hoher Beschwerung der Gewissen geraden. Denn es war nicht m\u00f6glich, alle Traditionen zu halten und waren doch die Leute in der Meinung, als w\u00e4re solches ein n\u00f6tiger Gottesdienst, und schreibt Gerson, da\u00df viele hiermit in Verzweiflung gefallen, etliche haben sich auch selbst umgebracht, derhalben, da\u00df sie keinen Trost von der Gnade Christi geh\u00f6rt haben. Denn man siehet bei den Summisten und Theologen, wie die Gewissen verwirrt, welche sich unterstanden haben, die Traditionen zusammenzuziehen und Ausnahmef\u00e4lle gesucht, da\u00df sie den Gewissen h\u00fclfen, haben so viel damit zu tun gehabt, da\u00df dieweil alle heilsame christliche Lehre von n\u00f6tigeren Sachen, wie vom Glauben, vom Trost in hohen Anfechtungen und dergleichen, darniedergelegen ist. Dar\u00fcber haben auch viele fromme, gelehrte Leute vor dieser Zeit sehr geklagt, da\u00df solche Traditionen viel Zank in der Kirche anrichten, und da\u00df fromme Leute, damit verhindert, zu rechter Erkenntnis Christi nicht kommen m\u00f6chten. Gerson und etliche mehr haben heftig dar\u00fcber geklaget. Ja, es hat auch Augustin mi\u00dffallen, da\u00df man die Gewissen mit so viel Traditionen beschwert. Derhalben er dabei Unterricht gibt, da\u00df man&#8217;s nicht f\u00fcr n\u00f6tige Dinge halten soll.<\/p>\n<p>Darum haben die Unsern nicht aus Frevel oder Verachtung geistlicher Gewalt von diesen Sachen gelehret, sondern es hat die hohe Not gefordert, von obangezeigten Irrt\u00fcmern Unterricht zu tun, welche aus Mi\u00dfverstand der Traditionen gewachsen sind. Denn das Evangelium zwingt, da\u00df man die Lehre vom Glauben solle und m\u00fcsse in der Kirche treiben, welche doch nicht mag verstanden werden, so man vermeint, durch eigene erw\u00e4hlte Werke Gnade zu verdienen.<\/p>\n<p>Und ist davon (al)so gelehret, da\u00df man durch Haltung erdachter menschlicher Traditionen nicht kann Gnade verdienen oder Gott vers\u00f6hnen oder f\u00fcr die S\u00fcnde genugtun. Und soll derhalben kein n\u00f6tiger Gottesdienst daraus gemacht werden. Dazu wird Ursache aus der Schrift angezogen. Christus Matth. 15 entschuldigt die Apostel, da sie gew\u00f6hnliche Traditionen nicht gehalten haben, und spricht dabei: &#8220;Sie ehren mich vergeblich mit Menschengeboten.&#8221; So er nun dies einen vergeblichen Dienst nennet, mu\u00df er nicht n\u00f6tig sein. Und bald hernach: &#8220;Was zum Munde eingehet, verunreinigt den Menschen nicht.&#8221; Ebenso Paulus spricht R\u00f6m. 14,17: &#8220;Das Himmelreich stehet nicht in Speise oder Trank.&#8221; Kol. 2,16: &#8220;Niemand soll euch richten in Speise, Trank, Sabbat usw. Apg. 15,10.11 spricht Petrus: &#8220;Warum versucht ihr Gott mit Auflegung des Jochs auf der J\u00fcnger H\u00e4lse, welches weder unsere V\u00e4ter noch wir haben m\u00f6gen tragen? Sondern wir glauben, durch die Gnade unsern Herrn Jesu Christi selig zu werden, gleicherweise wie auch sie.&#8221; Da gebietet Petrus, da\u00df man die Gewissen nicht beschweren soll mit mehr \u00e4u\u00dferlichen Zeremonien, es sei Mosis oder andern. Und 1 Tim. 4,1-3 werden solche Verbote, wie Speise verbieten, Ehe verbieten usw., Teufelslehren genannt. Denn dies ist stracks dem Evangelium entgegen, solche Werke einsetzen oder tun, da\u00df man damit Vergebung der S\u00fcnden verdiene oder als k\u00f6nne niemand ein Christ sein ohn solchen Dienst.<\/p>\n<p>Da\u00df man aber den Unsern hier schuld gibt, als verbieten sie Kasteiung und Zucht, wie Jovinianus, wird sich viel anders aus ihren Schriften befinden. Denn sie haben allezeit gelehret vom heiligen Kreuz, da\u00df Christen zu leiden schuldig sind; und dieses ist rechte, ernstliche und nicht erdichtete Kasteinung.<\/p>\n<p>Daneben wird auch gelehret, da\u00df ein jeglicher schuldig ist, sich mit leiblicher \u00dcbung, wie Fasten und anderer Arbeit, so zu halten, da\u00df er nicht Ursache zur S\u00fcnde gebe, nicht, da\u00df er mit solchen Werken Gnade verdiene. Diese leibliche \u00dcbung soll nicht allein etliche bestimmte Tage, sondern stetig getrieben werden. Davon redet Christus Luk. 21,34: &#8220;H\u00fctet euch, da\u00df eure Herzen nicht beschweret werden mit V\u00f6llerei&#8221;, ebenso Mark. 9,29: &#8220;Die Teufel werden nicht ausgeworfen denn durch Fasten und Gebet.&#8221; Und Paulus spricht 1 Kor. 9,27, er kasteie seinen Leib und bringe ihn zum Gehorsam, damit er anzeigt, da\u00df Kasteiung dienen soll, nicht damit Gnade zu verdienen, sondern den Leib geschickt zu halten, da\u00df er nicht verhindere, was einem jeglichen nach seinem Beruf zu schaffen befohlen ist. Und wird so nicht das Fasten verworfen, sondern da\u00df man einen n\u00f6tigen Dienst daraus auf bestimmte Tage und Speisen zur Vewirrung der Gewissen gemacht hat.<\/p>\n<p>Auch werden dieses Teils viele Zeremonien und Traditionen gehalten, wie die Ordnung der Messe und andere Ges\u00e4nge, Feste usw., welche dazu dienen, da\u00df in der Kirche Ordnung gehalten werde. Daneben aber wird das Volk unterrichtet, da\u00df solcher \u00e4u\u00dferlicher Gottesdienst nicht fromm mache vor Gott, und da\u00df man&#8217;s ohne Beschwerung des Gewissens halten soll, also da\u00df, so man es nachl\u00e4\u00dft ohne \u00c4rgernis, nicht daran ges\u00fcndigt wird. Diese Freiheit in \u00e4u\u00dferlichen Zeremonien haben auch die alten V\u00e4ter gehalten; denn im Orient hat man das Osterfest auf andere Zeit denn zu Rom gehalten. Und da etliche diese Ungleichheit f\u00fcr eine Trennung in der Kirche halten wollten, sind sie vermahnet von andern, da\u00df nicht not ist, in solchen Gewohnheiten Gleichheit zu halten. Und spricht Iren\u00e4us so: &#8220;Ungleichheit im Fasten trennet nicht die Einigkeit des Glaubens.&#8221; Wie auch dist. 12. von solcher Ungleichheit in menschlichen Ordnungen geschrieben, da\u00df sie der Einheit der Christenheit nicht zuwider sei. Und Tripartita Historia lib. 9. zieht zusammen viel ungleicher Kirchengewohnheiten und setzet einen n\u00fctzlichen christlichen Spruch: &#8220;Der Apostel Meinung ist nicht gewesen, Feiertage einzusetzen, sondern Glaube und Liebe zu lehren.&#8221;<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Artikel27\"><\/a><\/p>\n<p>Artikel 27. Von den Klostergel\u00fcbden<\/p>\n<p>Von den Klostergel\u00fcbden zu reden, ist n\u00f6tig, erstlich zu bedenken, wie es bisher damit gehalten, welch Wesen sie in Kl\u00f6stern gehabt, und da\u00df sehr viel darin t\u00e4glich nicht allein wider Gottes Wort, sondern auch p\u00e4pstlichen Rechten entgegengehandelt ist. Denn zu St. Augustini Zeiten sind Klosterst\u00e4nde frei gewesen; folgend, da die rechte Zucht und Lehre zerr\u00fcttet, hat man Klostergel\u00fcbde erdacht und damit eben als mit einem erdachten Gef\u00e4ngnis die Zucht wiederum aufrichten wollen.<\/p>\n<p>\u00dcber das hat man neben den Klostergel\u00fcbden viel andere St\u00fccke mehr aufgebracht und mit solchen Banden und Beschwerden ihrer viel, auch vor geb\u00fchrenden Jahren, beladen.<\/p>\n<p>So sind auch viel Personen aus Unwissenheit zu solchem Klosterleben kommen, welche, wiewohl sie sonst nicht zu jung gewesen, haben doch ihr Verm\u00f6gen nicht genugsam ermessen und verstanden. Dieselben alle, (al)so verstrickt und verwickelt, sind gezwungen und gedrungen gewesen, in solchen Banden zu bleiben, ungeachtet dessen, da\u00df auch p\u00e4pstlich Recht ihrer viel freigibt. Und das ist beschwerlicher gewesen in Jungfrauenkl\u00f6stern als M\u00f6nchskl\u00f6stern; so sich doch geziemet h\u00e4tte, der Frauen als der Schwachen zu verschonen. Dieselbe Strenge und H\u00e4rtigkeit hat auch viel frommen Leuten in Vorzeiten mi\u00dffallen; denn sie haben wohl gesehen, da\u00df beide, Knaben und M\u00e4dchen, um Erhaltung willen des Leibes in die Kl\u00f6ster sind gesteckt worden. Sie haben auch wohl gesehen, wie \u00fcbel dasselbe Vornehmen geraten ist, was \u00c4rgernis, was Beschwerung der Gewissen es gebracht, und haben viel Leute geklagt, da\u00df man in solcher gef\u00e4hrlichen Sache die Kanons so gar nicht geachtet. Zudem, so hat man eine solche Meinung von den Klostergel\u00fcbden, die unverborgen, auch vielen M\u00f6nchen \u00fcbel gefallen hat, die wenig ein Verst\u00e4ndnis gehabt.<\/p>\n<p>Denn sie gaben vor, da\u00df Klostergel\u00fcbde der Taufe gleich w\u00e4ren und da\u00df man mit dem Klosterleben Vergebung der S\u00fcnden und Rechtfertigung vor Gott verdienete; ja, sie setzen noch mehr dazu, da\u00df man mit dem Klosterleben verdienete nicht allein Gerechtigkeit und Fr\u00f6mmigkeit, sondern auch, da\u00df man damit hielte die Gebote und R\u00e4te, im Evangelium verfa\u00dft, und wurden also die Klostergel\u00fcbde h\u00f6her gepriesen als die Taufe; ebenso, da\u00df man mehr verdienete mit dem Klosterleben als mit allen andern St\u00e4nden, so von Gott geordnet sind, wie Pfarrer- und Predigerstand, Obrigkeit-, F\u00fcrsten-, Herrenstand und dergleichen, die alle nach Gottes Gebot, Wort und Befehl ihrem Beruf ohne erdichtete Geistlichkeit dienen, wie denn dieser St\u00fccke keines mag verneint werden; denn man findet&#8217;s in ihren eigenen B\u00fcchern.<\/p>\n<p>\u00dcber das, wer also gefangen und ins Kloster gekommen, lernte wenig von Christus. Einst hat man Schulen der Heiligen Schrift und anderer K\u00fcnste, so der christlichen Kirche dienstlich sind, in den Kl\u00f6stern gehalten, da\u00df man aus den Kl\u00f6stern Pfarrer und Bisch\u00f6fe genommen hat; jetzt aber hat&#8217;s viel eine andere Gestalt. Denn vorzeiten kamen sie der Meinung zusammen im Klosterleben, da\u00df man die Schrift lernete; jetzt geben sie vor, das Klosterleben sei ein solch Wesen, da\u00df man Gottes Gnade und Fr\u00f6mmigkeit vor Gott damit verdiene, ja, es sei ein Stand der Vollkommenheit, und setzen&#8217;s den andern St\u00e4nden, so von Gott eingesetzt, weit vor. Das alles wird darum angezogen, ohne alle Verunglimpfung, damit man je desto besser vernehmen und verstehen m\u00f6ge, was und wie die Unsern lehren und predigen.<\/p>\n<p>Christlich lehren sie bei uns von denen, die zur Ehe greifen, also, da\u00df alle die, so zum ledigen Stand nicht geschickt sind, Macht, Fug und Recht haben, sich zu verehelichen. Denn die Gel\u00fcbde verm\u00f6gen nicht, Gottes Ordnung und Gebot aufzuheben. Nun lautet Gottes Gebot (al)so 1 Kor. 7,2: &#8220;Um der Hurerei willen habe ein jeglicher seine eigene Frau, und eine jegliche habe ihren eigenen Mann.&#8221; Dazu dringet, zwinget und treibet nicht allein Gottes Gebot, sondern auch Gottes Gesch\u00f6pf und Ordnung alle die zum Ehestand, die ohne besonderes Gotteswerk mit der Gabe der Jungfrauschaft nicht begnadet sind, laut dieses Spruchs Gottes selbst 1 Mose 2,18: &#8220;Es ist nicht gut, da\u00df der Mensch allein sei; wir wollen ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.&#8221;<\/p>\n<p>Was mag man nun dawider aufbringen? Man r\u00fchme das Gel\u00fcbde und die Pflicht, wie hoch man wolle, man mutze es auf, so hoch man kann, so mag man dennoch nicht erzwingen, da\u00df Gottes Gebot dadurch aufgehoben werde. Die Doktoren sagen, da\u00df die Gel\u00fcbde, auch gegen des Papsts Recht, unb\u00fcndig sind; wieviel weniger sollen sie denn binden, Statt und Kraft haben gegen Gottes Gebot!<\/p>\n<p>Wo die Pflicht der Gel\u00fcbde keine andern Ursachen h\u00e4tte, da\u00df sie m\u00f6chte aufgehoben werden, so h\u00e4tten die P\u00e4pste auch nicht dawider dispensiert oder erlaubt; denn es geb\u00fchret keinem Menschen, die Pflicht, so aus g\u00f6ttlichen Rechten herw\u00e4chst, zu zerrei\u00dfen. Darum haben die P\u00e4pste wohl bedacht, da\u00df in dieser Pflicht eine Ausnahme soll gebraucht werden, und haben zum \u00f6ftern dispensiert, wie mit einem K\u00f6nige von Aragonien und vielen andern. So man nun zu Erhaltung zeitlicher Dinge dispensiert hat, soll viel billiger dispensiert werden um Notdurft willen der Seelen.<\/p>\n<p>Folgends, warum treibt der Gegenteil so hart, da\u00df man die Gel\u00fcbde halten mu\u00df, und siehet nicht zuvor an, ob das Gel\u00fcbde seine Art habe? Denn das Gel\u00fcbde soll in m\u00f6glichen Sachen und willig, ungezwungen sein. Wie aber die ewige Keuschheit in des Menschen Gewalt und Verm\u00f6gen stehe, wei\u00df man wohl; auch sind wenig, beide M\u00e4nner und Frauen, die von sich selbst, willig und wohlbedacht das Klostergel\u00fcbde getan haben. Ehe sie zum rechten Verstand kommen, so \u00fcberredet man sie zum Klostergel\u00fcbde; zuweilen werden sie auch dazu gezwungen und gedrungen. Darum ist es je nicht billig, da\u00df man so geschwind und hart von der Gel\u00fcbdepflicht disputiere, angesehen, da\u00df sie alle bekennen, da\u00df solches wider die Natur und Art des Gel\u00fcbdes ist, da\u00df es nicht willig und mit gutem Rat und Bedacht gelobt wird.<\/p>\n<p>Etliche Kanons und p\u00e4pstliche Rechte zerrei\u00dfen die Gel\u00fcbde, die unter f\u00fcnfzehn Jahren geschehen sind. Denn sie halten&#8217;s daf\u00fcr, da\u00df man vor derselben Zeit so viel Verstand nicht hat, da\u00df man die Ordnung des ganzen Lebens, wie dasselbe anzustellen, beschlie\u00dfen k\u00f6nne. Ein anderer Kanon gibt der menschlichen Schwachheit noch mehr Jahre zu, denn er verbietet, das Klostergel\u00fcbde unter achtzehn Jahren zu tun. Daraus hat der meiste Teil Entschuldigung und Ursache, aus den Kl\u00f6stern zu gehen, denn sie des mehrern Teils in der Kindheit vor diesen Jahren in Kl\u00f6ster kommen sind.<\/p>\n<p>Endlich, wenngleich der Bruch des Klostergel\u00fcbdes m\u00f6chte getadelt werden, so konnte aber dennoch nicht daraus folgen, da\u00df man derselben Ehe zerrei\u00dfen sollte. Denn St. Augustinus sagt 27. quaest. 1., cap. Nuptiarum, da\u00df man solche Ehe nicht zerrei\u00dfen soll. Nun ist je St. Augustin nicht in geringem Ansehen in der christlichen Kirche, obgleich etliche hernach anders gehalten.<\/p>\n<p>Wiewohl nun Gottes Gebot von dem Ehestande ihrer sehr viele vom Klostergel\u00fcbde frei und ledig macht, so wenden doch die Unsern noch mehr Ursachen vor, da\u00df Klostergel\u00fcbde nichtig und nicht bindend seien; denn aller Gottesdienst, von den Menschen ohne Gottes Gebot und Befehl eingesetzt und erw\u00e4hlet, Gerechtigkeit und Gottes Gnade zu erlangen, sei wider Gott und dem heiligen Evangelium und Gottes Befehl entgegen, wie denn Christus selbst sagt Matth. 15,9: &#8220;Sie dienen mir vergeblich mit Menschengeboten.&#8221; So lehret&#8217;s auch St. Paulus \u00fcberall, da\u00df man Gerechtigkeit nicht soll suchen aus unsern Geboten und Gottesdiensten, so von Menschen erdichtet sind, sondern da\u00df Gerechtigkeit und Fr\u00f6mmigkeit vor Gott kommt aus dem Glauben und Vertrauen, da\u00df wir glauben, da\u00df uns Gott um seines einigen Sohnes Christus willen zu Gnaden annimmt.<\/p>\n<p>Nun ist es je am Tage, da\u00df die M\u00f6nche gelehret und gepredigt haben, da\u00df die erdachte Geistlichkeit genugtue f\u00fcr die S\u00fcnde und Gottes Gnade und Gerechtigkeit erlange. Was ist nun dies anders, denn die Herrlichkeit und Preis der Gnade Christi vermindern und die Gerechtigkeit des Glaubens verleugnen? Darum folget aus dem, da\u00df solche gew\u00f6hnliche Gel\u00fcbde unrechte, falsche Gottesdienste gewesen. Derhalben sind sie auch nicht bindend. Denn ein gottlos Gel\u00fcbde, und das gegen Gottes Gebot geschehen, ist nicht bindend und ist nichtig; wie auch die Kanons lehren, da\u00df der Eid nicht soll ein Band zur S\u00fcnde sein.<\/p>\n<p>St. Paulus sagt zu den Galatern im 5. Kapitel: &#8220;Ihr seid ab von Christus, die ihr durch das Gesetz gerechtfertigt werden wollt, und habt der Gnade gefehlet.&#8221; Derhalben auch die, so durch Gel\u00fcbde wollen gerechtfertigt werden, sind von Christus ab und fehlen der Gnade Gottes; denn dieselben rauben Christus seine Ehre, der allein gerecht macht, und geben solche Ehre ihren Gel\u00fcbden und Klosterleben.<\/p>\n<p>Man kann auch nicht leugnen, da\u00df die M\u00f6nche gelehret und gepredigt haben, da\u00df sie durch ihre Gel\u00fcbde und Klosterwesen und Weise gerecht werden und Vergebung der S\u00fcnden verdienen; ja, sie haben noch wohl ungeschickter und ungereimter Ding erdichtet und gesaget, da\u00df sie ihre guten Werke den andern mtiteilten. Wenn nun einer dies alles wollte unglimpflich treiben und aufmutzen, wieviel St\u00fccke k\u00f6nnte er zusammenbringen, deren sich die M\u00f6nche jetzt selbst sch\u00e4men und nicht wollen getan haben! \u00dcber das alles haben sie auch die Leute des \u00fcberredet, da\u00df die erdichteten geistlichen Ordensst\u00e4nde sind christliche Vollkommenheit. Dies ist ja die Werke r\u00fchmen, da\u00df man dadurch gerecht werde. Nun ist es nicht ein geringes \u00c4rgernis in der christlichen Kirche, da\u00df man dem Volke einen solchen Gottesdienst vortr\u00e4gt, den die Menschen ohne Gottes Gebot erdichtet haben, und lehren, da\u00df ein solcher Gottesdienst die Menschen vor Gott fromm und gerecht mache. Denn Gerechtigkeit des Glaubens, die man am meisten in der christlichen Kirche treiben soll, wird verdunkelt, wenn den Leuten die Augen aufgesperret werden mit dieser seltsamen Engelsgeistlichkeit und falschem Vorgeben der Armut, Demut und Keuschheit.<\/p>\n<p>\u00dcber das werden auch die Gebote Gottes und der rechte und wahre Gottesdienst dadurch verdunkelt, wenn die Leute h\u00f6ren, da\u00df allein die M\u00f6nche im Stande der Vollkommenheit sein sollen. Denn die christliche Vollkommenheit ist, da\u00df man Gott von Herzen und mit Ernst f\u00fcrchtet und doch auch eine herzliche Zuversicht und Glauben, auch Vertrauen fa\u00dft, da\u00df wir um Christus willen einen gn\u00e4digen, barmherzigen Gott haben, da\u00df wir m\u00f6gen und sollen von Gott bitten und begehren, was uns not ist, und Hilfe von ihm in allen Tr\u00fcbsalen gewi\u00dflich nach eines jeden Beruf und Stand gewarten; da\u00df wir auch indes sollen mit Flei\u00df \u00e4u\u00dferlich gute Werke tun und unsers Berufs warten. Darin stehet die rechte Vollkommenheit und der rechte Gottesdienst, nicht im Betteln oder in einer schwarzen oder grauen Kappe usw. Aber das gemeine Volk fasset viel sch\u00e4dliche Meinung aus falschem Lob des Klosterlebens, so es h\u00f6ret, da\u00df man den ledigen Stand ohne alle Ma\u00df lobet. Denn daraus folget, da\u00df es mit beschwertem Gewissen im Ehestand ist. So der gemeine Mann h\u00f6ret, da\u00df die Bettler allein sollen vollkommen sein, kann er nicht wissen, da\u00df er ohne S\u00fcnde G\u00fcter haben und hantieren m\u00f6ge. So das Volk h\u00f6ret, es sei nur ein Rat, nicht Rache \u00fcben, folget, da\u00df etliche meinen, es sei nicht S\u00fcnde, au\u00dferhalb des Amtes Rache zu \u00fcben. Etliche meinen, Rache gezieme den Christen gar nicht, auch nicht der Obrigkeit.<\/p>\n<p>Man lieset auch der Exempel viel, da\u00df etliche Frau und Kind, auch ihr Regiment verlassen und sich in Kl\u00f6ster gesteckt haben. Dasselbe, haben sie gesagt, hei\u00dft aus der Welt fliehen und ein solch Leben suchen, das Gott besser gefiele als der andern Leben. Sie haben auch nicht k\u00f6nnen wissen, da\u00df man Gott dienen soll in den Geboten, die er gegeben hat und nicht in den Geboten, die von Menschen erdichtet sind. Nun ist je das ein guter und vollkommener Stand des Lebens, welcher Gottes Gebot f\u00fcr sich hat; das aber ist ein gef\u00e4hrlicher Stand des Lebens, der Gottes Gebot nicht f\u00fcr sich hat. Von solchen Sachen ist vonn\u00f6ten gewesen, den Leuten guten Bericht zu tun.<\/p>\n<p>Es hat auch Gerson in Vorzeiten den Irrtum der M\u00f6nche von der Vollkommenheit gestraft und zeigt an, da\u00df bei seinen Zeiten dieses eine neue Rede gewesen sei, da\u00df das Klosterleben ein Stand der Vollkommenheit sein soll.<\/p>\n<p>So viel gottloser Meinungen und Irrt\u00fcmer kleben an den Klostergel\u00fcbden: da\u00df sie sollen rechtfertigen und fromm vor Gott machen, da\u00df sie die christliche Vollkommenheit sein sollen, da\u00df man damit beide, des Evangeliums R\u00e4te und Gebote, halte, da\u00df sie haben die \u00dcberma\u00dfwerk, die man Gott nicht schuldig sei. Dieweil denn solches alles falsch, eitel und erdichtet ist, so macht es auch die Klostergel\u00fcbde nichtig und nicht bindend.<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><br \/>\n<a href=\"#Artikel28\"><\/a><\/p>\n<p>Artikel 28. Von der Bisch\u00f6fe Gewalt [oder Von der Unterscheidung geistlicher und weltlicher Gewalt]<\/p>\n<p>Von der Bisch\u00f6fe Gewalt ist vorzeiten viel und mancherlei geschrieben, und haben etliche unschicklich die Gewalt der Bisch\u00f6fe und das weltliche Schwert untereinander gemenget und sind aus diesem unordentlichen Gemenge sehr gro\u00dfe Kriege, Aufruhr und Emp\u00f6rung erfolgt, aus dem, da\u00df die Bisch\u00f6fe im Schein ihrer Gewalt, die ihnen von Christus gegeben, nicht allein neue Gottesdienste angerichtet haben und mit Vorbehaltung etlicher F\u00e4lle und mit gewaltsamem Bann die Gewissen beschwert, sondern auch sich unterwunden, Kaiser und K\u00f6nige zu setzen und entsetzen ihres Gefallens; welchen Frevel auch lange Zeit hiervor gelehrte und gottesf\u00fcrchtige Leute in der Christenheit gestraft haben. Derhalben die Unsern zu Trost der Gewissen gezwungen sind worden, den Unterschied der geistlichen und weltlichen Gewalt, Schwerts und Regiments anzuzeigen, und haben gelehrt, da\u00df man beide Regimente und Gewalten um Gottes Gebots willen mit aller Andacht ehren und wohl halten soll als zwei h\u00f6chste Gaben Gottes auf Erden.<\/p>\n<p>Nun lehren die Unsern (al)so, da\u00df die Gewalt der Schl\u00fcssel oder der Bisch\u00f6fe sei, laut des Evangeliums, eine Gewalt und Befehl Gottes, das Evangelium zu predigen, die S\u00fcnde zu vergeben und zu behalten und die Sakramente zu reichen und zu handeln. Denn Christus hat die Apostel mit diesem Befehl ausgesandt Joh. 20: &#8220;Gleichwie mich mein Vater gesandt hat, also sende ich euch auch. Nehmet hin den Heiligen Geist; welchen ihr ihre S\u00fcnden erlassen werdet, denselben sollen sie erlassen sein, und denselben ihr sie (vor)behalten werdet, denen sollen sie (vor)behalten sein.&#8221;<\/p>\n<p>Dieselbe Gewalt der Schl\u00fcssel oder der Bisch\u00f6fe \u00fcbt und treibet man allein mit der Lehre und Predigt Gottes Worts und mit Handreichung der Sakramente gegen viele oder einzelne Personen, danach der Beruf ist. Denn damit werden gegeben nicht leibliche, sondern ewige Dinge und G\u00fcter, wie n\u00e4mlich ewige Gerechtigkeit, der Heilige Geist und das ewige Leben. Diese G\u00fcter kann man anders nicht erlangen als durch das Amt der Predigt und durch die Handreichung der heiligen Sakramente. Denn St. Paulus spricht R\u00f6m. 1,16: &#8220;Das Evangelium ist eine Kraft Gottes, selig zu machen alle, die daran glauben.&#8221; Dieweil nun die Gewalt der Kirche oder Bisch\u00f6fe ewige G\u00fcter gibt und allein durch das Predigtamt ge\u00fcbt und getrieben wird, so hindert sie die Polizei und das weltliche Regiment nichts \u00fcberall. Denn das weltliche Regiment gehet mit viel andern Sachen um als das Evangelium; weltlich Gewalt sch\u00fctzt nicht die Seele, sondern Leib und Gut wider \u00e4u\u00dferliche Gewalt mit dem Schwert und leiblichen Strafen.<\/p>\n<p>Darum soll man die zwei Regimente, das geistliche und weltliche, nicht ineinandermengen und -werfen; denn die geistliche Gewalt hat ihren Befehl, das Evangelium zu predigen und die Sakramente zu reichen, soll auch nicht in ein fremd Amt fallen, soll nicht K\u00f6nige setzen und entsetzen, soll weltlich Gesetz und Gehorsam der Obrigkeit nicht aufheben oder zerr\u00fctten, soll weltlicher Gewalt nicht Gesetze machen und stellen von weltlichen H\u00e4ndeln; wie denn auch Christus selbst gesagt hat Joh. 18,36: &#8220;Mein Reich ist nicht von dieser Welt&#8221;; ebenso Luk. 12,14: &#8220;Wer hat mich zu einem Richter zwischen euch gesetzt?&#8221; Und St. Paulus zu den Philippern im 3. Kapitel: &#8220;Unsere B\u00fcrgerschaft ist im Himmel&#8221;; und in der andern zu den Korinthern im 10. Kapitel: &#8220;Die Waffen unserer Ritterschaft sind nicht fleischlich, sondern m\u00e4chtig vor Gott, zu verst\u00f6ren die Anschl\u00e4ge und alle H\u00f6he, die sich erhebt wider die Erkenntnis Gottes.&#8221;<\/p>\n<p>Diesergestalt unterscheiden die Unsern beider Regimenten und Gewalten \u00c4mter und hei\u00dfen sie beide als die h\u00f6chsten Gaben Gottes auf Erden in Ehren halten.<\/p>\n<p>Wo aber die Bisch\u00f6fe weltlich Regiment und Schwert haben, so haben sie dieselben nicht als Bisch\u00f6fe aus g\u00f6ttlichen Rechten, sondern aus menschlichen, kaiserlichen Rechten, geschenkt von r\u00f6mischen Kaisern und K\u00f6nigen zu weltlicher Verwaltung ihrer G\u00fcter, und gehet das Amt des Evangeliums gar nichts an.<\/p>\n<p>Derhalben ist das bisch\u00f6fliche Amt nach g\u00f6ttlichen Rechten: das Evangelium predigen, S\u00fcnden vergeben, Lehre erteilen und die Lehre, so dem Evangelium entgegen, verwerfen und die Gottlosen, deren gottloses Wesen offenbar ist, aus christlicher Gemeinde ausschlie\u00dfen, ohne menschliche Gewalt, sondern allein durch Gottes Wort. Und diesfalls sind die Pfarrleute und Kirchen schuldig, den Bisch\u00f6fen gehorsam zu sein, laut dieses Spruchs Christi, Lukas im 10. Kapitel: &#8220;Wer euch h\u00f6ret, der h\u00f6ret mich.&#8221; Wo sie aber etwas dem Evangelium entgegen lehren, setzen oder aufrichten, haben wir Gottes Befehl in solchem Fall, da\u00df wir nicht sollen gehorsam sein, Matth. im 7. Kapitel: &#8220;Sehet euch vor vor den falschen Propheten!&#8221; Und St. Paulus zu den Galatern im 1. Kapitel: &#8220;So auch wir oder ein Engel vom Himmel euch ein ander Evangelium predigen w\u00fcrde als das wir euch gepredigt haben, der sei verflucht!&#8221; Und in der 2. Epistel zu den Korinthern im 13. Kapitel: &#8220;Wir haben keine Macht wider die Wahrheit, sondern f\u00fcr die Wahrheit&#8221;; ebenso: &#8220;Nach der Macht, welche mir der Herr zu bessern und nicht zu verderben gegeben hat.&#8221; Also gebietet auch Das geistliche Recht 2., quaest. 7 im Kap. &#8220;Sacerdotes&#8221; und im Kap. &#8220;Oves&#8221;. Und St. Augustin schreibt in der Epistel wider Petilianus: &#8220;Man soll auch den Bisch\u00f6fen, so ordentlich gew\u00e4hlet, nicht folgen, wo sie irren oder etwas wider die Heilige g\u00f6ttliche Schrift lehren oder ordnen.&#8221;<br \/>\nDa\u00df aber die Bisch\u00f6fe sonst Gewalt und Gerichtszwang haben in etlichen Sachen, n\u00e4mlich Ehesachen oder Zehnten, dieselben haben sie aus Kraft menschlicher Rechte. Wo aber die Ordinarien nachl\u00e4ssig in solchem Amt sind, so sind die F\u00fcrsten schuldig, sie tun&#8217;s auch gleich gern oder ungern, hierin ihren Untertanen um Friedens willen Recht zu sprechen, zur Verh\u00fctung Unfriedens und gro\u00dfer Unruhe in L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Weiter disputiert man auch, ob Bisch\u00f6fe Macht haben, Zeremonien in der Kirche aufzurichten, desgleichen Satzungen von Speisen, Feiertagen, von unterschiedlichen Orden der Kirchendiener. Denn die den Bisch\u00f6fen diese Gewalt geben, ziehen diesen Spruch Christi an, Joh. im 16. Kapitel: &#8220;Ich habe euch noch viel zu sagen, ihr aber k\u00f6nnet&#8217;s jetzt nicht tragen; wenn aber der Geist der Wahrheit kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit f\u00fchren.&#8221; Dazu f\u00fchren sie auch das Exempel Apg. 15,20.29 an, da sie Blut und Ersticktes verboten haben. So zieht man auch das an, da\u00df der Sabbat in den Sonntag verwandelt ist worden wider die zehn Gebote, daf\u00fcr sie es achten, und wir kein Exempel so hoch getrieben und angezogen wie die Verwandlung des Sabbats, und wollen damit erhalten, da\u00df die Gewalt der Kirche gro\u00df sei, dieweil sie mit den zehn Geboten dispensiert und etwas daran ver\u00e4ndert hat.<\/p>\n<p>Aber die Unsern lehren in dieser Frage (al)so, da\u00df die Bisch\u00f6fe nicht Macht haben, etwas wider das Evangelium zu setzen und aufzurichten; wie denn oben angezeigt ist und die geistlichen Rechte durch die ganze neunte Distinktion lehren. Nun ist dieses \u00f6ffentlich wider Gottes Befehl und Wort, in der Meinung, Gesetze zu machen oder zu gebieten, da\u00df man dadurch f\u00fcr die S\u00fcnden genugtue und Gnade erlange. Denn es wird die Ehre des Verdienstes Christi verl\u00e4stert, wenn wir uns mit solchen Satzungen unterwinden, Gnade zu verdienen. Es ist auch am Tage, da\u00df um dieser Meinung willen in der Christenheit menschliche Aufsatzungen unz\u00e4hlig \u00fcberhandgenommen haben, und indes die Lehre vom Glauben und die Gerechtigkeit des Glaubens gar ist unterdr\u00fcckt gewesen. Man hat t\u00e4glich neue Feiertage, neue Fasten geboten, neue Zeremonien und neue Ehrerbietung der Heiligen eingesetzt, mit solchen Werken Gnade und alles Gute bei Gott zu verdienen.<\/p>\n<p>Ebenso, die menschliche Satzungen aufrichten, tun auch damit wider Gottes Gebot, da\u00df sie S\u00fcnde setzen in der Speise, in Tagen und dergleichen Dingen, und beschweren also die Christenheit mit der Knechtschaft des Gesetzes, eben als m\u00fc\u00dfte bei den Christen ein solcher Gottesdienst sein, Gottes Gnade zu verdienen, der gleich w\u00e4re dem levitischen Gottesdienst, welchen Gott sollte den Aposteln und Bisch\u00f6fen befohlen haben aufzurichten, wie denn etliche davon schreiben. Stehet auch wohl zu glauben, da\u00df etliche Bisch\u00f6fe mit dem Exempel des Gesetzes Mosis sind betrogen worden. Daher so unz\u00e4hlige Satzungen kommen sind, da\u00df es eine Tods\u00fcnde sein soll, wenn man an Feiertagen eine Handarbeit tue, auch ohne \u00c4rgernis der andern, da\u00df es eine Tods\u00fcnde sei, wenn man die Siebenzeit [die sieben Gebetsstunden jedes Tages] nachl\u00e4\u00dft, da\u00df etliche Speisen das Gewissen verunreinigen, da\u00df Fasten ein solch Werk sei, damit man Gott vers\u00f6hne, da\u00df die S\u00fcnde in einem vorbehaltenen Fall werde nicht vergeben, man ersuche denn zuvor den Vorbehalter des Falles, unangesehen, da\u00df die geistlichen Rechte nicht von Vorbehaltung der Schuld, sondern von Vorbehaltung der Kirchenstrafen reden.<\/p>\n<p>Woher haben denn die Bisch\u00f6fe Recht und Macht, solche Aufs\u00e4tze der Christen aufzulegen, die Gewissen zu verstricken? Denn St. Peter verbietet in der Apostelgeschichte im 15. Kapitel, das Joch auf der J\u00fcnger H\u00e4lse zu legen. Und St. Paulus sagt zu den Korinthern, da\u00df ihnen die Gewalt, zu bessern und nicht zu verderben, gegeben sei. Warum mehren sie denn die S\u00fcnden mit solchen Aufs\u00e4tzen?<\/p>\n<p>Doch hat man helle Spr\u00fcche der g\u00f6ttlichen Schrift, die da verbieten, solche Aufs\u00e4tze aufzurichten, die Gnade Gottes damit zu verdienen oder als sollten sie vonn\u00f6ten zur Seligkeit sein. So sagt St. Paulus zu den Kolossern im 2. Kapitel: &#8220;So la\u00dft nun niemand euch Gewissen machen \u00fcber Speise oder \u00fcber Trank oder \u00fcber bestimmte Tage, n\u00e4mlich die Feiertage, oder Neumonde oder Sabbathe, welches ist der Schatten von dem, das zuk\u00fcnftig war, aber der K\u00f6rper selbst ist in Christus&#8221;; ebenso: &#8220;So ihr denn nun gestorben seid mit Christus von den weltlichen Satzungen, was la\u00dft ihr euch denn fangen mit Satzungen, als w\u00e4ret ihr lebendig? Die da sagen: Du sollst das nicht anr\u00fchren, du sollst das nicht essen noch trinken, du sollst das nicht anlegen; welches sich doch alles unter H\u00e4nden verzehret und sind Menschengebot und -lehre, und haben einen Schein der Weisheit.&#8221; Ebenso: St. Paulus zu Titus im 1. Kapitel gebietet \u00f6ffentlich, man soll nicht achten auf j\u00fcdische Fabeln und Menschengebote, welche die Wahrheit abwenden.<\/p>\n<p>So redet auch Christus selbst Matth\u00e4us im 15. Kapitel von denen, so die Leute auf Menschengebote treiben: &#8220;La\u00dft sie fahren, sie sind der Blinden blinde Leiter&#8221;, und verwirft solchen Gottesdienst und sagt: &#8220;Alle Pflanzen, die mein himmlischer Vater nicht gepflanzet hat, die werden ausgerottet.&#8221;<\/p>\n<p>So nun die Bisch\u00f6fe Macht haben, die Kirchen mit unz\u00e4hligen Aufs\u00e4tzen zu beschweren und die Gewissen zu verstricken, warum verbietet dann die g\u00f6ttliche Schrift so oft, die menschlichen Aufs\u00e4tze zu machen und zu h\u00f6ren? Warum nennet sie dieselben Teufelslehren? Sollte denn der Heilige Geist solches alles vergeblich verwarnet haben?<\/p>\n<p>Derhalben, dieweil solche Ordnungen, als n\u00f6tig aufgerichtet, damit Gott zu vers\u00f6hnen und Gnade zu verdienen, dem Evangelium entgegen sind, so ziemt sich keineswegs den Bisch\u00f6fen, solche Gottesdienste zu erzwingen. Denn man mu\u00df in der Christenheit die Lehre von der christlichen Freiheit behalten, als n\u00e4mlich, da\u00df die Knechtschaft des Gesetzes nicht n\u00f6tig ist zur Rechtfertigung, wie denn St. Paulus zu den Galatern schreibt im 5. Kapitel: &#8220;So bestehet nun in der Freiheit, damit uns Christus befreiet hat, und la\u00dft euch nicht wiederum in das knechtische Joch verkn\u00fcpfen.&#8221; Denn es mu\u00df je der vornehmste Artikel des Evangeliums uns erhalten werden, da\u00df wir die Gnade Gottes durch den Glauben an Christus ohne unser Verdienst erlangen und nicht durch Dienst, von Menschen eingesetzt, verdienen.<\/p>\n<p>Was soll man denn halten vom Sonntag und dergleichen andern Kirchenordnungen und Zeremonien? Dazu geben die Unsern diese Antwort, da\u00df die Bisch\u00f6fe oder Pfarrer m\u00f6gen Ordnungen machen, damit es ordentlich in der Kirche zugehe, nicht damit Gottes Gnade zu erlangen, auch nicht, damit f\u00fcr die S\u00fcnden genugzutun oder die Gewissen damit zu verbinden, solches f\u00fcr n\u00f6tigen Gottesdienst zu halten und es daf\u00fcr zu achten, da\u00df sie S\u00fcnde t\u00e4ten, wenn sie ohne \u00c4rgernis dieselben brechen. Also hat St. Paulus zu den Korinthern verordnet, da\u00df die Frauen in der Versammlung ihr Haupt sollen decken; ebenso, da\u00df die Prediger in der Versammlung nicht zugleich alle reden, sondern ordentlich, einer nach dem andern.<\/p>\n<p>Solche Ordnung geb\u00fchrt der christlichen Versammlung um der Liebe und Friedens willen zu halten und den Bisch\u00f6fen und Pfarrern in diesen F\u00e4llen gehorsam zu sein und dieselben sofern zu halten, da\u00df einer den andern nicht \u00e4rgere, damit in der Kirche keine Unordnung oder w\u00fcstes Wesen sei; doch also, da\u00df die Gewissen nicht beschwert werden, da\u00df man&#8217;s f\u00fcr solche Dinge halte, die not sein sollten zur Seligkeit, und es daf\u00fcr achte, da\u00df sie S\u00fcnde t\u00e4ten, wenn sie dieselben ohne der andern \u00c4rgernis brechen; wie denn niemand sagt, da\u00df die Frau S\u00fcnde tue, die mit blo\u00dfem Haupt ohne \u00c4rgernis der Leute ausgeht.<\/p>\n<p>Also ist die Ordnung vom Sonntage, von der Osterfeier, von den Pfingsten und dergleichen Feier und Weise. Denn die es daf\u00fcr achten, da\u00df die Ordnung vom Sonntag f\u00fcr den Sabbath als n\u00f6tig aufgerichtet sei, die irren sehr. Denn die Heilige Schrift hat den Sabbath abgetan und lehrt, da\u00df alle Zeremonien des alten Gesetzes nach Er\u00f6ffnung des Evangeliums m\u00f6gen nachgelassen werden. Und dennoch, weil vonn\u00f6ten gewesen ist, einen gewissen Tag zu verordnen, auf da\u00df das Volk w\u00fc\u00dfte, wann es zusammenkommen sollte, hat die christliche Kirche den Sonntag dazu verordnet und zu dieser Ver\u00e4nderung desto mehr Gefallen und Willen gehabt, damit die Leute ein Exempel h\u00e4tten der christlichen Freiheit, da\u00df man w\u00fc\u00dfte, da\u00df weder die Haltung des Sabbaths noch eines andern Tages vonn\u00f6ten sei.<\/p>\n<p>Es sind viele unrichtige Disputationen von der Verwandlung des Gesetzes, von den Zeremonien des Neuen Testamentes, von der Ver\u00e4nderung des Sabbaths, welche alle entsprungen sind aus falscher und irriger Meinung, als m\u00fc\u00dfte man in der Christenheit einen solchen Gottesdienst haben, der dem levitischen oder j\u00fcdischen Gottesdienst gem\u00e4\u00df w\u00e4re, und als sollte Christus den Aposteln und Bisch\u00f6fen befohlen haben, neue Zeremonien zu erdenken, die zur Seligeit n\u00f6tig w\u00e4ren. Dieselben Irrt\u00fcmer haben sich in die Christenheit eingeflochten, da man die Gerechtigkeit des Glaubens nicht lauter und rein gelehrt und gepredigt hat. Etliche disputieren (al)so vom Sonntage, da\u00df man ihn halten m\u00fcsse, wiewohl nicht aus g\u00f6ttlichen Rechten, dennoch schier so viel als aus g\u00f6ttlichen Rechten; stellen Form und Ma\u00df, wiefern man am Feiertage arbeiten mag. Was sind aberr solche Disputationen anders denn Fallstricke des Gewissens? Denn wiewohl sie sich unterstehen, menschliche Aufs\u00e4tze zu lindern und Nachsicht zu \u00fcben, so kann man doch keine epieikeian oder Linderung treffen, solange die Meinung stehet und bleibet, als sollten sie vonn\u00f6ten sein. Nun mu\u00df dieselbige Meinung bleiben, wenn man nichts wei\u00df von der Gerechtigkeit des Glaubens und von der christlichen Freiheit.<\/p>\n<p>Die Apostel haben gehei\u00dfen, man solle sich enthalten des Blutes und Erstickten. Wer h\u00e4lt&#8217;s aber jetzt? Aber dennoch tun die keine S\u00fcnde, die es nicht halten; denn die Apostel haben auch selbst die Gewissen nicht wollen beschweren mit solcher Knechtschaft, sondern haben&#8217;s um \u00c4gernisses willen eine Zeitlang verboten. Denn man mu\u00df Achtung haben in dieser Satzung auf das Haupts\u00fctck christlicher Lehre, das durch dieses Dekret nicht aufgehoben wird.<\/p>\n<p>Man h\u00e4lt schier keine alten Kanons, wie sie lauten; es fallen auch derselben Satzungen t\u00e4glich viele weg, auch bei denen, die solche Aufs\u00e4tze allerflei\u00dfigst halten. Da kann man den Gewissen nicht raten, noch helfen, wo diese Lindernung nicht gehalten wird, da\u00df wir wissen, solche Aufs\u00e4tze also zu halten, da\u00df man&#8217;s nicht daf\u00fcr achte, da\u00df sie n\u00f6tig seien; da\u00df auch den Gewissen unsch\u00e4dlich sei, obgleich solche Aufs\u00e4tze fallen.<\/p>\n<p>Es w\u00fcrden aber die Bisch\u00f6fe leichtlich den Gehorsam erhalten, wo sie nicht darauf dr\u00e4ngen, diejenigen Satzungen zu halten, so doch ohne S\u00fcnde nicht m\u00f6gen gehalten werden. Jetzt aber tun sie ein Ding und verbieten beiderlei Gestalt des heiligen Sakraments, ebenso den Geistlichen den Ehestand, nehmen niemand auf, er tue denn zuvor einen Eid, er wolle diese Lehre, so doch ohne Zweifel dem heiligen Evangelium gem\u00e4\u00df ist, nicht predigen. Unsere Kirchen begehren nicht, da\u00df die Bisch\u00f6fe mit Nachteil ihrer Ehren und W\u00fcrden wiederum Frieden und Einigkeit machen; wiewohl solches den Bisch\u00f6fen in der Not auch zu tun geb\u00fchret. Allein bitten sie darum, da\u00df die Bisch\u00f6fe etliche unbillige Beschwerungen nachlassen, die doch vorzeiten auch in der Kirche nicht gewesen und angenommen sind wider den Gebrauch der christlichen gemeinen Kirche; welche vielleicht im Anheben etliche Ursachen gehabt, aber sie reimen sich nicht zu unsern Zeiten. So ist es auch unleugbar, da\u00df etliche Satzungen aus Unverstand angenommen sind. Darum sollten die Bisch\u00f6fe der G\u00fctigkeit sein, dieselben Satzungen zu mildern, umso mehr eine solche \u00c4nderung nichts schadet, die Einigkeit christlicher Kirche zu erhalten. Denn viele Satzungen, von den Menschen aufgekommen, sind mit der Zeit selbst gefallen und nicht n\u00f6tig zu halten, wie die p\u00e4pstlichen Rechte selbst zeugen. Kann&#8217;s aber je nicht sein, es auch bei ihnen nicht zu erhalten, da\u00df man solche menschliche Satzungen m\u00e4\u00dfige und abtue, welche man ohne S\u00fcnde nicht kann halten, so m\u00fcssen wir der Apostel Regel folgen, die uns gebietet, wir sollen Gott mehr gehorsam sein als den Menschen.<\/p>\n<p>St. Peter verbietet den Bisch\u00f6fen die Herrschaft, als h\u00e4tten sie Gewalt, die Kirchen, wozu sie wollten, zu zwingen. Jetzt gehet man nicht damit um, wie man den Bisch\u00f6fen ihre Gewalt nehme, sondern man bittet und begehrt, sie wollten die Gewissen nicht zu S\u00fcnden zwingen. Wenn sie aber solches nicht tun werden und diese Bitte verachten, so m\u00f6gen sie gedenken, wie sie deshalben Gott werden Antwort geben m\u00fcssen, dieweil sie mit solcher ihrer H\u00e4rtigkeit Ursache geben zu Spaltung und Schisma, das sie doch billig sollen verh\u00fcten helfen.<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><\/p>\n<p id=\"Schlu\u00df\"><\/a><\/p>\n<p>Schlu\u00df<\/p>\n<p>Dies sind die vornehmsten Artikel, die f\u00fcr streitig geachtet werden. Denn wiewohl man viel mehr Mi\u00dfbr\u00e4uche und Unrichtigkeit h\u00e4tte anziehen k\u00f6nnen, so haben wir doch, die Weitl\u00e4ufigkeit und L\u00e4nge zu verh\u00fcten, allein die vornehmsten vermeldet, daraus die andern leichtlich zu ermessen. Denn man hat in Vorzeiten sehr geklagt \u00fcber den Abla\u00df, \u00fcber Wallfahrten, \u00fcber Mi\u00dfbrauch des Bannes. Es hatten auch die Pfarrer unendlich Gez\u00e4nk mit den M\u00f6nchen von wegen des Beichth\u00f6rens, des Begr\u00e4bnisses, der Beipredigten [Predigten zu au\u00dfergew\u00f6hnlichen Gelegenheiten] und unz\u00e4hliger anderer St\u00fccke mehr. Solches alles haben wir im besten und um Glimpfs willen \u00fcbergangen, damit man die vornehmsten St\u00fccke in dieser Sache desto besser vermerken m\u00f6chte. Daf\u00fcr soll es auch nicht gehalten werden, da\u00df in dem jemandem etwas zu Ha\u00df, zuwider oder zu Unglimpf geredet oder angezogen sei, sondern wir haben allein die St\u00fccke erz\u00e4hlet, die wir f\u00fcr n\u00f6tig anzuziehen und vermelden geachtet haben, damit man daraus desto besser zu vernehmen habe, da\u00df bei uns nichts, weder mit Lehre noch mit Zeremonien, angenommen ist, das entweder der Heiligen Schrift oder gemeiner christlicher Kirche entgegen w\u00e4re. Denn es ist je am Tage und \u00f6ffentlich, da\u00df wir mit allem Flei\u00df, mit Gottes Hilfe (ohne Ruhm zu reden) verh\u00fctet haben, damit nicht eine neue und gottlose Lehre sich in unsern Kirchen einflechte, einrei\u00dfe und \u00fcberhandnehme.<\/p>\n<p>Die obgemeldeten Artikel haben wir dem Ausschreiben nach \u00fcbergeben wollen zu einer Anzeigung unsers Bekenntnisses und der Unsern Lehre. Und ob jemand befunden w\u00fcrde, der daran Mangel h\u00e4tte, dem ist man ferner Bericht mit Grund g\u00f6ttlicher Heiliger Schrift zu tun erb\u00f6tig.<\/p>\n<p>Eurer Kaiserlichen Majest\u00e4t untert\u00e4nigste gehorsame<\/p>\n<p>Johanns, Herzog zu Sachsen, Kurf\u00fcrst<\/p>\n<p>Georg, Markgraf zu Brandenburg[-Ansbach]<\/p>\n<p>Ernst, Herzog zu Braunschweig und L\u00fcneburg<\/p>\n<p>Philipp, Landgraf zu Hessen<\/p>\n<p>Hanns Friedrich, Herzog zu Sachsen<\/p>\n<p>Franz, Herzog zu L\u00fcneburg<\/p>\n<p>Wolf, F\u00fcrst zu Anhalt<\/p>\n<p>B\u00fcrgermeister und Rat zu N\u00fcrnberg<\/p>\n<p>B\u00fcrgermeister und Rat zu Reutlingen<\/p>\n<p><a href=\"#opening\">\u56de\u5230\u9875\u9996 zur\u00fcck zum anfang der seite<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=76\">1.\u300a\u4fe1\u7ecf\u300b Glaubensbekenntnis<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=78\">2.\u300a\u5965\u65af\u5821\u4fe1\u6761\u300b Die Augsburgische Konfession<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=87\">3.\u300a\u5965\u65af\u5821\u4fe1\u6761\u300b\u7684\u8fa9\u62a4\u8bba Apologia der Konfession<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=90\">4.1\u300a\u65bd\u9a6c\u52a0\u767b\u4fe1\u6761\u300bDie Schmalkaldischen Artikel<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=93\">4.2\u300a\u8bba\u6559\u7687\u6743\u548c\u9996\u4f4d\u300bVon der Bisch\u00f6fe Gewalt und Jurisdiktion<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=98\">5.\u300a\u5c0f\u95ee\u7b54\u300bDer Kleiner Katechismus<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=102\">6.\u300a\u5927\u95ee\u7b54\u300bDer Grosse Katechismus<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/climb-lutheran.org\/?p=106\">7.\u300a\u534f\u540c\u5f0f\u300bDie Konkordienformel<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u300a\u534f\u540c\u4e66\u300b\uff08\u5fb7\u6587\uff09\u76ee\u5f55 1.\u300a\u4fe1\u7ecf\u300b Glaubensbekenntnis 2.\u300a\u5965\u65af\u5821\u4fe1\u6761\u300b Die Augsburgische Konfession 3.\u300a\u5965\u65af\u5821\u4fe1\u6761\u300b\u7684\u8fa9\u62a4\u8bba Apologia der Konfession 4.1\u300a\u65bd\u9a6c\u52a0\u767b\u4fe1\u6761\u300bDie Schmalkaldischen Artikel 4.2\u300a\u8bba\u6559\u7687\u6743\u548c\u9996\u4f4d\u300bVon der Bisch\u00f6fe Gewalt und Jurisdiktion<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[45],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/climb-lutheran.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/78"}],"collection":[{"href":"https:\/\/climb-lutheran.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/climb-lutheran.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/climb-lutheran.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/climb-lutheran.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=78"}],"version-history":[{"count":21,"href":"https:\/\/climb-lutheran.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/78\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5218,"href":"https:\/\/climb-lutheran.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/78\/revisions\/5218"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/climb-lutheran.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=78"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/climb-lutheran.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=78"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/climb-lutheran.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=78"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}